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REPPERNDORF

Da wiehern die Kinder vor Freude

Manche kommen auf den Hund. Sybille Weltner aus Repperndorf ist aufs Pferd gekommen. Für ihren vierjährigen Neffen Philipp und für alle Kinder, die sich beim Martinsumzug um einen Heiligen hoch zu Ross versammeln wollen, hat die 33-Jährige einen Rappen auf Rollen gebaut. Nur aus der Nähe kann man ihn von einem echten unterscheiden: „Er riecht anders“, sagt Philipp grinsend.
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Da kommt er geritten: Hoch zu Ross kann der heilige Martin (Timo Schütz) heuer den Umzug anführen – dank Sybille Weltner, die für ihren Neffen Philipp ein Pferd gebaut hat. Foto: Foto: Diana Fuchs
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Manche kommen auf den Hund. Sybille Weltner aus Repperndorf ist aufs Pferd gekommen. Für ihren vierjährigen Neffen Philipp und für alle Kinder, die sich beim Martinsumzug um einen Heiligen hoch zu Ross versammeln wollen, hat die 33-Jährige einen Rappen auf Rollen gebaut. Nur aus der Nähe kann man ihn von einem echten unterscheiden: „Er riecht anders“, sagt Philipp grinsend.

Wie kommt man denn auf die Idee, ein Pferd zu konstruieren? Sybille Weltner muss schmunzeln, während sie auf diese Frage antwortet. „Seit ein paar Jahren muss Sankt Martin bei uns zu Fuß gehen. Das fand ich immer blöd. Aber klar: Es war in den engen Straßen einfach zu gefährlich geworden, auf einem lebenden Pferd zu reiten“, erklärt die gelernte Bäckerin. „Beim Glühweintrinken hab' ich dann so gesagt, eigentlich könnte man doch ein Pferd bauen.“

Weil Sybille Weltner eine handwerklich begabte Frau ist, die Nägel mit Köpfen macht – „Ich kann doch nicht gackern und dann passiert nichts“ –, konstruierte sie zunächst mal ein stabiles Holzgestell, verschraubte es mit Stahlplatten und kleidete es mit Styropor aus dem Baumarkt aus. „Sie hat wochenlang für eine Riesensauerei in der Garage gesorgt“, erinnert sich Sybilles Schwester Sandra. Doch da es ihr Sohn Philipp war, der sich das Ross gewünscht hatte, drückte Sandra beide Augen zu. Und Tante Erika half beim Saubermachen.

Sybille war in ihrem Element. Nach dem Motto „Wenn, dann richtig“ ging sie mit ihrer Kollegin Anni Hartmann auf die Koppel in Mainsondheim – und vermaß dort Annis Pferd. Die Messergebnisse übertrug sie auf den Styroporkörper in der Repperndorfer Garage.

Damit das Pferd nicht nur echt aussieht, sondern auch vorwärts kommt, montierte Sybille unter den Hufen Rollen und baute die Vorrichtung für eine Eisenstange ein, die man im Bedarfsfall waagerecht durch die Pferdebrust schieben kann. „Wenn's den Berg 'raufgeht, können rechts und links zwei Leute schieben.“

Eine Zeit lang war die 33-Jährige quasi Dauergast im Baumarkt. „Die Mitarbeiter haben mir super geholfen und sich bei den Herstellern informiert, wenn ich zum Beispiel wissen wollte, welcher Putz für mein Pferd am besten geeignet ist.“

Echte Haare für die Mähne

Mit den 150 Euro, die Sybille anfangs für ihr Rossprojekt veranschlagt hatte, kam sie zwar nicht weit. Aber dafür gibt es in Repperndorf jetzt ein Pferd, das sich äußerlich nicht von einem lebenden unterscheidet. „Muskeln“ schimmern durch das braune Putzfell und sogar die Mähne ist aus echtem Rosshaar geflochten. Sybilles kleine Schwester Jasmin hat Sattel und Trense beigesteuert, so dass der vierjährige Philipp sein Pferd am Zügel durch die Gegend führen kann.

Und der Heilige Martin muss beim traditionellen Umzug nicht mehr zu Fuß gehen. Stolz wird heuer Sybilles Nachbarsjunge Timo als Heiliger mit rotem Mantel auf Philipps Pferd durch die Straßen traben. Beim Probesitzen hat Timo schon begeistert festgestellt: „Das fühlt sich cool an!“

Info: Nähere Infos über das Pferd gibt's unter SandraWeltner@web.de. Wer das Ross in Aktion sehen möchte, kann am heutigen Samstag, 8. November, ab 14 Uhr zum Repperndorfer Kindergartenfest kommen. Der Martinszug beginnt um 17.30 Uhr an der Kirche.

sfgnsdfgnk

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