MAINBERNHEIM

Leuchtturmprojekt: Ferienwohnungen in leere Altstadthäuser

Platz für Ferienunterkünfte wäre in vielen Altstadthäusern. Die Stadt Mainbernhheim beteiligt sich an einem Forschungsprojekt und setzt sich hohe Ziele. Ein Thema im Stadtrat.
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Mit dieser Winterlandschaft des Mainbernheimer Ortskerns hat sich Christoph Seubert den 1. Preis des Fotowettbewerbs „erknipst“. Foto: Foto: Seubert

Der Mainbernheimer Stadtrat hat am Donnerstag den Etat für 2017 sowie die Haushaltssatzung einstimmig verabschiedet. Mit knapp 6,8 Millionen Euro liegt das Haushaltsvolumen etwa drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Verwaltungshaushalt erhöht sich um 80 000 Euro auf rund 4,02 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt umfasst 2,76 Millionen Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt beläuft sich auf 423 050 Euro.

Die wichtigsten Aufgaben heuer: die Kostenbeteiligung am Bau eines Krippenbereichs im evangelischen Kindergarten sowie Investitionen im Altort (vor allem Gebäudesanierung Nürnberger Straße 2, Bau Mehrfamilienhaus Kirchgasse 2, Ausbau Holzgraben). Außerdem wird die Erschließung des Baugebietes Langwasen vorbereitet. Im Vermögenshaushalt wurden hierfür 2,34 Millionen Euro eingeplant, wie Bürgermeister Peter Kraus sagte.

Ende 2017 wird pro Einwohner eine Verschuldung von 669 Euro erreicht, die auf dem Niveau des Landesdurchschnitts liegt. Die Finanzkraft Mainbernheims stützt sich vor allem auf Einnahmen aus der Einkommensteuer – 2017 voraussichtlich über 1,1 Millionen Euro.

Steuerkraft verbessert sich

Der Bericht des Kämmerers Dieter Brunner zeigte, dass sich die Steuerkraft der Kommune (sie errechnet sich aus den Steuereinnahmen im Jahr 2015) in diesem Jahr landkreisweit betrachtet von Platz 20 auf Rang 13 verbessert (rund 678 Euro je Einwohner). Infolge der höheren Finanzkraft rechnet Mainbernheim jedoch auch mit niedrigeren Schlüsselzuweisungen (minus 90 000 Euro, gesamt rund 560 000 Euro) und einer höheren Kreisumlage (plus 35 000 Euro, gesamt rund 855 000 Euro). Die Hebesätze für Grundsteuern A und B und Gewerbesteuer sind auf 320 Prozent festgesetzt.

Im Verwaltungshaushalt bleiben die Einnahmen und Ausgaben im Großen und Ganzen unverändert. Die eigene Verwaltung kostet Mainbernheim umgerechnet 130 Euro pro Einwohner. Im Kostenvergleich zu Verwaltungsgemeinschaften liegt die Kommune damit im Mittelfeld. Den größten Ausgabenposten umfasst der Anteil für Personalkosten: 2017 sind das 690 000 Euro.

Weitere Themen im Stadtrat:

• Zum Forschungsprojekt „Albergo Diffuso“ informierten Bürgermeister Peter Kraus und Stadtplanerin Yvonne Slanz über eine Auftaktveranstaltung Anfang Februar in Arnsberg/Westfahlen. Mainbernheim beteiligt sich mit dem Projekt am Wettbewerb des Bundesbauministeriums im Forschungsfeld „Baukultur und Tourismus“. Während es sich bei anderen Projektteilnehmern eher um Regionen handele, sei Mainbernheim als kleine fränkische Stadt ein „Exot“ und das Projekt sehr griffig.

Ziel: Arbeitsgruppe gründen

Die Zielsetzung sei klar: leer stehende Häuser in der Altstadt könnten als zentral verwaltete Ferienunterkünfte genutzt werden. Das Interesse der anderen Projektteilnehmer sei groß gewesen. Auch Fachbehörden wie das Landesamt für Denkmalpflege und die Städtebauförderung haben Unterstützung signalisiert. Selbst gesetztes Ziel des Planungsbüros innerhalb des nächsten Jahres: eine Arbeitsgruppe „Albergo diffuso“ zu gründen und ein „Leuchtturmprojekt“ zu entwickeln.

• An 67 Straßenlaternen in der Postwegsiedlung, im Gartenweg und in der Riethstraße werden die Leuchtmittel gegen LED-Lampen ausgetauscht. Bereits ausgetauschte Leuchtmittel hätten deutliche Einsparungen gezeigt.

• Die Deutsche Telekom hat in den vergangenen Monaten die Breitbandtechnik in Mainbernheim aufgerüstet, so dass jetzt große Datenmengen (bis zu 100 Mbit/s) im Datennetz fließen.

• Ein Bauantrag für ein Einfamilienhaus auf dem Bauplatz „Am Zahn 1“ löste Diskussionen aus, da die Planung des Architekten gleich mehrere Abweichungen vom Bebauungsplan enthielt. Problematisch erschien einigen Räten vor allem die Abweichung hinsichtlich der Länge des Zwerchgiebels und die Überschreitung der Wandhöhe. In diesen Punkten soll nachgebessert werden.

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