Nordheim am Main

Leserforum: Katastrophe für die intakte Natur

Zum Bericht „Zehn Jahre Kiesabbau geplant. LZR präsentiert Vorstellungen für die Nordheimer Au – Großes Bürgerinteresse – Fragen waren nicht zugelassen“ vom 28. Oktober:
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Foto: Eo Borucki

Liebe Nordheimer Bürger,

als ganz treue Nordheim-Besucher sind wir entsetzt über die Pläne bezüglich der Nordheimer Au. Das ist eine Katastrophe für die intakte Natur, für die Anwohner bedeutet es eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität und für den Tourismus ist es meiner Meinung nach undenkbar.

Als unmittelbare Anrainer einer Kiesgrubenausfahrt wissen wir, wovon wir reden. Zumindest bei uns werden die Betriebszeiten nicht eingehalten (im schlimmsten Fall Lkw-Verkehr bis nach Mitternacht – und die Dinger poltern unheimlich, vor allem, wenn sie leer sind), die Straße ist permanent verschmutzt, eine hässliche Staubschicht überzieht alles, was draußen steht. Je nach Auftragslage donnern bei uns mehrere Dutzend bis zu tausend (!!!!) Lkw am Tag vorbei.

Dabei war im Betriebsplan, der nie verändert worden ist, von 80 Lkw am Tag die Rede. Die Behörden sind im Streitfall immer auf der Seite der Gewerbetreibenden. Wenn dieser Plan einmal genehmigt ist, hat man keine Chance mehr. Unsere Kiesgrube sollte 2006 geschlossen und rekultiviert werden – nichts passiert, im Gegenteil. Statt der Rekultivierung planen nun die Betreiber mit dem ADAC eine Rennstrecke für Minibikes und Karts im Abstand von 400 Metern an der Wohnbebauung.

Seit 2011 kämpfen wir – auch als BI – gegen diesen Plan, mittlerweile vor dem Sächsischen Verwaltungsgericht.

Der Beitrag (Gemeinderatssitzung am Montag) deckt sich genau mit den Aussagen unseres Bürgermeisters, mit dem Unterschied, dass dieser den Großteil des Gemeinderates auf perfide Art und Weise auf seine Seite gezogen hat.

Liebe Nordheimer Bürger, Nordheim lebt durch den Tourismus, es ist ein kleines Städtchen, in dem man sich als Gast sehr wohl fühlt. Das Flair, die Gastronomie und und natürlich der fantastische Wein suchen ihresgleichen. Wir hoffen für die Natur, für die Anwohner und natürlich auch für uns als Besucher, dass aus diesem vernichtenden Plan nichts wird. Wer kämpft, kann viel verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Anja und Wolf Sattler

08132 Mülsen

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