LANDKREIS KITZINGEN

Leiharbeiter besser stellen

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Beschäftigte in Leiharbeit oder Werkvertrag sollen besser gestellt werden.“ Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.
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Die Raiffeisenbank Main-Spessart hat ihren Putzfrauen gekündigt, will Interessierten aber helfen, wieder in Arbeit zu kommen. Foto: Foto: Jens Büttner/dpa

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Beschäftigte in Leiharbeit oder Werkvertrag sollen im Landkreis Kitzingen besser gestellt werden.“ Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zur Begrenzung von Leiharbeit und Werkverträgen sei zwar ein „Schritt in die richtige Richtung“, meint Ibo Ocak in einer Mitteilung an die Presse. Dem Geschäftsführer der NGG Unterfranken gehen die geplanten Änderungen aber nicht weit genug: „Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass Stammbelegschaften nicht dauerhaft durch Beschäftigte zweiter Klasse ersetzt werden“, so Ocak in der Mitteilung. Dafür müssten insbesondere die Betriebsräte mehr Mitsprache bekommen.

Im Landkreis Kitzingen gab es nach Angaben der Gewerkschaft im vergangenen Dezember rund 240 Leiharbeiter. „Sie machen dabei oft genau den gleichen Job wie die Stammbelegschaft – nur für weniger Geld. Außerdem haben sie meist weniger Urlaub und häufig keine Extra-Alterssicherung“, kritisiert Ocak. In etlichen Unternehmen der Ernährungsindustrie sei Leiharbeit weit verbreitet. „Auch im Landkreis Kitzingen setzen viele Chefs mit Billig-Jobs darauf, Tarif- und Sozialstandards zu umgehen, die ihnen nicht passen“, so der Gewerkschafter.

Dieses Kalkül stecke hinter den Werkverträgen. Hier werden Tätigkeiten innerhalb eines Unternehmens an Fremdfirmen vergeben – auch wenn sie zum Kernbereich des Betriebs gehören. Das betreffe zum Beispiel die Reinigung oder Logistik.

Nach dem Vorschlag des Bundesarbeitsministeriums soll die Leiharbeit künftig auf maximal 18 Monate begrenzt werden. Bei Werkverträgen soll stärker überprüft werden, ob dahinter nicht tatsächlich ein normales Arbeitsverhältnis steckt. „Aber damit diese Kontrolle wirklich funktioniert, brauchen die Betriebsräte mehr Mitbestimmungsrechte. Sie müssen erkennen, ob ein Werkvertrag im Einzelfall erlaubt ist, oder ob es nur ein Schein-Werkvertrag ist, mit dem Löhne gedrückt werden“, so der NGG-Geschäftsführer.

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