KITZINGEN/MÜNCHEN

Landtag stellt Verlagerung des Staatsarchivs nach Kitzingen auf den Prüfstand

Zieht das Staatsarchiv nun doch nicht von Würzburg nach Kitzingen um? Im Landtag wird die Verlagerung noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Es gibt Argumente gegen den Umzug - und dafür.
Artikel drucken Artikel einbetten

Die umstrittene Verlagerung des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen wird im Landtag noch einmal auf den Prüfstand gestellt: Der Wissenschaftsausschuss stimmte am Mittwoch einstimmig für einen Antrag der Grünen, der von der Staatsregierung einen detaillierten Bericht zum aktuellen Planungsstand, erwartete Kosten, aber auch möglichen Alternativen im Zuge einer Behörden-Verlagerung fordert. Das staatliche Bauamt hatte kürzlich erklärt, der ursprünglich für 2022 geplante Umzug könne wohl nicht vor 2025 über die Bühne gehen. Zudem rechnete der Würzburger Bauamtschef Joachim Fuchs im Februar statt der ursprünglich genannten 33 Millionen Euro für das Projekt in der Endsumme nun mit deutlich über 50 Millionen Euro .

Sinnfrage müsse noch einmal gestellt werden

Angesichts dieser Kostensteigerung und der zeitlichen Verzögerung des Projekts müsse man nun "noch einmal die Sinnfrage stellen", sagte die Grünen-MdL Verena Osgyan. Es gelte bei einer Behördenverlagerung nach Kitzingen vor allem "über sinnvolle Alternativen, die auch einen Mehrwert bringen" nachzudenken, sagte der SPD-MdL Volkmar Halbleib. Einen Stopp des Projekts ohne gute Alternative dürfe es keinesfalls geben. Der Ochsenfurter verwies angesichts der drohenden Zeitverzögerung auch auf einen möglicherweise notwendigen Zwischenumzug der derzeit in der Festung Marienberg in Würzburg gelagerten Archivbestände, um die dortige Sanierung nicht aufzuhalten. Dies sei angesichts der dort gelagerten wertvollen  historischen Dokumente "eine Riesenherausforderung".

CSU hebt Vorteile des Neubaus hervor

Die CSU strich dagegen die Vorteile des geplanten Neubaus im "Deustergarten" in Kitzingen heraus: "Würzburg hat kaum geeignete Flächen für einen neuen Standort", sagte die Kitzinger CSU-MdL Barbara Becker. In Kitzingen gebe es dagegen "tolle Flächen, die auch schon zur Verfügung stehen". Zudem würden Mitarbeiter und Nutzer des Archivs mit einem Umzug nach Kitzingen "nicht  in die Wüste geschickt". Becker empfahl den Kritikern, sich über die räumliche Lage zunächst genauer zu informieren: "Dies könnte die Diskussion leicht entspannen."

Seit der Ankündigung des Umzugs durch den damaligen Finanzminister Markus Söder (CSU) im Jahr 2016 im Zuge einer Bayern weiten Behördenverlagerung hatte es immer wieder Proteste etwa von Archivaren gegen die Pläne gegeben. Letzten November verabschiedete auch die Stadt Würzburg eine Resolution gegen die Verlagerung des Staatsarchivs nach Kitzingen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.