Seit über drei Jahrzehnten lädt die CSU einmal im Jahr Senioren zu einem großen Treffen ein. Auch diesmal waren 450 Gäste in den Casteller Schlosspark gekommen, um gemütliche Stunden zu verbringen und der Festrede der ehemaligen Familienministerin Christa Stewens zu lauschen.
Gleich zu Beginn starteten die musikalischen Anheizer, die beiden Brüder Thilo und Armin Gernert, mit dem Frankenlied, in das die Gäste gleich mit einstimmten - wem der Text nicht so ganz geläufig war, der durfte die Brille auspacken und die Strophen auf dem ausgelegten Liedblatt nachlesen. Auch Helga Brand fiel gleich in das Lied mit ein. Sie war mit ihrer Freundin Helene Rieder aus Gnodstadt gekommen. Die beiden, die schon mehrmals  beim  Kreis-seniorentreffen zu Gast waren, hatten erstmals auch ihre Nachbarin Irma Fritz dabei: "Man hat mir erzählt, dass es hier so schön und kurzweilig ist. Da wollt´ ich mir das auch mal anschauen!", erklärte sie.

Die Vorträge gefallen


Neben den drei Damen sitzen Bruno Wirsching und seine Frau Franziska. Er fühlt sich der CSU verbunden und möchte sich hier von den Rednern politisch informieren lassen. "Letztes Jahr war Dorothee Bär da, ihr Vortrag hat mir sehr gut gefallen", berichtete seine Frau. Und beide waren schon sehr gespannt, was die beiden Redner des Nachmittags, die ehemalige Staatsministerin für Arbeit- und Sozialordnung, Familie und Frauen, MdL Christa Stewens und der Kreisvorsitzende der CSU, Dr. Otto Hünnerkopf, für Themen aufgreifen werden.
Doch zunächst begrüßte die Wiesenbronner Bürgermeisterin Doris Paul die Damen und Herren und auch Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell freute sich, dass wieder so viele Besucher aus dem ganzen Landkreis in den Park gekommen waren. Zum 33. Mal fände diese Veranstaltung statt und damals sei er selbst noch so klein gewesen wie seine Tochter Benedicta jetzt, die diesmal mit am Ehrentisch saß.
"Mensch, schon 33 Jahre! Da bin ich schon echt oft dabei gewesen", wundert sich Wilma Rippel aus Kitzingen, die mit ihren Freundinnen gekommen ist. Mit Gertrud Hüßner und Waltraud Hildebrand aus Wiesenbronn, Anna Prappacher aus Neuses am Berg und den übrigen Damen am Tisch tanzt sie bei der Arbeiterwohlfahrt in Mainstockheim. Alle sind inzwischen Witwen, haben die gleichen Interessen und freuen sich, wieder mal einen kurzweiligen Nachmittag bei guter Unterhaltung verbringen zu dürfen. "Hier treffen wir viele Bekannte", stellten sie fest.

Bestens versorgt


Dass alle bestens mit frischem Käse- und Streuselkuchen und einem Tässchen Kaffee bewirtet wurden, dafür sorgten die Frauen der CSU, allen voran Kreisrätin Gerlinde Martin, und die Sommeracher Landfrauen.
Joseph Schmer ist Kassier der CSU in Iphofen. Er organisiert für den Ortsverband, dass die Senioren aus dem Umkreis von Iphofen und Markt Einersheim per Bus nach Castell befördert wurden. 90 Personen waren es diesmal. Er und seine Frau Christa sind auch schon lange in Castell dabei. Ihm gefallen die guten Referenten, die jedes Mal wieder aktuelle Themen ansprechen und das politische Geschehen beleuchten. "Ab 60 bekommt man eine andere Sicht auf die Politik, da ist der Horizont erweitert", sagte er und freute sich, Erfahrungen austauschen zu können.
Bevor die hohe Politik zu Wort kam, hatten die kleinen Jungs und Mädchen vom Kindergarten Sankt Mauritius in Wiesentheid noch eine Aufführung vorbereitet. Ihr lustiges Liedchen ließ die Zuschauer und Zuhörer mehrmals schmunzeln.

Verdienst der Senioren


Über die anstehenden Änderungen zur gesetzlichen Pflegeversicherung informierte Christa Stewens, die an deren Ausarbeitungen im Bezug auf häusliche Pflege, der Einstufung für Demenzkranke und den Modullösungen für Geld- und Sachleistungen maßgeblich beteiligt war. Dass Bayern heute so gut dastehe im Ländervergleich, dafür habe auch der Einsatz aller anwesenden Senioren während ihres Arbeitslebens beigetragen, wie Dr. Otto Hünnerkopf in seiner Rede erklärte.
Nach den Vorträgen war noch genügend Zeit für einen Plausch mit den Gästen. Auch das Fürstenpaar Albrecht und Marie-Louise zu Castell-Castell war anwesend, ebenso wie die ehemalige Bezirksrätin Ruth Bauer und die Ehrenkreisbäuerin Erika Voltz. Und unter den großen Sonnenschirmen genossen die Senioren, gekühlt von dem lauen Lüftchen, das durch den Schlosspark wehte, einen informativen und gemütlichen Nachmittag.