Kitzingen
Fastnacht

Kurt Braun ist der Mann für die Orden

Er ist ein Urgestein des Kitzinger Karnevals. Und er ist kreativ. Kurt Braun entwirft die Orden der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG). Und das seit mehr als 30 Jahren.
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Thema Natur in Kitzingen: Der Orden aus dem Jahr 2011. Foto: Ralf Dieter
Thema Natur in Kitzingen: Der Orden aus dem Jahr 2011. Foto: Ralf Dieter
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Der Karton ist vollgepackt mit Orden aller Formen und Motive. Ähnlich voll wie der Ordner, der Kurt Brauns mannigfaltige Aktivitäten für den hiesigen Karneval dokumentiert. Vizepräsident des Fastnacht-Verbands Franken, Präsident der Veranstaltungsgesellschaft für die Fernsehsendung "Fastnacht in Franken", Senatspräsident der KiKaG. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Kurt Braun hat den Fasching in Kitzingen und ganz Franken mitgeprägt. Kein Wunder, dass er selbst hunderte Orden überreicht bekam. Beispielsweise den Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval in Gold mit Brillanten. "Als erster in Franken", sagt er nicht ohne Stolz.

Von 1944 bis 1946 lernte Braun in Innsbruck den Beruf des Schriftsetzers. Dann kehrte er nach Kitzingen zurück. Seine Eltern waren im Februar des Vorjahres gefallen. Bei der Druckerei Kummor machte Braun eine zweite Lehre. "Ich wollte immer Drucker werden", erzählt er.
Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Bis ins Jahr 1994 blieb er seinem Arbeitgeber treu. Sein handwerkliches Geschick und seine Kreativität stellte er aber auch der KiKaG zur Verfügung.

Als die Gesellschaft 1952 gegründet wurde, kam der damalige Präsident Hans-Joachim Schumacher mit seinen Druckaufträgen zur Firma Kummor. Die beiden lernten sich kennen. "Es fehlten Mitstreiter in der KiKaG", erinnert sich Braun. "Also habe ich gesagt, da mache ich mit." Gesagt, getan: Vom Schriftführer über den Elferrat bis hin zum Ehrenelferrat und Senatspräsidenten hat Braun über Jahrzehnte hinweg etliche Funktionen ausgeübt, den Bau des Faschingsmuseums aktiv mit begleitet und die heutige Kultsendung des Bayerischen Fernsehens, Fastnacht in Franken, als Präsident der Veranstaltungsgesellschaft mitgeprägt. "Wir haben damals in München verhandelt, dass es eine Live-Sendung wird", erzählt er. Der Erfolg gibt ihm auch Jahrzehnte später Recht.


Arbeit für die neuen Orden beginnt schon im Spätsommer


Seit Jahrzehnten ist Braun in den Faschingssitzungen präsent. Wenn nicht persönlich, so zumindest indirekt. Seit 1978 entwirft er die Motive und Formen für die Faschingsorden. "Die Arbeit beginnt meist im Spätsommer", erzählt der 82-Jährige. Dann setzt er sich an seinen Schreibtisch und macht die ersten Skizzen. "Die Ideen kommen mit der Zeit", sagt er. Am einfachsten ist es natürlich, wenn es einen konkreten Anlass gibt. 50 Jahre historisches Kellerspiel beispielsweise. Oder die Kleine Landesgartenschau, Natur in Kitzingen. Einen Fisch hat Braun damals vor der Silhouette Kitzingens dargestellt. Der Körper ein Krautskopf, oben drauf ein Narr.

"Ideal ist es, wenn ein Orden auch einen gewissen Sinngehalt hat", sagt der gebürtige Kitzinger. So wie 1964. Damals überreichte eine Kitzinger Delegation einen Orden an den Bundespräsidenten Heinrich Lübke und an Bundeskanzler Konrad Adenauer. Darauf abgebildet ein "Steuerbürger", der sich in die leeren Taschen greift. Text: "Wir bauen das Deutsche Fastnachtmuseum." Das Dankesschreiben Adenauers ist Teil des gut gefüllten Ordners, den Braun in seiner Wohnung aufhebt.

Nicht nur die Orden der letzten rund 30 Jahre hat Braun entworfen, auch das Emblem der Kitzinger Karnevalsgesellschaft stammt von ihm. Der Schriftzug war ihm zu dürftig, also bekam er eine Narrenmütze aufgesetzt. Später kam das Stadtwappen drunter. Fertig das Emblem, das auch heute noch die offiziellen Schreiben der KiKaG ziert.


Ein wahrer Schatz hat sich angesammelt


Kurt Braun entwirft nicht nur Orden, er bekam im Lauf der Jahrzehnte für all seine Aktivitäten auch etliche verliehen. Und so hat sich ein wahrer Schatz angesammelt. "400 bis 500 werden es schon sein", schätzt er. Eigentlich bräuchte er einen eigenen Schrank dafür. Zumal noch einige folgen dürften. Ein Nachfolger für seine Orden-(tliche) Arbeit ist nicht in Sicht. Und an Ideen und Schaffenskraft mangelt es Kurt Braun noch lange nicht.

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