KITZINGEN

Kunst der Konditoren in Kitzingen

Chance für das Kitzinger Conditorei-Museum: Ein Deutsches Konditoreimuseum soll hier etabliert werden. Der Beifall im Stadtrat ist groß. Es bleiben aber Fragen.
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Das Conditorei-Museum im Haus der Familie Poganietz in Kitzingen (Marktstraße 26) könnte zum Deutschen Konditoreimuseum werden, wenn der Stadtrat das – nach Vorliegen einer Machbarkeitsstudie – beschließt. Foto: Foto: Harald Meyer

In seltener Einigkeit hat der Kitzinger Stadtrat der Idee in die Startlöcher verholfen, in der Stadt ein Deutsches Konditoreimuseum zu etablieren. Das Gremium brachte dazu eine Machbarkeitsstudie auf den Weg. Standort der Einrichtung wäre das seit 20 Jahren bestehende Conditorei-Museum der Familie Poganietz am Marktplatz – erweitert auf 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Deutscher Konditorenbund stieg aus

Das Projekt kam laut Hauptamtsleiter Ralph Hartner vor rund zwei Jahren auf den Tisch. Die Idee von Kulturpreisträger Walter Poganietz stieß in der Stadt auf positive Resonanz. Und auch der Deutsche Konditorenbund wollte mit ins Boot. „Man hat gestaunt, man hat's gelobt“, so Hartner. Damit war Schluss, als der DKB intern ins Schleudern kam. Da war nicht nur ein Mitgeldgeber weg, sondern sogar das Minimum – die ideele Unterstützung.

Poganietz: „hochkarätige Sammlung“

Weil aber Poganietz nicht locker ließ, die Stadt an Bord blieb und die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen dem Vorhaben positiv gegenübersteht, verschwand das Deutsche Konditoreimuseum – mit Sitz in Kitzingen – nicht von der Bildfläche. Im Gegenteil: Stefan Kley von der Landesstelle sieht großes Potenzial in der „hochkarätigen Sammlung“ im Kitzinger Museum und hält eine weitere Aufwertung für möglich, wie er im Stadtrat sagte.

Reichweitenanalyse kommt

Allerdings müssten zuvor die Marktchancen und die Wirtschaftlichkeit erarbeitet werden – über eine „Reichweitenanalyse“. Die Voraussetzungen sind laut Kley recht gut: 4200 Exponate, deren Herkunft bis ins 17. Jahrhundert reiche, eine wissenschaftliche Bibliothek, das historische Gebäude und die 1a-Lage in der Kitzinger Innenstadt seien Pluspunkte für ein Museum.

Lieb und teuer

Was trotzdem eine Studie nötig macht, sind die Kosten. Die seien „beträchtlich“, so Kley. Er rechne mit bis zu 600 000 Euro für das geplante Museum – und das ohne das Gebäude selbst. Und weil bei einem Projekt dieser Art und Bedeutung die Förderung recht großzügig sei, seien auch die Anforderungen gleichermaßen hoch. Deshalb sei die Machbarkeitsstudie auch so wichtig.

Fie Frage der Folgekosten

Die Finanzierung des Deutschen Konditoreimuseums ist für Oberbürgermeister Siegfried Müller das „kleinere Problem“. Das größere seien die Betriebskosten. Die müsse die Studie klären.

Dass die Einrichtung in den Räumen des Kitzinger Conditorei-Museums richtig angesiedelt ist, glaubt Walter Poganietz. Hier stehe die „Kunst der Konditoren“ im Vordergrund, durch die Bibliothek wissenschaftlich untermauert. „Damit sind wir in Deutschland einzigartig.“

Alleinstellungsmerkmal Nummer zwei?

Die geplante Einrichtung „in einem sehr schön sanierten Haus“ wäre für Kulturreferentin Elvira Kahnt eine gute Ergänzung zum Kitzinger „Alleinstellungsmerkmal“ Deutsches Fastnachtmuseum.

Nun soll die rund 10 000 Euro teure Studie (rund die Hälfte würde bezuschusst) kommen, bei der es laut Kley um eine realistische Bewertung geht, denn: „Wir hatten schon Probleme mit kulturellen Ruinen.“

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