Greuth

Künftig ein Gewerbegebiet im königlichen Ort?

Bürgerversammlung in Greuth hat nicht nur Dorferneuerng als Thema
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Mittelpunkt im Casteller Ortsteil Greuth ist die Kirche mit der alten Schule. Am Turm wurden Schäden festgestellt. Foto: Andreas Stöckinger

Im Ortsteil Greuth machte Castells Bürgermeister Jochen Kramer seine erste Station bei den  Bürgerversammlungen. Natürlich kam er nicht umhin, auf "das" Ereignis schlechthin zu kommen, das Castell und vor allem das 208 Einwohner zählende Dorf zuletzt bewegte: Die Wahl von Carolin Meyer zur Fränkischen Weinkönigin. "Ein tolles Erlebnis für unsere Gemeinde." Es sei "schön, dass die Greuther so ein Mädchen hervor gebracht haben", zeigte sich Kramer stolz. Er bedankte sich bei den Verantwortlichen im Heimatort der neuen Majestät für deren Engagement vor und nach der Wahl. Die Königin selbst war nicht in der Versammlung, sie weilte zu einem Termin in München.

Im Gemeindehaus ging Kramer vor den rund 25 Bürgern auf einige Themen aus der Gemeinde, und vor allem aus Greuth, ein. Dort steht die Dorferneuerung an nach Abschluss der letzten Projekte in Castell mit Rathausplatz und dem Schutz. In Greuth wolle man mit der Gestaltung der Hauptstraße beginnen, wie bereits besprochen ist. Allerdings wird sich der Start verzögern, weil sich das Vorhaben in Castell verschiebt. Bürgermeister Kramer orakelte dass man wohl erst 2022 im Ortsteil beginnen könne.

Aufwertung für das Dorf

Mit Blick auf Greuth bedauere er das Verschieben der Dorferneuerung, er hätte die Verbesserung gerne noch in seiner im kommenden Jahr endenden Amtszeit angepackt. "Es wird eine Aufwertung für das Dorf, ich bin überzeugt, dass es etwas Gutes wird." Das müsse dann sein Nachfolger angehen, weil Bürgermeister Kramer bei den Wahlen im kommenden Jahr nicht mehr antritt

Er sprach das ehemalige Anwesen Senft an, ein zuletzt leer stehendes Sandsteingebäude in der Hauptstraße, das die Gemeinde kaufte. Eine Sanierung mit zwei Wohneinheiten war vorgesehen, wofür über Förderprogramme nach Zuschüssen geschaut wurde. Von zunächst geschätzten Kosten in Höhe von 450 000 Euro, auf später 600 000 Euro, war man ausgegangen, doch das Ganze sei "so nicht machbar, wir haben davon Abstand genommen", sagte Kramer. Für eine Nutzung als  Gemeindehaus gebe es keine Zuschüsse, derzeit gebe es mehrere Möglichkeiten, man denke auch über einen Verkauf nach, gab der Bürgermeister zu.

Dank an die Bürger

Außerdem sprach er im Zuge des Flächennutzungsplanes das Thema künftiges Gewerbegebiet für die Gemeinde an. Kramer hielt die Flächen am Ortsausgang von Greuth in Richtung Rüdenhausen für gut geeignet, um in Zukunft in dieser Richtung etwas anzubieten. Beim Blick zurück erwähnte der Bürgermeister, dass die Gemeinde am Kirchturm in Greuth nach Schäden durch einen Sturm einiges ausbessern lässt. Neben den Ziegeln und dem Schiefer werde man auch die darunter liegende Holzkonstruktion reparieren, Kosten von 44 000 Euro wurden geschätzt. Er bedankte sich bei den Bürgern, dass sie nahezu in Eigenleistung den Jugendraum in der alten Schule herrichteten.

Aus Castell berichtete das Ortsoberhaupt etwa vom Umbau der Bushaltestelle im vergangenen Jahr, was aufwändiger und mit 320 000 Euro teurer wurde, als gedacht. Zudem werde man demnächst den Weg an der Klinge, etwa vom Anwesen Gegner bis zum Trautberg, herrichten. Die Strecke, die für Landwirtschaft und als Radweg dienen soll, kostet etwa 500 000 Euro, wobei 80 Prozent davon aus Fördergeldern gezahlt werden.

Neue Kläranlage

Insgesamt sei die Finanzlage der Gemeinde gut, trotz hoher Investitionen. Die Schulden pro Kopf konnten auf 38 Euro pro Einwohner reduziert werden. Beim Blick in die Zukunft sprach Kramer die Erneuerung der Kläranlage der Gemeinde an. Nach nun 50 Jahren laufe deren Genehmigung 2022 aus, die Bürger müssten bei der anstehenden Erneuerung mit bezahlen.

Aus der Versammlung kamen wenig Fragen. Gotthard Maliske und Harald Brügel fragten zum Thema Wegebau nach. Für die Ausbesserung der Feldwege stellt die Gemeinde jährlich einen Betrag in den Etat. Im Vorjahr wurde die so genannte Kärnerstraße in Wüstenfelden repariert, dieses Jahr sei ein anderer Weg an der Reihe, so Kramer.

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