WIESENBRONN

Krönung bei der 1200-Jahr-Feier

Eine historische Inthronisation der Weinhoheit gab es in Wiesenbronn. Miriam Kahl bekam von Vorgängerin Lisa Fröhlich bei der Weinkost im Seegarten die Krone aufgesetzt
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Gesang und Musik stimmten bei der Weinkost auf die Inthronisation der Weinhoheit Miriam Kahl in Wiesenbronn ein. Foto: Foto: WINFRIED WORSCHECH–
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Eine historische Inthronisation der Weinhoheit gab es in Wiesenbronn. Miriam Kahl, die neue Weinprinzessin bekam von ihrer Vorgängerin Lisa Fröhlich bei der Weinkost im Seegarten die Krone aufgesetzt.

Gefeiert wurde an diesem Tag außerdem die erste urkundliche Erwähnung Wiesenbronns vor 1200 Jahren. Zur Krönungszeremonie bei schönstem Sommerwetter sang der Männerchor unter der Leitung von Harald Hader Loblieder auf den Wein. Die Frauen vom Dreiklang ließen eine Liebeserklärung an ihr Heimatdorf mit einem Lied nach der Melodie „Island in the sun“ folgen und die Jüngsten vom Kindergarten, sangen „Unser Dorf ist schön“.

Roland Schmalz, Rüdiger Schmalz und Kilian Wehrwein ließen die Steigerwaldhörner erklingen. Die beiden Buben Jan Schmitz und Max Gebert präsentierten sich als die „Rathausmannli“, die sich ansonsten als Figuren jede Stunde auf dem Rathausglockentürmchen schlagen, wozu es auch die passenden Verse gab. Ein Beispiel: „Umma sechsa wern die Küha gemolkn“.

„Wir in Wiesenbronn leben seit 1200 Jahren im Paradies.“
Bürgermeisterin Doris Paul

Eingebunden in den Festreigen war der Posaunenchor, der den Gottesdienst am Vormittag umrahmte und danach ein Standkonzert gab.

Bürgermeisterin Doris Paul begrüßte mit launigen Worten die Gäste und meinte nach dem Männerchorlied vom Weinparadies: Wir in Wiesenbronn leben seit 1200 Jahren im Paradies. Die besten haben sich hier angesiedelt.“ Mit einem Gedicht ging sie auf die Arbeit der Winzer ein.

Schließlich präsentierte sie den Jubiläumswein, eine Rotweincuvee von der Winzergemeinschaft der Neuner, die es nach dem Fest auch noch im Rathaus gibt. Unter dem Trommelschlag und der Musik des Spielmannszugs zogen der Hofstaat und die Repräsentanten des Weinbauvereins im Festgelände ein. Böllerschüsse vom Schützenverein beendeten die Krönungszeremonie.

Mario Hofmann, Vorsitzender des Weinbauvereins, dankte Lisa Fröhlich für viele Einsätze trotz Studiums in Tübingen. Bürgermeisterin Paul sprach von einem Jahr, in dem Lisa ihre Heimatgemeinde hervorragend repräsentiert habe. In diesem Sinne äußerten sich auch Hofrat Walter Vierrether und die Vertreterinnen des Hofstaates, die zum Abschied Luftballons steigen ließen. Lisa Fröhlich sprach von „einer unvergesslichen Zeit“. Nachfolgerin Miriam Kahl freute sich auf das Wiesenbronner Weinfest im August „und auf die Zeit, die ich mit vielen Leuten verbringen werde“.

Verschiedene Stationen um den Seegarten und im Dorf ließen Wiesenbronn und seine Geschichte zu einem Erlebnis werden. Im 1724 erbauten barocken Rathaus war eine Ausstellung der Montagsmaler zu sehen und in der über 400 Jahre alten Kirche gab es eine Führung durch Rosmarie Hofmann.

Die Landfrauen führten vor, wie man früher Wäsche wusch und webte, wie auf dem Waschbrett gerubbelt wurde oder wie die weißen Stücke noch gebleicht wurden. Männer erfuhren bei der Gelegenheit. Woher der Ausdruck „Waschbrettbauch“ stammt. Die Siebener zeigten alte Grenzsteine und die Soldatenkameradschaft präsentierte Uniformen. Im Flachsbrechhaus waren Klöpplerinnen zugange, in der Eich wurde die Herstellung von Fässern demonstriert und auch die Korbflechterei kam nicht zu kurz.

Der Kindergarten begab sich in einer Zeitmaschine auf Zeitreise, die Feuerwehr zeigte Utensilien aus früherer und heutiger Zeit und im ehemaligen Casteller Amtshaus und jetzigen Weingut Fröhlich gab es eine Bilderschau früherer Weinfestumzüge.

Geöffnet waren die Keller des ehemaligen Kelter- und Kastenhauses der Familie Fritz Fröhlich und von Weinbau Hofmann. Mitglieder der Kirchengemeinde fertigten Stoffdrucke wie in alten Zeiten. Wer wollte, konnte sich bei der Sparkasse eine Jubiläumsmünze prägen.

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