Krautheim

Krautheim Zwei Plätze ohne Schickimicki

Zwei Häuser müssen ihr weichen, gut 600 000 Euro investiert werden: Die Dorferneuerung Krautheim ist am Start. Ein mögliches Problem ist die marode Staatsstraße.
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Das Pfarrhaus in Krautheim soll den Plänen für die Dorferneuerung weichen. An Stelle des baulichen angeschlagenen Gebäudes soll ein mit viel Grün gestalteter Parkplatz mit Sitzmöglichkeiten entstehen.

Die Dorferneuerung in Krautheim kommt in die Gänge. Ein Dorfplatz als Treffpunkt soll in der Ortsmitte gestaltet werden, am Pfarrplatz wiurd nach dem Abbruch des Pfarrhauses eine mit viel Grün und Pflaster gestaltete Parkfläche entstehen. Beiden Vorhaben stimmte der Volkacher Stadtrat am Montagabend zu. Einziger Schönheitsfleck: Die Zukunft der maroden Staatsstraße im Ort ist noch ungeklärt.

335 000 Euro aus der Stadtkasse?

Der Ortsteil Krautheim ist der Stadt Volkach lieb und wert. Rund 640 000 Euro werden die beiden Dorfverschönerungen zusammen kosten. Gut die Hälfte muss die Stadt aus eigener Kasse zahlen. Bürgermeister Peter Kornell rechnet mit etwa 335 000 Euro, wie er in der von vielen Krautheimern besuchten Sitzung erklärte. Der Rest der Investitionen soll aus Fördermitteln kommen.

Ein Dorfmittelpunkt der kleinen, aber feinen Art könnte auf drei Grundstücken an der Landstraße (Nummern 26 und 28), Ecke Straße Am Weidach, entstehen. Hier würde ein älteres Gebäude abgerissen, um Platz für den Ortstreff zu machen. Nach den Plänen des Ingenieurbüros Röschert (Variante II) gruppieren sich eine Sitzgruppe und einige Bäume um einen Brunnen. Auf dem restlichen Platz ist Raum für den „Klingel-Bäcker“, eine Infotafel und eine Steckhülse im Boden für Weihnachts- oder Maibaum.

In die Scheune kommt die Toilette

Weil auf dem Platz auch kleine Veranstaltungen möglich sind, kommt eine Toilettenanlage in die Scheune an der Stirnseite des Ortstreffs. Die Scheune, die freigeräumt ist, wird neben dem WC-Standort auch als Unterstellhalle für die Feuerwehr genutzt, wie SPD-Fraktionschef Dieter Söllner erklärte. Die Umgestaltung ist nicht billig: Nach einer Berechnung des Ingenieurbüros wären mit Abriss und Scheunenerneuerung 370 000 Euro fällig.

Ein Stück preisgünstiger wird der Pfarrplatz, auch wenn hier etliche Stadträte angesichts der Kosten durchaus Bedenken äußerten: 270 000 Euro, inklusive Abriss, sind kein kleiner Happen. Der Gegenwert (Variante 1) sind sieben Stellplätze, relativ viel Grün und eine Aufwertung der Umgebung mit Pflasterflächen. Zum Platz nahe der Kirche und dem Friedhof sollen auch Sitzmöglichkeiten gehören. Söllner: „Wir wollen hier kein Schickimicki. Wir wollen einen ganz normalen Platz.“

Abrisskosten finnanzieren Pfarrhaus

Noch nicht endgültig geklärt ist eine Vereinbarung mit der evangelischen Kirche über den Kauf des Pfarrhauses, das die Stadt dann abreißen will. Die Vorstellung von Stadt und Stadtrat ist eine Art Win-win-Situation: Die Kirche überträgt der Stadt das Haus zum Nulltarif, spart sich die Abrisskosten. Die übernimmt die Stadt (rund 50 000 Euro) und gestaltet das Grundstück dann zum Parkplatz mit viel Grün um.

Staatsstraße bleibt marodes Ärgernis

Ein Ärgernis für die Krautheimer ist und bleibt die Ortsdurchfahrt. Wann und wie die von vielen Schlaglöchern und Rissen gesäumte Holperstrecke saniert wird, ist laut Söllner noch unklar. Er hofft auf den Vollausbau durch das Staatliche Bauamt Würzburg. Den will auch Kornell. Schließlich setze sich die Stadt schon seit 2012 für eine Komplettsanierung der Staatsstraße ein.

Ob die kommt, wird sich zeigen. Laut Kornell wird im Straßenbauamt auch über eine bloße Erneuerung der Fahrbahn nachgedacht, aber: „Es gibt noch keine endgültige Entscheidung.“ Volkach will Kanal- und Wasserleitungen verlegen – und auch die Gehsteige verbessern.



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