KITZINGEN

Konflikt um Straßenverlegung in Kitzingen

Die geplanten Bauten auf dem Baywa-Gelände finden in Kitzingen ein positives Echo. Konfliktstoff birgt dagegen die Idee, deshalb eine Straße zu verlegen.
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Die Einmündung der Bismarckstraße in die Glauberstraße in Kitzingen ist trotz Stopschild nicht ohne Risiko. Die Situation könnte sich nach Ansicht mancher Anlieger noch verschärfen, wenn rechts neben dem Haus der Diakonie (etwa auf Höhe des Busses) eine Stichstraße zur Parkgarage am Main führen würde, wie im Zusammenhang mit den Neubauten auf dem Baywa-Gelände (im Hintergrund) angedacht. Foto: Foto: Harald Meyer

Die Idee einer Verlegung der Zufahrt zur Kitzinger Parkgarage am Main in eine Stichstraße neben dem Gebäude der Diakonie (Glauberstraße 1) stößt bei Anwohnern auf heftige Kritik – vor allem beim direkt betroffenen Diakonischen Werk: „Wir sehen darin einen Eingriff in unser Eigentum, den wir in dieser Form nicht hinnehmen können“, so Schatzmeister Anton Baum in einem Schreiben an die Stadt.

Stadtrat begrüßte die Rosentritt-Idee

Auslöser des Konflikts ist ein Projekt, das auch die Kritiker der möglichen Straßenverlegung begrüßen: die Wohnbauten der Rosentritt GmbH, die an Stelle des Baywa-Silos (Glauberstraße 7) und der benachbarten Lagerhallen (Glauberstraße 3) entstehen sollen. Auf Widerstand stößt allerdings die Idee von Investor Wolfgang Rosentritt, die beide Vorhaben durchschneidende Straße zur Parkgarage abzuhängen und stattdessen eine Stichstraße neben der Diakonie zu bauen.

Nachdem der Stadtrat der geschätzte 240 000 Euro teuren Idee Anfang Juli zumindest prinzipiell seinen mehrheitlichen Segen gab und ebenfalls einer hälftigen Kostenteilung zustimmte, meldeten sich die Nachbarn protestierend zu Wort. Vor allem die Diakonie. Die will die direkt angrenzende Stichstraße „nicht akzeptieren“. Schon jetzt grenze ihr Grundstück an zwei viel befahrene Straßen und würde durch eine dritte Straße geradezu „eingekesselt“. Dieser Eingriff werde den Wert des Areals mindern.

Gefährdung der Diakonie-Mitarbeiter?

Sorgen macht sich Diakonie-Schatzmeister Baum auch wegen möglicher Gefährdungen der eigenen Mitarbeiter. Die müssten sich schon jetzt wegen schlechter Sichtverhältnisse nach rechts – in die Landwehrstraße – mit aller Vorsicht in die Straße „vorantasten“.

Wenn mit der Stichstraße in nicht mal 30 Metern Entfernung eine neue Zufahrt komme, werde die Situation gänzlich unübersichtlich und gefährlich: Die Bismarckstraße mit dem häufig ignorierten Stopschild an der Einmündung, häufiger zu schnelle Autofahrer zwischen Landwehr- und Glauberstraße, die nahe Ausfahrt vom Edeka-Markt ergeben nach Meinung der Straßenverlegungs-Kritiker eine gefährliche Kombination von Ein- und Ausfahrten.

Kritiker warten auf städtische Planung

Dass eine „vorhandene, übersichtliche und breite Einmündung“ am Unteren Mainkai zugunsten einer Stichstraße „mit Gefahrenpotential“ ohne Not aufgeben werde, verstehen weder die Diakonie noch die anderen Nachbarn an der Glauberstraße. Was sie auch nicht begreifen: Die Stadt verliere Parkplätze, wenn die bisherige Zufahrt aufgegeben werde, und opfere mit ihrem Kostenanteil Geld „auf dem Altar des Investors“, so die Anlieger.

Trotz aller Kritik wollen weder Diakonie noch die Anlieger – vorerst – größer auf die Barrikaden: „Wir warten ab, welche Planung das Bauamt vorlegt“, betont Baum. Das Thema soll bis Ende des Jahres wieder in den Stadtrat. Und egal, was da herauskommt – auf die Wohnbaupläne auf dem Baywa-Gelände hat das keinen Einfluss. Ob mit oder ohne Stichstraße – sie ist bisher kein Teil des Genehmigungsverfahrens – sei die Realisierung problemlos, sagte Investor Rosentritt im Juli im Stadtrat.

Pläne sind schon weit gediehen

Die Pläne für das Baywa-Gelände sind schon weit gediehen. Der Abriss und Neubau des großen Silos mit 22 Eigentumswohnungen ist schon länger in der Genehmigungsprüfung. Die Unterlagen für die zwei dreigeschossigen Wohnbauten mit Penthouse (Glauberstraße 3) sind erst seit September im Bauamt.

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