VOLKACH/GAIBACH

Klare Mehrheit für die Ost-Trasse

Mit Mehrheit hat sich der Volkacher Stadtrat auf eine Ost-Trasse für die Umgehung Volkach-Gaibach festgelegt. Doch damit ist das Millionenprojekt noch nicht auf dem Weg.
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Die Umgehung Volkach-Gaibach soll den verkehrsbelasteten Menschen in Gaibach (Bild) und im Volkacher Norden (Gaibacher Straße) Erleichterung bringen. Der Stadtrat hat sich jetzt für die Ost-Trasse als Streckenführung entscheiden. Foto: Archivfoto: Harald Meyer

Bei der geplanten Umgehung Volkach-Gaibach ist ein Etappenziel erreicht: Der Volkacher Stadtrat hat sich am Montagabend mit 13 gegen sechs Stimmen für die Ost-Trasse (Variante 2.1) entschieden. Mit dem kontrovers diskutierten Ja hat das Gremium aber nur die Strecke festgelegt. Die entscheidenden Hürden sind damit nicht genommen: Ein Beschluss über die Sonderbaulast (Stadt ist Bauherr, Freistaat fördert) steht noch aus, ebenso der Prozess zum gescheiterten Bürgerbegehren.

Mit der Entscheidung ist ein Ratsbeschluss von 2009 vom Tisch. Damals ging es ebenfalls um eine Ost-Trasse, die allerdings weiter um die Orte herumführte. Nachdem der Gemeinderat von Kolitzheim seine Umgehungsvariante näher an den Ort heranführte, sei die Streckenführung „obsolet“ geworden, sagte Bürgermeister Peter Kornell.

Beschluss „ins Blaue hinein“?

Die klare Mehrheit für die Ost-Trasse 2.1 hat ihre Gründe: Sowohl das Staatliche Bauamt – bei der Staatsstraßenausbauplanung – als auch das jüngst im Stadtrat vorgestellte Verkehrsgutachten haben die rund 7,3 Kilometer lange Strecke als „wirksamste Trasse“ bewertet.

Sie ziehe den meisten Verkehr von der Gaibacher Ortsdurchfahrt und aus dem Volkacher Norden ab, so Bürgermeister Kornell. Zudem sei sie die einzige Möglichkeit für wirksamen Lärmschutz für Volkachs Osten, wo künftig – bei Realisierung der Umgehung – deutlich mehr Verkehr vorbeifließen würde: „Der Schallschutz ist das absolute Ausschlagkriterium, auch wenn der Freistaat baut“, betonte der Bürgermeister.

Kein Verständnis für die Trassendiskussion zeigte Bürgerlisten-Stadtrat Fred Mahler. „Wir beschließen ins Blaue hinein“, sagte Mahler, der auch Sprecher des Bürgerbegehrens „Keine städtischen Gelder für die Umgehung Volkach/Gaibach“ ist. Das Begehren sei vom Stadtrat wegen fehlender Daten zur Umgehung abgelehnt worden, die immer noch fehlten. Der Schallschutz sei ebenso eine offene Frage wie die tatsächlichen Kosten – eine alte Schätzung geht von 16,5 Millionen Euro aus – und die Frage der Sonderbaulast.

Dem Vorwurf, zur Trasse fehlten die Daten, widersprach der Bürgermeister. Die Trassen-Varianten seien mehrfach miteinander verglichen worden und die Ost-Route dabei als geeignetste Entlastungsstraße vorgeschlagen worden: „Das ist die einzige Variante, die was taugt.“

Mahlers Kritik, mit der Ratsentscheidung werde dem anhängigen Prozess am Würzburger Verwaltungsgericht vorgegriffen, ließ Kornell ebenfalls nicht gelten. Bei der Klage gehe es weder um die Trasse, noch um die Sonderbaulast, sondern nur um die Ablehnung des Bürgerbegehrens durch das 8:8-Stimmen-Patt im Stadtrat, und: „Wir sind sicher, dass wir den Prozess gewinnen.“

Der Weg zur Sonderbaulast

Ob die Stadt nun auf dem Klageweg erfolgreich ist oder nicht – der weitere Weg der Umgehung ist vorgezeichnet: Der Trassenbeschluss geht laut Kornell an das Staatliche Bauamt. Von dort würde dann die vertragliche Vereinbarung kommen, mit der der Freistaat neben der Zuschussfrage auch die Kostenübernahme für den Lärmschutz klären könnte. Würde der Stadtrat die Vereinbarung akzeptieren, käme die Umgehung in die entscheidende Phase – mit der Abstimmung über die Sonderbaulast.

Dies könnte dann noch einmal spannend werden. Im November 2013 hatte sich der Stadtrat mit knapper Mehrheit – elf zu neun Stimmen – für die Sonderbaulast ausgesprochen.

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