VOLKACH

Klage gegen Bauvoranfrage

Aufreger im Stadtgespräch: Das gemeindliche Einvernehmen des Volkacher Bauausschusses zu einer Bauvoranfrage für ein Haus Am Model in Volkach sorgt für Unmut.
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Eine genehmigte Bauvoranfrage für ein Wohnhaus oberhalb der Straße Am Model in Volkach liegt vor dem Verwaltungsgericht. Foto: Foto: Robert Haass

Das gemeindliche Einvernehmen des Volkacher Bauausschusses zu einer Bauvoranfrage für ein Haus Am Model in Volkach ist ein Aufreger im Stadtgespräch.

Am Dienstagabend informierten Gegner des Bauvorhabens die Öffentlichkeit in einer mit rund 50 Bürgern sehr gut besuchten Versammlung. Bürgermeister Peter Kornell stellte sich dort den Fragen und auch der Kritik an dieser Entscheidung.

Am Model – das ist ein kleines Sträßchen im Norden Volkachs, westlich der Gaibacher Straße gelegen. Die Idylle ist fast perfekt, die Straße ist, bis auf ein Haus direkt gegenüber der Ratsherrnstraße, nur einseitig bebaut, der Blick geht auf Maria im Weingarten, nach Norden erstrecken sich den Hang hinauf Weinberge.

Vor einigen Wochen hat der Bauausschuss Volkachs hier nun einer Bauvoranfrage für ein weiteres Bauvorhaben auf der Hangseite das Einvernehmen erteilt. Auch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde hat dem zugestimmt. Anwohner fürchten nun – das war in der Versammlung im Pfarrheim schnell klar – dass die Stadt damit einen Präzedenzfall schafft und weitere Bauten im nördlichen Teil Am Model folgen werden. Dagegen hat nun Familie Dumbsky, sie besitzt dort Weinberge, Klage beim Verwaltungsgericht erhoben.

„Ich fühle mich in meinem Recht auf Eigentum eingeschränkt“, sagte Hermann Dumbsky, der die Versammlung einberufen hatte. „Mein Weinberg funktioniert dann nicht mehr, weil's Ärger gibt.“ Neben Nachbarbeschwerden befürchtet er einen Anstieg der Kaltluft nach oben, was sich auf die Weinqualität negativ auswirken werde. Eine weitere Befürchtung der unteren Anlieger ist: Weitere Bebauung am Hang verschärfe die Wasserproblematik bei Starkregen. Vor elf Jahren hatte das schon einmal zu Überflutungen bei Anliegern geführt.

Viele Fragen und Vorwürfe, zu denen der Bürgermeister Stellung nahm. Zum einen sieht der Flächennutzungsplan hier weitere Wohnbebauung vor und für das fragliche Grundstück lag vor Jahren ein genehmigter Bauplan vor. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Genehmigung sind damit gegeben, was das Landratsamt als Genehmigungsbehörde auch bestätigt hat. Und, wie in vielen Gemeinden, Bauland ist Mangelware.

Die Wasserproblematik am Hang sollte eigentlich in einem Bebauungsplan geregelt werden, der aber mangels Interesse der Grundeigner nicht weiter verfolgt wurde. Auch aus dem Flurbereinigungsverfahren wurden die Weinberge heraus genommen. Beides stellt die Stadt vor ein grundsätzliches Problem: Für einen Flutgraben fehlt die Fläche und die Finanzierung, die sowohl im Bebauungsplan, als auch in einer Flurbereinigung hätten gelöst werden können. „Wir würden die Wasserproblematik angehen, wenn wir die Flächen bekommen und die Finanzierung lösen könnten“, so Kornell.

Wie geht es weiter? Der Bauwerber wird nun wohl die Entscheidung des Gerichts abwarten. Lehnt das den Bau ab, dann dürfte wohl Am Model keine weiteren Bauten zugelassen werden. Stimmt das Gericht dem Bau zu, dann kommt der Bauantrag, dem Kornell, so seine Aussage in der Versammlung, wohl zustimmen wird. Ob dann weitere Bauanträge, wie von den Anliegern befürchtet, eingereicht werden, ist offen. Einen neuen Anlauf für einen Bebauungsplan Am Model wird die Stadt nicht starten, sagte Kornell.

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