Kitzingen
Erfolgsprojekt

Kitzinger Tafel hilft seit zehn Jahren

Seit zehn Jahren gibt es die Kitzinger Tafel. Die Zahl der Bedürftigen ist seither in etwa konstant. Die Notwendigkeit der Einrichtung ungebrochen hoch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wolfgang bekommt von Helene Schamann und Aloisia Ihrig-Braune die benötigten Lebensmittel.  Foto: G. Bauer
Wolfgang bekommt von Helene Schamann und Aloisia Ihrig-Braune die benötigten Lebensmittel. Foto: G. Bauer
+1 Bild
Wenn das Einkommen nicht mehr stimmt, wenn ständig Ebbe in der Haushaltskasse angesagt ist und der nächste Monatserste schier unerreichbar weit scheint, bleibt vielen Stadt- und Landkreisbürgern nur noch der Weg zur Kitzinger Tafel.

Zehn Jahre ist diese Einrichtung in diesen Tagen geworden. "In diesen zehn Jahren ist der Bedarf nahezu unverändert geblieben", bilanziert der Vorsitzende der Kitzinger Tafel, Manfred Seigner. Die Zahl der Bedürftigen werde nach seinen Beobachtungen nicht mehr, aber auch nicht weniger. Seien Menschen nicht mehr auf die Tafel angewiesen - weil sie beispielsweise wieder eine Arbeitsstelle finden - kämen andere neu hinzu. Die Grenzöffnung zu neuen EU-Ländern wie Bulgarien und Rumänien bekommt nach seinen Worten auch die Tafel zu spüren.
Mit großer Zuverlässigkeit sorgen Kitzinger Betriebe und Ladengeschäfte für ein konstant gutes Warenangebot, für das Seigner und
andere Fahrer regelmäßig und unermüdlich unterwegs sind. "Im Landkreis sind alle Geschäfte sehr sozial eingestellt und haben ein offenes Ohr für die Tafel und ihre Anliegen", bilanziert Seigner, denn die meisten Geschäfte riefen sogar an, wenn sie etwas Besonderes anbieten könnten.

Mit dem Rad ins Geschäft

Jeden Mittwoch radelt Beate aus Iphofen in das Kitzinger Tafel-Geschäft in der Mainbernheimer Straße und nimmt alles mit, was angeboten wird. "Seit bestimmt schon fünf Jahren", glaubt sie und hat keine Scheu davor, sich öffentlich zu äußern. "Es ist eine wirklich gute Auswahl und die Lebensmittel sind in ausreichender Menge da", bescheinigt sie Seigner und seinem Tafelteam eine gute Arbeit im Dienst der Bedürftigen.

Kein Hehl aus seiner sozialen Lage macht auch Wolfgang aus Schwarzach. Ein Fahrzeug kann er sich nicht leisten und sucht sich daher immer mittwochs einen Fahrer, der ihn zum Kitzinger Laden fährt und wieder nach Hause bringt. "Ich suche Grundnahrungsmittel aller Art", erzählt er und nimmt gerne auch einmal ein ausgefallenes Angebot wie Lachs oder Hausmacherwurst an. Während Brot und Backwaren zumeist reichlich vorhanden sind, gibt es bei anderen Lebensmitteln ab und zu eine Flaute, beispielsweise bei Eiern.

"Nudeln, Mehl, Reis, Zucker und Fleisch haben kein Mindesthaltbarkeitsdatum, darum haben wir diese Lebensmittel kaum einmal im Laden", bestätigt Seigner. Ansonsten könne die Tafel regelmäßig am Mittwoch und Samstag alles in hoher Qualität bieten, was für eine ausgewogene Ernährung erforderlich ist. Die großzügigste Auswahl hat natürlich, wer schon zu Beginn der Ladenöffnung zum Zug kommt.

Kein späterer Verkauf

Jeder der Bezugsberechtigten darf mitnehmen, so viel er tragen kann. Das Personal achtet aber darauf, dass sich eine Einzelperson nicht etwa mit Lebensmitteln im Überfluss eindeckt und sie später verkauft.
Im Vorjahr wurden 103 Abgabetage abgehalten, dafür waren 48 Abholer unterwegs. Das mehr als 40-köpfige Tafelteam leistete 824 Helferstunden zur Vorbereitung der Abgabetermine.


Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren