KITZINGEN

Kitzinger Schulamtsdirektor Zwicker geht mit kritischen Worten

Überraschung zur Verabschiedung von Schulamtsdirektor Norbert Zwicker (links): Regierungspräsident Paul Beinhofer brachte die Nachricht mit, wer Nachfolger wird.
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Der Kitzinger Schulamtsdirektor Norbert Zwicker (links) wurde in den Ruhestand verabschiedet. Die Festrede hielt Regierungspräsident Paul Beinhofer und überreichte die entsprechende Urkunde. Foto: Foto: Norbert Hohler

Überraschung zur Verabschiedung von Schulamtsdirektor Norbert Zwicker: Am Tag seiner Abschiedsfeier wurde bekannt, dass Schulrat Kurt Krause, bisher Stellvertreter des Fachlichen Leiters, ab 1. Oktober dessen Nachfolge antritt.

„Es freut mich sehr, dass meine Bitte um eine schnelle Neubesetzung gehört wurde“, gratulierte Norbert Zwicker seinem künftigen Nachfolger.

In seiner Abschiedsrede verzichtete der Mann dann auf die „übliche Lobhudelei“, dankte lediglich Regierungspräsident Paul Beinhofer für dessen persönlichen Worte, seiner Frau Ursula für die jahrzehntelange Unterstützung und Loyalität („Ich hoffe, ich kann in den nächsten Jahren etwas zurückgeben“) sowie den Initiatoren und Mitwirkenden der Feier. „Vielen Anderen werde ich meinen Dank in den nächsten Tagen lieber persönlich aussprechen.“

„Es besteht Bedarf, hier einiges einzudämmen.“
Norbert Zwicker über das Verhalten mancher Eltern

Ansonsten schrieb Zwicker den Verantwortlichen für den Schulbetrieb einige unangenehme Wahrheiten ins Stammbuch: Inklusion, die neue Mittelschule und die Integration von Migrantenkindern sei auf dem Rücken des Personals ausgetragen worden, es gebe zu wenig Fachkräfte, die Elternrechte seien überproportional ausgeweitet worden. „Wenn sich Eltern in München, bisweilen sogar anonym, beschweren, werden sie gehört.“ Die Schuld werde oft auch dann bei den Lehrern gesucht, wenn Eltern offensichtlich die falsche Schulart für ihren Nachwuchs gewählt haben. „Es besteht Bedarf, hier einiges einzudämmen.“

Norbert Zwicker, ein exzellenter Musiker, hat sich ganz offensichtlich über die musikalischen Elemente seiner Abschiedsfeier gefreut: Erst die Kinder der St. Hedwigschule mit ihren beiden Liedern, dann das Duo Helgard Hey und Gabi Huber, die später mit zwei Lehrern „Good Bye, Sweet heart“ sangen, schließlich das Lehrerensemble, das „Nun musst du gehen“ zum Besten gab.

Ein besonderer Moment war, als Kurt Krause bei der Powerpoint-Präsentation für seinen scheidenden Vorgesetzten sagte, Zwicker habe der Schule Flötentöne beigebracht: Knapp 20 Kolleginnen und Kollegen erhoben sich, flöteten unter stürmischem Beifall nach Leibeskräften. „Da ist noch Luft nach oben, wir könnten deine Hilfe weiter brauchen“, schob der Dirigent des Ensembles nach. Der neue Schulamtsdirektor Kurt Krause bekam einen Fresskorb überreicht, damit er stets bei Kräften ist. Spontan hatte es eine Zusatzzeile für den Neuen zum Abschiedslied für Zwicker („Goodbye Schulrat“) gegeben: „Hallo, Kurt Krause, hallo.“ Krause sagte, er freue sich auf die Aufgabe, habe aber auch gehörigen Respekt. Vor seiner ersten Aufgabe steht der Mann schon: Zwar wurde ihm von Paul Beinhofer zugesichert, dass sein bisheriger Platz neu besetzt wird. Doch wann und mit wem, da ist der neue Schulamtsdirektor bald gefordert. Derweil versucht Norbert Zwicker, seine Chance in Dettelbach zu nutzen, was den Chefposten im Haushalt angeht. „Meine Frau geht ja weiter arbeiten. Die Aussichten sind also gar nicht schlecht.“

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