HÖRBLACH

Kitzinger Milchbauern sind spitze in Bayern

Die unterfränkischen Milchzüchter haben vergangenes Jahr mit 7910 Kilogramm Milch mehr Milchleistung geschafft, als der bayerische Durchschnitt.
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Lothar Ehehalt, Vorsitzender des Rinderzuchtverbands Franken, ehrte die erfolgreichen Milchbauern Hermine Weigand, Richard Appel und Klaus Wanner. Landwirtschaftsoberinspektor Claus Schmiedel gratulierte den gewählten Ausschussmitgliedern Gerhard Brandmann und Hubert Heinrich, die Wahl leitete Landwirtschaftsoberrat Wolfgang Holzinger (von links). Foto: Foto: Hartmut Hess

Die unterfränkischen Milchzüchter haben vergangenes Jahr mit 7910 Kilogramm Milch mehr Milchleistung geschafft, als der bayerische Durchschnitt. Dabei ragten die Milchzüchter aus dem Landkreis Kitzingen heraus, die gar 8206 Kilogramm erzeugten, wie Claus Schmiedel, Fachberater für Milchleistungsprüfung, in der Versammlung des Milcherzeugrings Unterfranken und des Rinderzuchtverbands Franken, informierte.

Claus Schmiedel bilanzierte, dass es noch 133 Milchbauern im Landkreis gebe, womit die Anzahl um zehn Betriebe abnahm. Mit 82 Prozent macht das Fleckvieh das Gros der Milchkühe aus. Richard Appel aus Wässerndorf schaffte das beste Ergebnis im Landkreis bei der Rasse Holstein. Bei der Rasse Fleckvieh lag mit Klaus Wanner auch ein Wässerndorfer vorne und beim Gelbvieh lieferte die Familie Weigand aus Dornheim die beste Leistung ab.

Hubert Heinrich aus Euerfeld und Gerhard Brandmann aus Biebelried erhielten das Vertrauen bei der turnusgemäßen Neuwahl der zwei Ausschussmitglieder für den Milcherzeuggering Unterfranken. Die Ersatzmitglieder sind Bruno Scheller aus Euerfeld und Steffen Hümmer aus Altenschönbach.

Dr. Uwe Knickel vom Kitzinger Veterinäramt referierte über das Vorkommen von BHV1 (Bovine Herpes) bei Rinden, eine für den Menschen ungefährliche Herpeserkrankung. Bei vier untersuchten Tieren im Landkreis hätte sich laut dem Veterinär keine Erkrankung ergeben. Der Experte legte dar, dass die Blauzungenkrankheit wieder auf dem Vormarsch sei, aber kein Impfzwang mehr bestehe. In Gebieten, in denen diese Krankheit weiter verbreitet gewesen sei, sei die Milchleistung der betroffenen Kühe abgesackt.

Knickel erläuterte, was auf die Bauern an Konsequenzen zukommen kann, wenn sie Fehler oder Versäumnisse bei Betriebsmeldungen begehen. Christian Schmidt, Landwirtschaftsoberinspektor am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt, bat Knickel, bei Vorgesetzten oder übergeordneten Behörden anzusprechen, dass solche Dinge die Bauern demotivieren.

Der Veterinär skizzierte die Rechtslage beim Entfernen von Hörnern: Bei Tieren im Alter von unter sechs Wochen ist keine Betäubung notwendig, die Gabe eines Schmerzmittels reiche. Der Fachmann schilderte den Rinderzüchter und Milchbauern das richtige Verhalten, wenn trächtige Rinder aus triftigen Gründen geschlachtet werden müssen.

Der staatliche Zuchtleiter, Landwirtschaftsoberrat Wolfgang Holzinger betonte, dass der Rinderzuchtverband Franken eine führende Position bei der Zucht natürlich hornloser Rinder einnimmt. Auch die Bekämpfung von Erbfehlern macht Fortschritte, werde aber weiter auch finanzielle Anstrengungen erfordern. Bei der Ausrichtung des Deutschen Fleckviehs bleibe es bei der Zucht harmonischer Tiere, wobei neben der Milch- und Fleischleistung vor allem auf die Gesundheit als wichtigstes Leistungsmerkmal größter Wert gelegt wird. Besamungsbullen, die gute Eigenschaften an ihre Nachkommen vererben und dies anhand geprüfter Töchter bewiesen haben, bringen letztlich die Rindererzeugung voran.

Seitens der Fütterungsberatung riet Christian Schmidt, dass die Züchter, „nicht knausern, sondern kalkulieren“ sollten. Denn die Tiere müssten ausgefüttert werden und die professionellen Fütterungsberater stünden jederzeit zur Verfügung. Wegen der Wetterkapriolen im vergangenen Jahr sei das Futter etwas knapp geworden, nicht nur deswegen gelte die Losung: „der beste Rat ist der Vorrat“.

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