Kitzingen
Wettbewerb

Kitzingen strahlt schön und bunt

Einer schöner als der andere, könnte man sagen - und sowohl die Blumentöpfe als auch die Männer meinen. Bei "Entente florale" geht es aber um mehr: um ein schöneres Kitzingen.
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Stadtgärtner Johannes Lindner, Quartiersmanager André Hahn, der städtische Natur-in-Kitzingen-Geschäftsführer Hilmar Hein, Lindners Stellvertreter Edi Ritz, Gerhard Lauck, Oberbürgermeister Siegfried Müller und Gärtnerobermeister Heiner Lang zeigen ihre Vorfreude durch die Blume. Foto: Diana Fuchs
Stadtgärtner Johannes Lindner, Quartiersmanager André Hahn, der städtische Natur-in-Kitzingen-Geschäftsführer Hilmar Hein, Lindners Stellvertreter Edi Ritz, Gerhard Lauck, Oberbürgermeister Siegfried Müller und Gärtnerobermeister Heiner Lang zeigen ihre Vorfreude durch die Blume. Foto: Diana Fuchs
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Das einzig Blöde ist der Begriff. "Entente florale" - das kann in Unterfranken schon ein sprachliches Hindernis darstellen. Dabei soll die "Ohntohnt florall" genau das Gegenteil sein: Der Wettbewerb will Barrieren aus dem Weg räumen und Letzteren frei machen für eine begrünte Stadt mit Menschen, die - ganz nach dem Motto des Bundeswettbewerbs - "gemeinsam aufblühen".

Kommen da Erinnerungen an den tollen Gartenschau-Sommer 2011 hoch? "Ja, und trotzdem ist das hier eine neue Herausforderung für die Stadt", findet Johannes Lindner, Chef der Kitzinger Stadtgärtnerei. Er beschreibt das Ziel der Entente so: In einer Gemeinschaftsaktion von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und vor allem den Bürgern wird der städtische Raum mit Grün und Blumen lebendig gestaltet.
Das verbessert die Arbeits- und Wohnqualität, ja die gesamte Lebensqualität - "und zwar auf lange Sicht".

Reiche Blüte - reiche Ernte

Im Sommer 2012 hat der Kitzinger Stadtrat auf Antrag der CSU-Fraktion beschlossen, an diesem Bundeswettbewerb teilzunehmen, weil er "eine große Chance" biete. Auch Lindners Vision ist es, dass auf eine reiche Blüte eine reiche Ernte folgt: "Wenn Kitzingen gemeinsam aufblüht, wird die Stadt auch zusammen wachsen."
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Insgesamt 20 Städte, darunter Schweinfurt und Haßfurt aus der näheren Umgebung, wollen "erblühen". Was ist, wenn Kitzingen nach dem Besuch der Bewertungskommission im Juli nicht unter die ersten Drei kommt? "Dann haben wir auf jeden Fall trotzdem gewonnen", stellt Lindner klar. "Ähnlich wie bei `Unser Dorf soll schöner werden` - ebenfalls ein Bundeswettbewerb - haben die positiven Entwicklungen Bestand."

Bewertet werden neben dem öffentlichen Grün auch der Stellenwert des Natur- und Umweltschutzes und der Umgang mit den natürlichen Ressourcen - sowie mit den Menschen an sich. Neben privaten und gewerblichen Ideen fließt nämlich auch der soziale Rahmen, in dem diese Ideen wachsen, in die Benotung der Städte ein.
Wenn am morgigen Mittwochabend das erste Info-Treffen stattfindet, sollen alle Vorschläge gebündelt werden - und danach mit Leben gefüllt. "Das könnte zum Beispiel in Arbeitskreisen geschehen."

Das Wir-Gefühl

"Jeder, der 2000 Quadratmeter Gartenland hat, ist genauso gefragt, wie der Blockbewohner. Man braucht keinen Balkon oder eigenen Garten, sondern kann sich genauso an der Gestaltung einer öffentlichen Fläche beteiligen." Gemeinschaftlicher Einsatz über das Private hinaus habe zudem gleich einen sozialen Aspekt: "Es entsteht eine neues Wir-Gefühl und die Identifikation mit dem Lebensumfeld wird gestärkt." Der Gemeinschaftssinn wachse gleichzeitig mit dem Sinn für Schönes und Grünes.

"Wir freuen uns, denn der Wettbewerb geht in die gleiche Richtung wie unsere Arbeit in der Siedlung", stellt André Hahn fest. Der "Quartiersmanager" plant schon seit Jahren im Rahmen des Städtebauförderprogramms "Soziale Stadt" verschiedene Projekte mit den Bürgern der Siedlung. Anfang Juli soll im größten Kitzinger Stadtteil wieder ein eigener Tag der offenen Gartentür stattfinden.
Auch der Stadtmarketing-Verein und die Gärtner sind schon in ihrem Element. Letztere wollen zur "Entente" nicht nur ihren eigenen Beruf detailliert vorstellen und erneut eine große "Salatblume" anlegen, sondern auch seltene und nicht so bekannte Pflanzen vorstellen.

Rolf Wenkheimer (Förderverein Gartenschaugelände) stellt jetzt bereits klar: "Wir müssen nicht gleich Gold holen. Wichtig ist, dass wir was zusammen tun."
Auf den Einsatz jedes Einzelnen kommt es also an. Johannes Lindner hofft deshalb, "dass morgen ganz viele Bürger zum ersten Treffen kommen". Gemeinsam könne man dann auch ein Motto kreieren, das uns Unterfranken leichter von den Lippen geht als "Entente florale".


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