Kitzingen
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Kitzingen hat mit dem Hochwasser "Schwein" gehabt

Das Hochwasser war in Kitzingen gnädig, die Schäden sind gering. Das Glück, das die Stadt hatte, freut auch Günther Richard und Harald Knollmeier vom Bauhof.
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Endlich Sonne! Kein Wunder, dass die "Bauhof-Allrounder" Harald Knollmeier und Günther Richard gestern gleich noch viel lieber zur Arbeit gekommen sind. Sie beseitigten die Spuren des langsam abnehmenden Hochwassers am Kitzinger und Etwashäuser Mainufer.

Ihre Arbeitsgeräte finden den Weg von der Nord- über die Südbrücke und wieder zurück - immer am Fluss entlang - fast schon allein. Knollmeiers orangeroter Fendt und Richards grüner John Deere säubern im Winter, ausgerüstet mit Salzstreuer und Pflug, regelmäßig die Kitzinger Promenaden und kleinen Straßen von Schnee und Eis. Gestern allerdings war statt des Pflugs ein großer Rundbesen gefragt. "Damit kehren wir dem Wasser das, was es beim Zurückfließen hinterlässt, gleich hinterher." Denn zum Stadtfest am Wochenende soll Kitzingen wieder strahlen.


Um die Grünflächen des Gartenschaugeländes nicht nachhaltig zu beschädigen, wird das große Fest nicht am Etwashäuser Mainufer, sondern ausschließlich in der Stadt gefeiert (Artikel unten). Der Bauhof ist derzeit doppelt gefragt - sowohl bei den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser als auch beim Aufbau für das Stadtfestes. Ein Partyhäuschen auf dem Marktplatz steht bereits.

"Wir haben jetzt ganz schön zu tun", meint Bauhof-Chef Georg Günther. Aber das sind seine Leute ja gewohnt. Statt am Freitag einen freien "Brückentag" zu genießen, wurden sie gerufen, um alle wichtigen Vorkehrungen für ein drohendes Hochwasser zu treffen, zum Beispiel die Stromkästen am Mainufer abzubauen. Dass ihr Einsatz eine weise Entscheidung war, zeigte sich schon wenig später, als die entsprechenden Stellen unter Wasser standen.

Dennoch: Schlimm war dieses Hochwasser nicht - weder für die Anwohner noch für die Helfer. "Das letzte Hochwasser war wirklich eins. Da mussten wir richtig ran, Dämme bauen und so weiter. Aber das da? Das ist ja nur eine leichte Überflutung. Nur der Termin ist ungewöhnlich", meinte Knollmeier angesichts der Tatsache, dass am Main normalerweise nur im Winter Hochwassergefahr herrscht.

Als "ärgerlich, aber kein Grund zur Panik" bezeichnete auch Bauhofleiter Günther den Pegelstand, der mit etwa 3,40 Metern - und damit 1,15 Meter über Normal - gestern in aller Früh seinen Höhepunkt erreichte. Tatsächlich wurden bis zum Mittag kaum Schäden gemeldet. "Bald ist wieder alles im hellgrünen Bereich", weiß Georg Günther aus jahrelanger Erfahrung. Im Vergleich zu Südbayern - etwa dem Raum Passau, wohin zahlreiche Helfer aus dem Landkreis gestern abkommandiert wurden - "leben wir auf einer Insel der Glückseligen".



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