Geiselwind
Tradition

Kirchweih in Geiselwind zieht die Massen an

Hunderte Zuschauer bewunderten den Kirchweihumzug in Geiselwind. Und sie staunten nicht schlecht. Das erste Mal waren auch Frauen am Start. Sie hatten sich in den Zug hinein geschmuggelt.
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Mona Rückel mischt die Murrmänner auf
Mona Rückel mischt die Murrmänner auf
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Da staunte der eine oder andere Zuschauer nicht schlecht. Was er beim diesjährigen Kirchweihumzug in Geiselwind zu sehen bekam, war schließlich äußerst ungewohnt: Frauen beim Kirchweihumzug. Was bisher eine reine Männerdomäne war, wurde von drei jungen Damen mit einem kleinen Schlepper ausgenutzt.

Eine davon ist die Schwester von Kirchweihprediger Bastian Rückel, Mona Rückel. Sie hatte sich die Sprüche an ihrem Wagen selber ausgedacht. Mit ihrer Aktion wollte sie gegen die reine Männerwelt bei den Murrmännern protestieren. Mona Rückel hatte sich einfach mit ihren kleinen Schlepper in den Zug geschmuggelt - und die Jungs wussten so gar nicht, wie sie damit umgehen sollten.

Unter dem Motto: "Heuer wird mal probiert, Kehrwas Madli aufmarschiert. Die wolln uns ned, das wiss mer scho, wir kommen aber trotzdem no", mischte sich Mona Rückel unter den Zug und dürfte mit diesem Spruch so manchem jungen Mädchen aus der Seele gesprochen haben.

Ganz Geiselwind war am Kirchweih-Sonntag auf den Beinen, um beim Kirchweihumzug mit dabei zu sein. An vorderster Front marschierte General Murrmann, alias Bürgermeister Ernst Nickel, die Geiselwinder Hauptstraße entlang.

Einbetoniertes Stromkabel


Die Bewunderung der zahlreichen Zuschauer galt aber nicht nur der Traditionsfigur, sondern auch den vielen Teilnehmern des Zuges mit ihren Motivwagen. "Die Murrmänner" hatten im Laufe des Jahres wieder einiges aufgeschrieben und konnten berichten, was so alles in Geiselwind passiert war.

So ging es unter anderem um einen Kirchweihburschen, der mit dem Bus nach Oberköst auf die Kirchweih fuhr, bei der Rückfahrt aber glatt bei einer Rast vergessen wurde. Erwähnt wurde auch der Funkmast, der in Ilmenau aufgestellt wurde. Nach der Einweihung sollte er in Betrieb gehen, aber nichts rührte sich. Die Ursache: Ein Elektriker hatte ein Stromkabel nicht angeschlossen, sondern mit in den Beton einbetoniert. Außerdem erfuhren die Zaungäste, was passieren kann, wenn zwei Geiselwinder Bauherrn den gleichen Nachnamen haben: Eine Lieferung Sand landet irrtümlich an der falschen Adresse.

Ein Jahr mitschreiben


Stolz auf seine Murrmänner war Kirchweihprediger Bastian Rückel. "Das ganze Jahr über versuchen wir die wichtigsten Ereignisse aufzuschreiben und alles Wissenswerte mitzubekommen, um es dann bei der Kirchweihpredigt in Reinform rüber zu bringen", erklärte er. "Wir sticheln und nehmen auch sehr gerne die Gemeinde auf die Schippe. Sie gibt uns immer viele Vorlagen, das kommt bei den Bürgern hier in Geiselwind sehr gut an", erklärte er.

Heuer konnten die Murrmänner das neue Industriegebiet in Richtung Füttersee als Thema aufgreifen. Die Arbeiten für die Kirchweih beginnen schon frühzeitig. "Mit dem Bau der Kirchweihwagen fangen wir schon Ende September, Anfang Oktober an", berichtet Rückel. Die Kirchweihpredigt nimmt noch früher Formen an. Ab Mitte August werden die ersten Reime gesucht. "Mitte Juli treffen wir uns und schreiben alles auf, was im Laufe eines Jahres passiert ist", erzählt Rückel.

Zurzeit gibt es 30 Murrmänner. "Wir sind aber immer auf der Suche nach Nachwuchs", sagt der Kirchweihprediger. Mädels gibt es bislang keine bei der Vereinigung - vielleicht hat Mona Rückel mit ihrer Aktion ja einen Anstoß gegeben.







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