MAINSTOCKHEIM

Kirche lehnt Kindergartenerweiterung ab

Das ist ein herber Rückschlag für die Gemeinde Mainstockheim: Die Landeskirche lehnt die Erweiterung des Kindergartens ab.
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Zum Erntedankfest wurde in Mainstockheim der sanierte Kindergarten seiner Bestimmung übergeben. Foto: Foto: BRAUN

Das ist ein herber Rückschlag für die Gemeinde Mainstockheim: Die Landeskirche lehnt die Erweiterung des Kindergartens ab. Da allerdings der bestehende Kindergarten aus allen Nähten platzt, muss dringend nach einer Lösung gesucht werden. In der Ratssitzung am Donnerstagabend war der Neubau eines Kindergartens im Gespräch. Gesucht werden: ein entsprechendes Grundstück und ein Träger.

Noch in der Julisitzung des Gemeinderats schien alles klar: Eine weitere Krippengruppe in Mainstockheim ist dringend nötig, es fehlen zwölf bis 14 Plätze in dieser Altersstufe. Durch Aufstockung des bestehenden Hauses und Umstrukturierung im Inneren könnte für die nächsten paar Jahre Abhilfe geschaffen werden. Träger bliebe die evangelische Kirchengemeinde, Bauherr wäre die politische Gemeinde, die auch den Löwenanteil der Kosten tragen würde.

Die Zuschusslage ist derzeit günstig: Der Staat zahlt pro neuen Platz knapp 10 000 Euro, insgesamt also könnten bis zu 130 000 Euro an Staatsmitteln fließen, den Rest – wohl etwas mehr als die Fördersumme – würden sich Kirche und Gemeinde teilen.

Hiobsbotschaft

Noch am 24. Oktober gab es in einer gemeinsamen Sitzung von Kirchenverwaltung und Gemeinderat Konsens: die Erweiterung soll kommen. Dann die Hiobsbotschaft der Landeskirche: Sie wird einer Erweiterung nicht zustimmen, unter anderem, weil dadurch die künftigen Betriebskosten für den Kindergarten erheblich steigen würden.

Die Reaktion: doch etwas Ratlosigkeit im Rat. Denn klar ist, Mainstockheim muss handeln oder 130 000 Euro an Zuschüssen gehen verloren. Übergangsweise könnte mit einer Notgruppe im Mesner- oder im Zanghaus etwas Luft geschaffen werden. „Das Grundproblem wird damit aber nicht gelöst“, so Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs.

„Schade, dass die schnelle und kostengünstige Lösung nicht möglich ist“, sagte Frank Schmitt. Dann zählte er auf, wie viel Geld die Gemeinde in den vergangenen Jahren in den Kindergarten investiert hat. Am Ende hat die Gemeinde aber nicht das Sagen. „Da stellt sich schon die Frage nach einem Kindergarten unter kommunaler Trägerschaft“, so Schmitt.

Die Antwort von Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs: „Wir werden einen neuen Kindergarten mit Kindergarten- und Krippengruppe bauen.“ Die Kosten dafür: rund 1,5 Millionen Euro für Grundstück, Erschließung, Bau und Einrichtung. An Zuschüssen rechnet Fuchs mit rund 750 000 Euro.

Träger gesucht

Bleibt also ein großer Batzen für Mainstockheim und einen noch zu suchenden Träger übrig. Das alles muss finanziert werden, dafür ist kein Geld im Haushalt vorgesehen. Es müssen vielleicht andere Projekte verschoben werden.

Jetzt startet erst einmal die Suche nach einem geeigneten Grundstück, sagt Fuchs. Erst dann kann die Frage der Trägerschaft geklärt werden. Ob das dann wieder die evangelische Kirchengemeinde sein wird – das ist offen.

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