WIESENTHEID

Kinderkrippe mit künftigem Wohngebiet in der Nachbarschaft?

Der Gemeinderat favorisiert für eine Kinderkrippe in Wiesentheid einen Platz in der Schießhausstraße. Dort könnte auch ein Wohngebiet entstehen. Heftig wurde darüber diskutiert.
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Hier wäre Platz für eine Kinderkrippe und möglicherweise sogar für ein Wohngebiet: auf dem Gelände der Gärtnerei Lang in der Schießhausstraße in Wiesentheid. Foto: Foto: ANDREAS STÖCKINGER

Der Wiesentheider Gemeinderat favorisiert als Standort für den Bau einer neuen Kinderkrippe ein Areal in der Schießhausstraße.

Die Fläche der Gärtnerei Lang setzte sich mit elf zu sechs Stimmen durch; die Fraktion des Bürgerblocks war in der Sitzung am Donnerstagabend dagegen.

Näheres zu den Plänen soll mit Lang ausgelotet werden. Zunächst will die Gemeinde eine Untersuchung des Bodens in Auftrag geben, um festzustellen, ob eine Bebauung sinnvoll sei.

Bürgermeister Werner Knaier (CSU) präsentierte einen weiteren Gedanken: Die Gemeinde überlege, die Flächen im Anschluss langfristig mit zu erwerben. Hier stehen Glashäuser der Gärtnerei, die jetzt ausschließlich in ihrem neuen Betrieb im Westen Wiesentheids angesiedelt ist – mit Ausnahme der Verkaufsräume in der Alten Abtswinder Straße.

An der Schießhausstraße beziehungsweise an der Bahnlinie könnte auch ein Wohngebiet entstehen. Außerdem wäre der Bau einer Straße als Verbindung zur Alten Abtswinder Straße sinnvoll, so Knaier. Der neue Standort für eine Kinderkrippe habe sich jetzt erst ergeben.

Zeitverzögerung beklagt

Der Fraktionssprecher des Bürgerblocks, Michael Rückel, meinte zur Frage nach dem Standort, seine Fraktion habe sich „sehr gewundert, dass wieder ein neues Kaninchen aus dem Hut gezaubert wurde“. Rückel monierte unter anderem, dass die Gemeinde zu lange brauche, bis eine Entscheidung falle. „Wir könnten heute schon vom Rohbau reden und würden nicht herumeiern.“

Bis überhaupt in der Schießhausstraße gebaut werden könne, zögen zwei Jahre ins Land, gab er zu bedenken. Es gelte, dort einen Bebauungsplan zu erstellen und die Erschließung zu machen. Zudem wisse man nicht, ob im Erdreich Altlasten von einer dort bis Anfang der siebziger Jahre stehenden und abgebrannten Parkettfabrik bestünden. Etwa 600 000 Euro mehr würde das Ganze kosten als ein Bau der Kinderkrippe in der Kolpingstraße.

Bürgermeister Knaier entgegnete, dass er nicht „zum Zaubern, sondern zum Lösen von Problemen“ da sei. Einen Bebauungsplan für die Flächen der Familie Lang zu erstellen, sei im Zuge einer Ortsabrundung nicht so schwierig. Er wolle 2017 mit dem Bau der Krippe beginnen.

Fakt ist, dass der Markt laut amtlichen Vorgaben 18 Krippenplätze und 19 Plätze im Kindergartenbereich braucht. Zwei neue Gruppen für die Krippe sowie eine für die Kindergarten wären also einzurichten. Pläne für eine Lösung müssen bis Ende des Jahres bei der Regierung eingereicht werden, um an Zuwendungen zu gelangen.

Bürgerblock für Kolpingstraße

Bislang waren im Gemeinderat ein Anbau im Bereich des Kindergartens an der Kolpingstraße oder ein Neubau am Lindachsgraben im Gespräch. Bei letzterem habe sich jedoch ergeben, dass ein Grundbesitzer doch nicht zum Verkauf bereit sei. Der Bürgerblock plädierte vehement für den Neubau in der Kolpingstraße, auf dem Mehrgenerationenplatz, der eh nur Stückwerk sei und wenig frequentiert werde.

Dem hielt nicht nur Ratsmitglied und Jugendreferent Andreas Laudenbach entgegen: In der Freizeitfläche sieht er den „schönsten Platz, den wir in den letzten 20 Jahren im Ort geschaffen haben“. Ein neuer Standort sei sinnvoll für die Zukunft, auch weil er Möglichkeit eines weiteren Anbaus biete, die in der Kolpingstraße kaum gegeben sei. Ratskollege Stefan Möhringer (CSU) bezeichnet den Standort an der Schießhausstraße als die „Top-Lösung“.

Das sei eine ideale Abrundung, zumal der Synergie-Effekt mit einem Wohnland im Raum stehe. Sein Kollege Otto Hünnerkopf sah im Lang-Areal nicht nur eine Situation, die man prüfen müsse. Für die Familie Lang und für die Gemeinde sei es „eine Herausforderung, wie wir die Fläche nutzen“.

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