SCHWARZACH

Kindergartenanbau schluckt Spielplatz

In Schwarzach am Main gibt es einen Babyboom. Die Folge: Es fehlen Krippenplätze. Die sollen jetzt geschaffen werden, allerdings muss ein Spielplatz dem Anbau weichen.
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Aufgrund der hohen Geburtenrate in Schwarzach soll der Kindergarten in Münsterschwarzach erweitert werden. Der Spielplatz an der Grenze zum Kindergarten fällt dem Projekt zum Opfer. Foto: Foto: Peter Pfannes

In Schwarzach am Main kommen zurzeit so viele Kinder auf die Welt, wie seit Jahren nicht mehr. Der momentane Babyboom macht weitere Kinderkrippenplätze erforderlich, die im Kindergarten St. Felizitas in Münsterschwarzach entstehen sollen. Dort will die Gemeinde aufgrund ihrer gesetzlichen Verpflichtung Platz für 111 Kinder schaffen.

In der Sitzung des Gemeinderats Schwarzach am Dienstag war der Ratssaal mit Menschen ge(über)füllt. „Wir brauchen dringend Platz für unsere Kinder. Im Dezember gehen bereits zwei Notgruppen an den Start“, sagte Bürgermeister Volker Schmitt. Über 40 Bürger interessierten sich an diesem Abend für das Geschehen im Sitzungssaal. „Ich kann mich nicht erinnern, dass so viele Bürger in einer Gemeinderatssitzung anwesend waren“, wandte sich das Gemeindeoberhaupt an die Zuhörer, die auch wegen anderer Themen geklommen waren. Geplant ist ein Erweiterungsbau in der Größenordnung des Bestands in Richtung Osten. Nachteil der Kindergartenerweiterung: Der öffentliche Spielplatz in unmittelbarer Nachbarschaft des Kindergartens fiele dem Neubau zum Opfer. Laut Bürgermeister Schmitt könnte ein Alternativspielplatz auf einem freien Bauplatz in Münsterschwarzach entstehen.

Barrierefreier Eingang und drei Krippengruppen

Die Baukosten für das Projekt belaufen sich laut Rudy Laatsch vom Wiesentheider Ingenieurbüro Brändlein auf rund 1,7 Millionen Euro.

Der Planer stellte die detaillierte Entwurfsplanung vor. Der neue eingeschossige Bereich beherbergt künftig drei Krippengruppen. Der aktuelle Eingangsbereich soll in der Mitte zwischen Alt- und Neubau installiert werden, der alte fällt weg. Der Eingang soll als Rampe barrierefrei gestaltet werden. Ziel ist es laut Laatsch, alle sechs Kindergarten- und -krippengruppen auf einer Ebene zu haben.

Auf dem bisherigen Spielplatz hat der Planer einige Parkplätze für das Kindergartenpersonal eingeplant. An der Sonnenstraße sollen weitere Parkflächen für die Fahrzeuge der Eltern geschaffen werden, um die dort beengte Parksituation zu entschärfen. Personalräume und eine Behinderten-Toilette sollen im Untergeschoss entstehen. Die Gruppe, die aktuell im Keller untergebracht ist, wandert einen Stockwerk nach oben. Die Dächer der Gebäude möchte Laatsch begrünen. Mit der Regierung von Unterfranken hat Schmitt bereits einen Ortstermin vereinbart, um die exakten Förderungsmöglichkeiten abzuklären.

Nicht alle für einen Anbau

Nicht alle Ratsmitglieder waren mit einem Anbau einverstanden. Hartmut Ratz regte an, den Kindergarten nicht zu erweitern, sondern auf dem bestehenden Gebäude ein weiteres Stockwerk zu errichten. „Da würden wir viel Fläche auf dem Grundstück einsparen“, so das Ratsmitglied. Vorteil: Der gut angenommene Spielplatz könnte erhalten bleiben. „Barrierrefrei habe mehr Sinn und wir stehen zeitlich schon etwas unter Druck“, antwortete Bürgermeister Schmitt. Das Erweiterungskonzept sei bereits mit dem Landratsamt Kitzingen und den Verantwortlichen des Kindergartens abgesprochen.

Bei drei Gegenstimmen befürwortete das Ratsgremium die Entwurfsplanung des Ingenieurbüros.

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