GROSSLANGHEIM

Keine Angst vor großen Brocken

Großlangheim steht gut da und das soll auch so bleiben, hieß es in der letzten Sitzung des Gemeinderates in diesem Jahr.
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Da fehlt doch 'was . . .
(hhe) Da staunte unser Fotograf nicht schlecht, als ihm die Fassade des Großlangheimer Rathauses dieser Tage ins Auge stach. „Rathau“ ist dort seit geraumer Zeit zu lesen. Ist an dem Schriftzug einfach nur etwas kaputt gegangen und hat die Marktgemeinde kein Geld für eine Reparatur? Das ist wohl nicht anzunehmen – angesichts der überaus ordentlichen Finanzlage, die dort herrscht. Auch ein Faschingsscherz würde nicht in den Hochsommer passen. So bleibt das Rätsel ungelöst. Foto: Foto: HARTMUT HESS

Zu Beginn der Jahresschlusssitzung des Großlangheimer Marktgemeinderats am Mittwochabend verteilte Bürgermeister Karl Höchner Halstücher an das Ratskollegium: „Damit im kommenden Jahr keine Halsbeschwerden auftreten, da wir größere Brocken zu schlucken haben“. Auf sie ging der Bürgermeister im Rück- und Ausblick ein, der in der letzten Ratssitzung des Jahres zur Tagesordnung gehört.

An erster Stelle steht da die Erweiterung des Kindergartens: Eine weitere Krippengruppe ist nötig, im ehemaligen Schalterraum der Raiffeisenbank zieht eine Kindergartengruppe ein und im Obergeschoss des Josefsstifts bezieht der Kindergarten Räume. „Die komplette Renovierung des Josefsstifts war uns schon immer ein Anliegen“, sagte Höchner zu diesem Thema. Auf der Agenda für 2017 steht auch der dritte Abschnitt im Baugebiet Viehtrieb. „Wir werden auch in den kommenden Jahren eine maßvolle Investitionspolitik betreiben, um die Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu erhalten und dabei zielorientiert vorgehen“, versprach der Bürgermeister.

In einem Rückblick bezog sich Bürgermeister Höchner auf Aussagen aus der überörtlichen Rechnungsprüfung in den Jahren 2014/15, in denen die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse als „sehr gut“ bezeichnet wurden. Nach wie vor sei die Gemeinde schuldenfrei. Die Grund- und Gewerbesteuern liegen weit unter dem Landesdurchschnitt. Die hohe Summe bei den Grundstückskäufen erklärte Höchner mit dem Kauf von Flächen des Bundes im Wald. „Und somit ist nun, abgesehen von einigen kleineren privaten Anteilen, der gesamte Langemer Wald in Gemeindehand.“

Er bedankte sich bei den Mitbürgern, Vereinen, seinen Ratskollegen, den Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft und des Bauhofs für den Einsatz für die Dorfgemeinschaft. Besonders hob er dabei das zunehmende Engagement für ältere Mitbürger hervor.

Der Dank der Gemeinde an den Bürgermeister kam von dessen Stellvertreterin Heike Sterk, die auf viel Vorarbeit verwies: „Da muss manchmal eine Fülle von Texten durchgearbeitet werden.“ Mit Blick auf die Projekte 2017 meinte die zweite Bürgermeisterin, dass mit dem Schrumpfen von Rücklagen zu rechnen sei, „denn das Wohl der Gemeinde steht weiterhin an erster Stelle“.

Weitere Themen im Rat

• Dem Rat lag die geplante Änderung des Bebauungsplans der Stadt Kitzingen für den Connect-Technologiepark vor. Dabei geht es um die Unterstützung der baulichen Entwicklung, die Anforderungen an die Grundstückszuschnitte, das städtebauliche Konzept und Vorhaben zur Optimierung. Für Großlangheim ist dabei die Verkehrsanbindung am östlichen Ausgang des Technologieparks interessant. Im Rat wurden Befürchtungen laut, dass durch das Logistikzentrum diese Ein- und Ausfahrt vermehrt genutzt wird. Zur Änderung des Bebauungsplans gab der Rat keine Stellungnahme ab.

• Zur diesjährigen Ferienpassaktion der VG Großlangheim gab der Bürgermeister bekannt, dass bei den ungedeckten Ausgaben von 3596 Euro für Großlangheim ein Betrag von 1019 Euro anfiel. Höchner dankte allen Vereinen und Privatpersonen, die für die Kinder ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt hatten.

• Keine Beanstandungen gab es durch die örtliche Rechnungsprüfung für das Jahr 2015, das mit einer Summe von 3 552 567 Euro in den Einnahmen und Ausgaben abschloss.

• Zum Schluss gab es weitere zwei erfreuliche Mitteilungen: Die Sparkassenstiftung stellte 1500 Euro für den Kauf einer Tischtennisplatte zur Verfügung. Und nach etlichen Anläufen und Anfragen in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Gremien erhielt die Gemeinde nun die Nachricht vom Würzburger Amt für ländliche Entwicklung, dass das ehemalige Anwesen Hofmockel in der Kirchgasse abgerissen und somit die Verkehrssituation verbessert werden kann.

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