Geiselwind

Kataklysm in Geiselwind

Knapp 1000 Fans feierten Kataklysm und andere Death Metal Größen in der Geiselwinder Music-Hall. Hier gibt es ein paar Einblicke in das Konzert.
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Kataklysm Konzertfoto
Foto: Michael Bauer

Runter gestimmte Gitarren, brutale Riffs und tiefes Grunzen – Grüß Gott beim Death Metal. Hört sich simpel an, ist es aber nicht. Vorausgesetzt, die Herrschaften haben’s drauf. Haben sie! Solch geballte Qualität hat’s selten in der Geiselwinder Music-Hall, wenn eines der härtesten Metal-Genres Station macht in dem altehrwürdigen Gemäuer – das ins Wackeln kommt bei so viel Bass, bei so viel Bums. Aborted, Septicflesch und Kataklysm – da haben drei feine Bands aus dem toten Winkel der Rockmusic zueinander gefunden.

Kataklysm sind ein Mysterium. Der zart angethrashte Death Metal der Kanadier hat sich nie auch nur einen Millimeter zu viel dem Mainstream genähert. Die Jungs um Saitenteufel Jean Francois Dagenais brauchen keine avangardistischen Jazz-Ausflüge der Marke Opeth, keine übertrieben eingängigen Refrains der Marke In Flames. Dieser exakt akzentuierte Hauch an Melodie neben famoser handwerklicher Qualität reicht der nun seit 25 Jahren werkelnden Band, um sich einen besonderen Status in der Szene erarbeitet zu haben. Kein Wunder, dass die Vier bei mittelgroßen Festivals längst Headliner-Status haben.


In Geiselwind hauen sie einen atemberaubenden Best-of-Set raus. Neues wie „Breaching the Asylum“ oder „The Black Sheep“ hat das Zeug, sich in Gassenhauer wie „Where the Enemy sleeps“ oder „Crippled and Broken“ einzureihen. Erstmals auf dieser Tour spielen sie „Open Scars“. Und im Zugabenteil selbstverständlich „Iron Will“ und „Elevate“. Ein ganz starkes Stück Death Metal.

Doch die knapp 1000 Fans feiern die gut dreieinhalb Stunden nicht nur Kataklysm. Auch die belgische Death-Grind-Legende Aborted mischt die Music Hall tüchtig auf. Und die Griechen von Septicflesh lassen sich ebenfalls nicht lumpen. Sie brechen ihren kompromisslosen Death Metal immer wieder auf mit atonalen Sequenzen, um dann beinahe in Gothic-Rock-ähnliche Melodiebögen abzudriften: eine hypnotische Mischung, für die Spiros Antoniou am Mikrophon genau der richtige ist mit seinen sonoren Growls.

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