Eibelstadt
Multimedia

Junge Filmemacher aus Eibelstadt drehen auf

Sie sind alle noch Teenager, ihre Videos aber sind professionell und spektakulär geschnitten: "Eibelstadt Aktuell" ist das Projekt von Max Kuhbandner und seinen Freunden. Im Mittelpunkt: Eibelstadt, die Feuerwehr - und jede Menge Drama.
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Mittendrin statt nur dabei: Ferdinand Schramm, Maximilian Kuhbandner und Fabian Retsch. Foto: Oliver Weidner - Phototeam.eu
Mittendrin statt nur dabei: Ferdinand Schramm, Maximilian Kuhbandner und Fabian Retsch. Foto: Oliver Weidner - Phototeam.eu
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Die Schaltzentrale liegt im Obergeschoss. Im Kinderzimmer. Maximilian Kuhbandner sagt "Studio" dazu. Das ist es auch, sieht man vom Bett in der Ecke einmal ab. Zwei Flachbildschirme, ein weißer, großflächiger Schreibtisch, Mikrofone und Kameras stehen in der Ecke. Dazwischen sitzt Max Kuhbandner, 17 Jahre jung, Realschul-Absolvent. Ein Teenager. Und ein absoluter Medien-Profi, im Auftreten, in der Qualität der Arbeit. "Wenn ich etwas anpacke, will ich es auch richtig machen", sagt er.

Seine Begabung am Schnittprogramm und vor dem Mikrofon ist beeindruckend, ein Allround-Talent, ungewöhnlich in der Branche, in diesem Alter erst recht. "Ich wollte schon immer Moderator werden und habe bestimmt die Hälfte meines Lebens an Videoschnittprogrammen verbracht", sagt er. Und man sieht es. Etwa bei einem Clip über die Übung der Freiwilligen Feuerwehr in Eibelstadt aus dem Jahr 2011.

Wer Feuerwehrübungen kennt, weiß, dass dort meist erstmal nicht viel passiert. Ein filmisch schwer umzusetzender Stoff eben. Kuhbandner hat daraus ein dreiminütiges Action-Stakkato gemacht, mit ultraschnellen Schnitten, unterlegt mit elektronischer Musik (The Prodigy), ein treibender Beat, Bilder und Takt verschmelzen miteinander. "Den Leuten ist nachher die Kinnlade runtergeklappt", sagt er. Drei Minuten ist das Video lang, für den Schnitt hat er Wochen gebraucht - eine kleinteilige Fiesel-Arbeit. "Aber es sollte eben so gut wie möglich werden", sagt Kuhbandner.

Jetzt, etwa sechs Monate nach dem Dreh, hat er schon wieder etliche Stellen gefunden, die er heute anders umsetzen würde. Es ist eben ein ständiger Entwicklungsprozess. Aber, sehen Sie selbst:
 

 


Gemeinsam mit seinen Freunden, keiner von ihnen ist volljährig, sendet Kuhbandner seit drei Jahren aus seinem Zimmer in Eibelstadt. Angefangen hatte es im Jahr 2009, 14 Jahre waren sie damals alt und in der Jugendfeuerwehr aktiv. Das erste Video: eine Übung, natürlich. "Wir wurden schon etwas schief angeschaut, vielleicht verständlich, wenn Kinder plötzlich mit Kamera und Mikro herumlaufen", sagt Kuhbandner.

Mittlerweile sei das anders, sie werden akzeptiert, auch, weil die Menschen sehen, dass ihre Arbeit Hand und Fuß hat. "Unsere Leistungen sind professionell, die Bezahlung aber nicht. Was wir verdienen, ist Ruhm und Erfahrung, mehr nicht", sagt Kuhbandner. "Eibelstadt aktuell" ist noch ein rein privates Hobby-Projekt, erst mit 18 Jahren kann er ein Gewerbe anmelden: "Wenn wir etwas bekommen, dann meist eine kleine Aufwandsentschädigung in Form einer Spende." Davon leben kann freilich niemand, nicht mal die hochwertige, technische Ausrüstung finanzieren. "Klar, meine Eltern unterstützen mich, sonst wäre das auch gar nicht möglich. Selbst stecke ich aber auch jeden Cent hinein."

War anfangs die Feuerwehr das große Thema, hat sich das Team nun breiter aufgestellt, mit Themen, die auch die Masse ansprechen. Etwa die Jubiläums-Serenade des Kreisorchester Würzburg.

 

Auch kleine Image-Filme gehören dazu. Inzwischen gibt es auch einen Veranstaltungskalender für Eibelstadt und Umgebung, den AKTU-Cal.

"Eibelstadt aktuell" ist der große gemeinsame Nenner der Freunde, doch irgendwann wird es die meisten woanders hinziehen, beruflich, familiär, zumindest für eine Übergangsphase. Auch Kuhbandner will Eibelstadt verlassen, für eine Ausbildung oder ein Studium, was genau es sein wird, weiß er auch noch nicht.

Was dann aus "Eibelstadt aktuell" wird, ist unklar. "Ich kann nicht ausschließen, das Projekt irgendwann begraben zu müssen", sagt er, schulterzuckend. Glücklich wirkt er dabei nicht. Vielleicht muss es so sein. Die Entwicklung geht weiter - persönlich und beruflich.

Dann wird es vielleicht die große Bühne oder das große Studio. Und nicht mehr das Kinderzimmer unter'm Dach.

"Eibelstadt aktuell" sendet praktisch auf allen "Kanälen": Auf der Homepage ( www.eibelstadt-aktuell.de), über Facebook (www.facebook.com/Eibelstadt Aktuell), via Twitter (www.twitter.com/EibAktuell), auf YouTube (www.youtube.com/ technickservice) oder Vimeo (www.vimeo.com/channels/ 314975).

Das Team besteht aus Maximilian Kuhbandner (Chef), Alexander Wagner, Ferdinand Schramm, Luca Schätzlein, Joel Geißler.

Kontaktaufnahme per Email an: info@eibelstadt-aktuell.de oder via Telefon unter 09303/ 9843803.
 

 

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