Kitzingen

Joggen statt grasen – ob's klappt?

Kitzingen Alle Jahre wieder. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Die Redaktion dieser Zeitung setzt sich Jahr für Jahr ein hehres Fastenziel. Dieses Jahr macht da keine Ausnahme. 40 Tage Verzicht liegen vor jedem von uns. 40 Tage der Opferbereitschaft.
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Wem drücken Sie die Daumen? Ralf Dieter hat sich - wieder mal - vorgenommen, Sport zu treiben, Nina Grötsch will auf Kohlenhydrate verzichten, Diana Fuchs versucht, sich ausschließlich von regionalen Produkten zu ernähren, und Daniela Röllinger will nichts Süßes essen.
Kitzingen

Alle Jahre wieder. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Die Redaktion dieser Zeitung setzt sich Jahr für Jahr ein hehres Fastenziel. Dieses Jahr macht da keine Ausnahme. 40 Tage Verzicht liegen vor jedem von uns. 40 Tage der Opferbereitschaft. Und 40 Tage voller Selbsterkenntnisse. Jeden Mittwoch halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden (und natürlich auf www.infranken.de sowie auf facebook: Die Kitzinger).

Daniela Röllinger:

Die Diskussionen gingen schon vor dem Start los. „Nichts Süßes“ ist mein Fastenmotto. Was für mich bedeutet, dass ich auf Schokolade, Gummibärchen, sonstiges Naschzeug, Kuchen und Gebäck verzichte. Und auf Nutella zum Frühstück. Auf Marmelade nicht. Die brauch‘ ich am Morgen, genauso wie die Tasse Kaffee. Kollegin Fuchs hat Einspruch erhoben. Marmelade sei auch süß und damit für mich verboten, hat sie gesagt. Aber was ist dann mit dem Fruchtzucker im Apfel und der Banane? Ist ein Pfannkuchen süß, auch wenn gar kein Zucker drin ist? Darf Süßstoff sein? Oje. Ich dachte, „nichts Süßes“ sei eine ganz einfache Sache und hatte dabei ganz vergessen, dass die Kollegin mit Argusaugen darüber wacht, dass wir unsere Vorsätze einhalten… Vielleicht ist sie etwas gnädiger, wenn ich einen zweiten Fasten-Vorsatz anhänge. Ich verzichte aufs Grasen. Als ich kürzlich eine Ernährungsberaterin interviewte, musste ich nämlich feststellen, dass ich das sehr oft mache: Ich esse über den ganzen Tag verteilt nebenher vor mich hin. Wie eine Kuh auf der Weide. „Grasing“ nennen die Fachleute das. Ich, eine Kuh? Von dem Image muss ich weg und zwar so schnell wie möglich. Gut, dass jetzt Fastenzeit ist.

Ralf Dieter:

Konstanz ist genau mein Ding. Und damit meine ich nicht die Stadt am Bodensee. Obwohl die auch ganz schön sein soll. Konstanz kommt vom lateinischen constantia und das bedeutet so viel wie Beständigkeit, Beharrlichkeit und Charakterfestigkeit. (Natürlich habe ich das gegoogelt. Meine Schulzeit ist so weit entfernt wie mein schlanker Oberkörper). Wie auch immer: Ich werde mich auch in diesem Jahr dem Thema Sport widmen. In der Theorie auf jeden Fall (die Olympischen Winterspiele laufen ja schon) und in der Praxis sicher auch. Ein paar Sportschuhe habe ich noch im Keller gefunden, einen schicken Sportdress auch. Fehlt nur noch die Beharrlichkeit. Und ein fester Charakter.

Nina Grötsch:

Warum mache ich eigentlich mit? Zur guten Stimmung trägt die alljährliche Fastenaktion in der Redaktion schließlich schon mal nicht bei. Vermutlich also deshalb, weil es sich gemeinsam besser leidet als alleine. Und das macht Hoffnung! Im Januar hatte ich mir das Ziel „Low Carb“ nämlich schon einmal gesteckt. Mein Neujahrsvorsatz hielt genau 15 Tage. Zu viele Verführungen, zu wenig strenge Aufpasser. Dann kam mir ein Vorfall aus dem letzten Jahr in Erinnerung. Da habe ich in der Fastenzeit darauf verzichtet, unnützes Geld auszugeben. Als ich in der Innenstadt in der Nähe eines Schaufensters nur etwas langsamer geworden war, hörte ich plötzlich die ermahnende Stimme eines Lesers: „Frau Grötsch, Sie werden doch nicht….“ Natürlich nicht! Und das werde ich auch diesmal nicht! Bis Ostern verzichte ich auf Brot, Nudeln, Kartoffeln und andere kohlenhydratreiche Leckereien! Je mehr davon wissen, desto besser...

Diana Fuchs:

Ja is‘ denn heut‘ schon Fastenzeit? Herrje, grad war doch noch Weihnachten. Da hätte ich mir von den Kollegen wünschen sollen, dass die Redaktion heuer – wenn schon Verzicht – auf die Fastenaktion verzichtet. Mir hängt die vom letzten Jahr noch nach. Plastikverzicht – puh, nervenaufreibende Sache. Aber gut: Ein bisschen was Positives für die Umwelt hat das knallharte Kunststoff-Knausern auch langfristig gebracht. Nur ab und zu siegen Hektik oder Bequemlichkeit und ich nehm‘ halt schnell was Abgepacktes für ein Ratzfatz-fertig-Abendessen mit heim. Aber Obst stecke ich längst nicht mehr in Plastiktütchen – und eingeschweißtes kauf‘ ich gar nicht. Die Öko-Kiste bekomm‘ ich nach wie vor jede Woche – und ich hoffe, dass diese Tatsache mir auch heuer in der Fastenzeit hilft. Diesmal lautet die Herausforderung: Nur regionale Produkte konsumieren. Na dann: Prost auf Frankensekt und (nicht mehr ganz) frische Äpfel.

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