KITZINGEN

Januar 2017: Kaltstart ins neue Jahr

Mit einer Durchschnittstemperatur von minus 2,7 hat das Jahr 2017 einen echten Kaltstart hingelegt. 28 Frosttage, davon zwölf Eistage gibt es nicht sehr oft.
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Ob der Frost im Januar dem Wintergetreide geschadet hat, kann man jetzt noch nicht genau sagen. Klar ist, wo Schnee die Pflanzen geschützt hat, halten sich die Schäden normalerweise in Grenzen. FOTO: Günter Streit Foto: Günter Streit
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Mit einer Durchschnittstemperatur von minus 2,7 Grad hat das Jahr 2017 einen echten Kaltstart hingelegt. Mit 28 Frosttagen - davon zwölf Eistagen, an denen die Temperaturen nicht über null Grad gingen - hat sich der Januar seit langem wieder einmal als ein richtiger Wintermonat gezeigt.

Fast immer unter Null

Der erste Monat des Jahres bringt es bei uns im Schnitt auf minus 0,1 Grad. Der Januar 2017 lag fast durchgehend darunter. Nur an den beiden letzten Tagen haben die Temperaturen ins Plus gedreht.

Bis minus 14,5 Grad

„Das war wieder mal ein g'scheiter Winter“, sagt Thomas Karl. Der Pflanzenschutzexperte, der am Amt für Landwirtschaft in Kitzingen für die Wetteraufzeichnungen zuständig ist, hat die höchste Temperatur am 13. Januar mit sechs Grad plus gemessen. Richtig in den Keller gingen die Temperaturen um Dreikönig. Am 7. Januar hat er nach einer klaren Nacht in der Mainbernheimer Straße in Kitzingen minus 14,5 Grad abgelesen.

Schon lange nicht mehr

Karl kann sich nicht erinnern, wann zuletzt ein Januar 28 Frost- und zwölf Eistage gebracht hat. In den vergangenen Jahren jedenfalls nicht. Da gab es 2016 im Januar sechs Eistage. 2015 einen und 2014 lag kein Tag durchgehend im Minusbereich. Bei den Frosttagen, an denen das Thermometer tagsüber ins Plus drehen darf, hat er 2016 genau 16 registriert, 2015 zwölf und 2014 elf.

Richtig kalt

„Ein richtig kalter Januar“, wie Karl sagt. Aber er erinnert an 2012. Das kam die Kältewelle erst im Februar. Und sie kratzte auch in unserer Gegend an der Minus-20-Grad-Grenze – mit gravierenden Folgen für Landwirte und Winzer. Auch mit Blick auf Vorhersagen über mögliche eiskalte Windströmungen aus Sibirien in den nächsten Tagen sagt Karl: „Der Winter ist noch nicht vorbei, wir sind noch nicht durch.“

Wenig Niederschläge

Mit dem Januar schon. Der hat neben viel Kälte wenig Niederschläge gebracht und die meist in Form von Schnee. Gerade mal 15 Liter hat Karl am Ende aus dem Messbecher geholt. Im Schnitt sind es im Januar 39 Liter – macht 24 Liter oder 60 Prozent weniger. Es gab zwölf Tage mit Niederschlägen, an sieben mehr als einen Millimeter. Nur am Ende brachte der 30. Januar mit 4,5 Litern pro Quadratmeter spürbaren Regen – und Glatteis.

Viel Sonne

Dem Minus bei den Niederschlägen steht ein Plus bei den Sonnenstunden gegenüber. 80 Stunden sind ungefähr doppelt so viel wie im Durchschnitt. Allerdings gab es 2009 mit 90 Stunden noch mehr. Es hat aber auch schon Jahre gegeben, in denen 20 nicht erreicht wurden.

Zu früh für Prognosen

Und die Auswirkungen draußen? Richtiger Frost im Januar schadet erst mal nicht, sondern ist eher gut für die Bodenstruktur und hält das Ungeziefer in Schach. Allerdings hat Karl bei Schwarzenau Felder mit Wintergerste gesehen, die nicht so gut aussahen. Leichte Schäden, so Karl, seien vor allem auf Flächen nicht auszuschließen, auf denen die Pflanzen nicht durch eine Schneedecke vor dem Frost geschützt waren.

Aber für Prognosen sei es jetzt noch zu früh. Zumal die Geschichte mit Sibirien noch im Anmarsch sein könnte.

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