IPHOFEN

Iphofen richtet Apartment für Rad-Touristen ein

Die Stadt Iphofen fördert den Rad-Tourismus: Ein mobiles Apartment wird aufgestellt - mit vier Schlafplätzen, einen Wohnraum und einen Sanitärbereich mit Dusche.
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Der Wohnmobilstellplatz in Iphofen mit dem Parkplatz für Pkw nahe des Einersheimer Tores. Nach der Stadtratssitzung am Montag steht die Erneuerung der Stellplätze erneut auf dem Prüfstand. Immerhin entschloss sich das Gremium zum Kauf des Radapartments. Foto: Foto: Timo Lechner

Iphofen bekommt ein Radapartment. Das wurde in der Sitzung des Stadtrates beschlossen. Das mobile, in Komplettbauweise aus Holz erstellte Apartment soll auf 25 Quadratmetern vier Schlafplätze, einen Wohnraum mit Tischgruppe und Küchenzeile, einen Sanitärbereich mit Dusche sowie getrennte Toilette, eine Terrasse sowie eine abschließbare Fahrradbox enthalten. Es ist das Produkt der Zusammenarbeit mit dem über das Leader-Programm geförderte Netzwerk Forst und Holz Unterfranken, zu dem auch Iphofen gehört.

Die Stadt erhält das Apartment, das erstmals im Mai vergangenen Jahres auf der Landesgartenschau in Alzenau präsentiert wurde: Rund 20 000 Euro kostet die Anschaffung.

Verschiedene Iphöfer Hotel- und Gaststättenbetreiber hatten sich nach einer Umfrage von Claudia Bellanti, Leiterin der Tourist Information, an der Bewirtschaftung des Apartments interessiert gezeigt. Nach dem Erwerb soll eine Ausschreibung erfolgen, um einen Pächter zu suchen.

Radtourismus liegt voll im Trend. Bürgermeister Josef Mend (Freie Wähler) erwartet sich wertvolle Impulse für Iphofen und sieht eine gute Ergänzung zum Bettenangebot. Der günstige Anschaffungspreis und die Bereitschaft von Iphöfer Gastronomen, sich um den Wohncontainer zu sorgen, sei ein zusätzlicher Kaufanreiz. Das sah dritter Bürgermeister Jörg Schanow anders. „Das Apartment gleicht eher einer Baracke“, so der CSU-Stadtrat. Außerdem frage er sich, warum die Stadt es kaufen sollte, während sich die potenziellen Pächter einhellig dafür aussprechen, dass sie das Gebäude nie kaufen würden.

Als Standort einigte man sich auf einer Freifläche bei der Wallanlage am Einersheimer Tor nahe dem Parkplatz, wo Gartenflächen derzeit nicht verpachtet sind. Ursprünglich war im Gespräch, das Apartment direkt auf dem Parkplatz mit Wohnmobilstellplatz vor dem Einersheimer Tor unterzubringen, über dessen Umgestaltung erst in der Sitzung des Bauausschusses eine Woche vorher abgestimmt worden war.

In der Sitzung des Stadtrats überraschte CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Brehm mit einer harschen Kritik am Stellplatz und outete sich als Wohnmobilist: „Ich würde mich da niemals hinstellen“, sagte Brehm und führte aus, dass an dieser Stelle generell zu viel Verkehr herrsche, die Parzellen zu eng seien und diese auch noch ungünstig angeordnet seien. Überrascht von dieser erneuten Grundsatzfrage las Mend noch einmal sämtliche Alternativen vor, die in vorangegangenen Sitzungen bereits zum Standort des Wohnmobilstellplatzes besprochen worden waren, entfachte damit aber eine erneute Diskussion. Der Bürgermeister bat noch einmal sämtliche Fraktionen, sich zu einer einhelligen Meinung zu äußern.

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