Iphofen
Sanierung

Iphöfer sind schon der Baustellen überdrüssig

In Iphofen beschweren sich manche Bürger über die vielen Baustellen in der Altstadt. Schon jetzt. Dabei müssen sie noch viel Geduld haben.
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Soll die Stadt in der Gampfertsgasse eine "Rollator-Bahn" wie entlang des Marktplatzes bauen? Noch ist nichts entschieden.  Foto: Sabine Paulus
Soll die Stadt in der Gampfertsgasse eine "Rollator-Bahn" wie entlang des Marktplatzes bauen? Noch ist nichts entschieden. Foto: Sabine Paulus
Wegen der Baustellen in der Altstadt müssen die Iphöfer Umwege nehmen. Senioren tun sich auf dem Pflaster schwer. Soll die Stadt 88.000 Euro in die Hand nehmen, um die Gampfertsgasse gehfreundlicher zu machen?


Die größte Baustelle ist der Umbau und die Generalsanierung des Dienstleistungszentrums. Aber auch die Ludwigsbrücke ist schon lange für eine Sanierung gesperrt.


Weil Archäologen im Unterbau der Brücke Interessantes dokumentiert haben und der Boden auch für die Planer einige Überraschungen bot, wird sich diese Maßnahme bis ins Frühjahr hinziehen.


Solange im Bereich der Ludwigsbrücke die Bagger das Regiment führen, weichen die Fußgänger auf andere Wege aus.


Wer von der südlichen Altstadt in Richtung Marktplatz gehen will, benutzt die Gampfertsgasse. Dort ist das Pflaster unruhig und die Treppenstufen sind kaum mit einem Rollator zu erklimmen, noch weniger, wenn er mit Einkäufen gefüllt ist.

Von Stadtrat Walter Schubert (SPD) lag dem Bauausschuss in seiner Sitzung am Montag ein Antrag vor, eine gehfreundliche Pflasterrampe in der Gasse zu bauen. Bürgermeister Josef Mend (FWG) stellte kurz die drei baulichen Varianten vor. Bei der teuersten würde die ganze 110 Meter lange und knapp drei Meter breite Gasse gehfreundlich gepflastert. Das würde 88 000 Euro kosten.
Ein 90 Zentimeter breiter Pflasterstreifen würde 20.000 Euro kosten. Und ein Streifen lediglich auf den Stufen käme 6000 Euro teuer.


Einige Bauausschussmitglieder hielten eine gepflasterte Rampe auf den Stufen für gefährlich, weil die Steigung hier 16 Prozent beträgt.


Andere Mitglieder des Gremiums stöhnten gleich bei der Nennung der Summen auf. Zumal sie zuvor erfahren hatten, dass die Sanierung des evangelischen Gemeindehauses in Dornheim um 42.000 Euro teurer werden könnte. Deswegen beschlossen sie, noch keine Entscheidung zu treffen. "Die Situation in der Gampfertsgasse soll sich jeder erst mal anschauen, bevor wir weiter überlegen", riet Bürgermeister Mend.

Das Projekt in Dornheim wird voraussichtlich kostspieliger, weil die archäologische Sammlung von Karl Alt nicht auf einem Stockwerk - wie ursprünglich geplant - unterzubringen ist. Die Prähistorikerin Dr. Margarete Klein-Pfeuffer kümmert sich darum, dass die Sammlung vom Fischhof in das Gemeindehaus umziehen und dort ansprechend präsentiert werden kann. In der Bauausschuss-Sitzung sagte Klein-Pfeuffer, sie habe festgestellt, dass sie für die gesammelten Stücke, die sie in vier Themen-Bereiche gliedern will, auch noch das Dachgeschoss brauche. Drei Abteilungen will Klein-Pfeuffer im ersten Stock auf 72 Quadratmetern ausstellen. Für die steinzeitlichen Artefakte und das Magazin braucht sie die 40 Quadratmeter des Dachgeschosses.


"Aus konservatorischer Sicht sehe ich keine andere Möglichkeit. Bedenken Sie, die Sammlung ist überregional bedeutend", sagte die Dornheimer Wissenschaftlerin zu den Stadträten.


Das Gemeindehaus unterhalb der evangelischen Kirche, ein ehemaliges Schulhaus von 1868, lässt die Stadt Iphofen zusammen mit der Landeskirche renovieren. Im Erdgeschoss sind kirchlich genutzte Räume.
Es gab eine lange Diskussion, wie sinnvoll die zusätzliche Investition von 42.000 Euro für einen neuen Dachstuhl ist und ob es wirklich notwendig ist, für Faustkeile und Klingen noch einen weiteren Ausstellungsraum im Dachgeschoss herzurichten. Schließlich rang sich das Gremium zu einem positiven Beschluss durch. Otto Kolesch (SPD) stimmte dagegen.
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