RÖDELSEE

Ingenieurbüro muss für Schäden aufkommen

Nach jahrelangem Streit um Straßenschäden im Baugebiet „Am Schlossberg“ in Rödelsee hat nun das Landgericht ein Urteil gesprochen. Seit 2009 wurde darüber gestritten.
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Ärger seit vielen Jahren: Bald ist im Rödelseer Baugebiet „Am Schlossberg“ das letzte Grundstück bebaut, doch die Senkungen in Straßen und Gehwegen sind noch nicht beseitigt. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Nach jahrelangem Streit um die Verantwortlichkeit für die Straßenschäden im Baugebiet „Am Schlossberg“ in Rödelsee hat nun das Landgericht Würzburg ein Urteil gesprochen und entschieden, dass das Ingenieurbüro die Kosten für die Beseitigung der Schäden tragen muss. Ob das Ingenieurbüro in Berufung geht, weiß die Gemeinde noch nicht.

In den Jahren 2004 und 2005 entstand das Baugebiet „Am Schlossberg“. Alsbald stellte die Gemeinde Mängel fest. „Seit 2009 sind wir am Streiten“, sagte Bürgermeister Burkhard Klein gegenüber dieser Redaktion. Es geht um Setzungen im Straßen- und Gehwegbereich. Die ausführende Baufirma ging in der Zwischenzeit insolvent.

Setzungen sind die Folge

Deswegen hielt sich die Gemeinde Rödelsee an das Würzburger Ingenieurbüro. Denn dieses hätte nach Ansicht der Gemeinde aufgrund der Bauüberwachung dafür sorgen müssen, dass beim Bau der Erschließungsstraße der Untergrund ordentlich nachverdichtet wird. Doch das Ingenieurbüro hätte auch vor Gericht nicht darlegen können, wie verdichtet worden sei. Laut Bürgermeister Klein sei das wiederverwendete Aushubmaterial dafür nämlich nicht geeignet gewesen. Die Folge: Setzungen. Acht Gutachten habe es insgesamt gegeben.

Jetzt hat das Landgericht in einem 38-seitigen Urteil entschieden, dass das Ingenieurbüro nicht nur für die bislang bekannten Schäden aufkommen muss, sondern auch für die nicht auszuschließenden weiteren Schäden. „Wir müssen an das ganze Baugebiet ran“, sagte Klein, denn vermutlich müsse die gesamte Straße gemacht werden. Und dann werde die bislang im Raum stehende Summe von 780 000 Euro von Sanierungs- und Verfahrenskosten noch einmal deutlich höher.

Zieht Gegenseite vors Oberlandesgericht?

Die Gemeinde würde es jetzt gut sein lassen, weswegen der Gemeinderat am Montag einverstanden war, schon verauslagte Kosten in Höhe von 30 000 Euro, zum Beispiel für die Bohrkernuntersuchung, einzuklagen. Doch Bürgermeister Klein vermutet, dass die Gegenseite vor das Oberlandesgericht ziehen wird.

Falls dies der Fall sein wird, wird die Gemeinde auf jeden Fall die augenscheinlichsten Mängel oberflächlich beheben, damit Stolperfallen beseitigt werden. Denn bis das Oberlandesgericht eine Entscheidung fällt, dürften weitere zwei Jahre ins Land ziehen.

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