Mainstockheim
Dreikönigstag

In Mainstockheim sind kleine Könige unterwegs

Über 25 Jungen und Mädchen verkleiden sich am Wochenende und verteilen in Mainstockheim ihre Segenswünsche. Und das für einen guten Zweck.
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Damit jedem seine Krone passt: Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung helfen den Kleinen in ihre Kostüme, setzen die Kronen auf, zupfen die Gewänder zurecht und verteilen Ketten mit leuchtenden Sternen. Dabei gehen die Kleinen ihre Lieder noch einmal im Kopf durch. Foto: Feiler
Damit jedem seine Krone passt: Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung helfen den Kleinen in ihre Kostüme, setzen die Kronen auf, zupfen die Gewänder zurecht und verteilen Ketten mit leuchtenden Sternen. Dabei gehen die Kleinen ihre Lieder noch einmal im Kopf durch. Foto: Feiler
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Immer mehr Kinder sammeln sich in den Gängen. Sie hängen ihre Jacken an der Gaderobe auf und gehen in das Klassenzimmer. Dort ist schon hektischer Betrieb. Es wird lauter. Die Kinder sind schon ganz aufgeregt. Trotz des Gewusels behalten die Erwachsenen den Überlick: Die Melchiors in diese Ecke, die Sternträger in die andere. Kronen gibt es hier. Auf den Tischen liegen bunte Kleider, alte Ministrantenkutten und goldenglänzende Papiersterne. Einige der Kleinen ziehen schon alleine ihre grünen und roten Gewänder an und setzen ihre Kronen auf. Manchmal muss aber dann doch ein Erwachsener helfen und den Stern am Stirnband fixieren oder die Papierkronen zusammenbasteln.


Segensprüche früher als sonst

Besonders wichtig sind die Kronen und die Sternen. Schließlich ist am 6. Januar Heilige Drei Könige. An diesem Tag ziehen die Kleinen als Caspar, Melchior und Balthasar mit Kreide durch die einzelnen Ortschaften, klingeln an den Türen, singen Lieder und schreiben den Segensspruch an die Haustüren.

Dieses Jahr ziehen die bunt gekleideten Kinder nicht erst am 6. Januar von Haus zu Haus. Bereits gestern trafen sie sich im Gebäude der Volksschule in Mainstockheim. Auch heute verteilen die Grundschüler die Segenswünsche. Begleitet werden sie dabei von einem Erwachsenen. Manche von ihnen waren selbst Sternsinger und lächeln stolz und glücklich, wenn sie ihre eigenen Kinder diese Tradition weiterführen sehen.


Angemeldeter Besuch

"Es ist egal, ob evangelisch oder katholisch", stellt der Diakon Lorenz Kleinschnitz klar. "Das ist eine ökomenische Aktion." Bevor die Erst- bis Viertklässler losziehen, segnet er sie noch einmal.

Damit die Kinder an der Haustüre nicht abgewiesen werden, sollten sich die Mainstockheimer, die sich über den Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland freuen, bei Gaby Hofmann melden. Sie ist die Leiterin der Mittagsbetreuung. Die Mittagsbetreuung organisierte die Sternsingeraktion. Verteilte Zettel an die Kinder, wer denn alles dabei sein wollte. Das Interesse war von Anfang an groß. "Für sie ist die Aktion ansprechend", weiß Hofmann, "Die Kinder sind begeistert. Die Aktion hat sich herumgesprochen."

Insgesamt gibt es um die 25 Kinder in Mainstockheim, die mit machen wollen. Sie wurden in Fünfergruppen eingeteilt. Jede Gruppe hat einen Caspar, einen Melchior und einen Balthasar. Dazu kommen noch zwei Sternträger.


Hilfe für Kinder in Tansania

Alle wurden auf die kommenden Tage vorbereitet. Es wurden Lieder geprobt und Kostüme besorgt. Außerdem sahen die Kinder einen Film, der ihnen zeigte, für wen sie durch Mainstockheim laufen und an den Haustüren Lieder singen. Das Geld, das bei dieser Aktion vom Kindermissionswerk "Sternsinger" e.V. deutschlandweit von den Kindern eingesammelt wird, kommt dieses Jahr nach Tansania.


Besuch bei den Senioren

Die Kinder wissen über die Zustände dort Bescheid, über die ärmlichen Verhältnisse im ostafrikanischen Land. Dass es nicht überall ein gutes Krankenhaus, einen Zahnarzt für jeden gibt, ist für die Kinder ein weiterer Ansporn. Sie wollen die Kindern in Tansania unterstützen. "Die Aktion soll Spaß machen und den Kinder in Tansania helfen", wünscht sich Juliana. Sie ist Sternträgerin. Sie und ihre Gruppe waren am Freitag unterwegs. Heute auch. Am Sonntag geben sie beim Gottesdienst das gesammelte Geld ab.

Damit ist ihr Auftrag allerdings noch nicht beendet. Denn danach besuchen sie das Altenheim in Mainstockheim und singen vor den Senioren. Erst dann werden die Gewänder ausgezogen, die Kronen abgesetzt und die Sterne abgelegt.
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