Dettelbach
Aktionstag

In Dettelbach war Basketball das bestimmende Thema

Zwei Spieler der s.Oliver Baskets besuchten gestern die Realschule Dettelbach. Die Kids waren sich einig und fanden die Stars total cool. Auch im Foyer haben die Profis bleibenden Eindruck gemacht.
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Alicia hängt sprichwörtlich in der Luft. Die zierliche Sechstklässlerin macht sich so lang es geht, streckt die Arme aus, um mit den Fingerspitzen den auf drei Metern Höhe hängenden Basketballkorb zu erreichen.Eine Leiter braucht sie heute nicht, denn Jason Boone und Oliver Clay, beides Basketballprofis der s.Oliver Baskets Würzburg, heben sie hoch. "Das war total cool da oben", ruft sie begeistert, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hat. Fast so wie fliegen.

Mit aller Seelenruhe sitzen die beiden Basketballcracks an einem Tisch in der Turnhalle der Dettelbacher Realschule und geben Autogramme. Dass bei dem Andrang irgendwann die Autogrammkarten ausgehen, tut der unbändigen Begeisterung in der Schule allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Schüler lassen sich alles signieren, wo irgendwie zwei Unterschriften Platz finden. T-Shirts, Basketbälle, Fünf-Euro-Scheine. "Der ist jetzt mehr als nur fünf Euro wert", grinst Michael Heß. Triumphierend hält der Achtklässler die blaue Banknote hoch, zeigt sie erst noch seinen Freunden, bevor er sie wieder einsteckt.

Einsatz ist gefragt, man hat schließlich nicht jeden Tag zwei Bundesligaspieler zu Gast. "Ich wusste gar nicht, dass die beiden heute kommen und habe es erst vorhin in der Durchsage gehört", erzählt beispielsweise Christoph Barthel aus der 7a. "Das finde ich total cool", meint auch er.

Schuld an dem ganzen Tohuwabohu sind Ina und Jochen Habermann, ein junges Elternpaar, die der Schule zwei lebensgroße Fotos von Jason Boone und Oliver Clay stifteten. Das Paar ist verrückt nach Basketball und kam in der letzten Saison an die Fotografien."Ich habe die Bilder der beiden ersteigert, weil sie mir am Besten gefallen haben", erzählt Ina Habermann. Der New Yorker Boone und der Berliner Clay kommen eben gut bei den Fans an. Nun stellte sich aber die Frage, wo die beiden Dauerkartenbesitzer die über zwei Meter großen Bilder aufstellen sollten. "Das gab eine eheliche Diskussion", lächelt sie. Die Lösung hatte dann Sohn Jannik parat: In der Schule ist doch genug Platz. Kurzerhand wurden die Bilder gestiftet und das Basketballfieber angeheizt. "Ich finde, es ist sinnvoll, die Kinder für Sport zu begeistern", zeigt sie sich zufrieden.

Die Habermanns haben gute Kontakte zu den s.Oliver Baskets: Jochen war vor einigen Jahren selbst ein aktiver Spieler des Vereins und mit ihrer gemeinsamen Firma Verantec stellt das Paar die nötige Licht- und Tontechnik bei Heimspielen zur Verfügung. Problemlos gewannen sie Boone und Clay für die Autogrammstunde in der Schule ihres Sohnes und rannten mit ihrer Idee bei Schulleiter Werner Dünisch offene Türen ein."Seitdem ich Rektor bin, sind wir in jedem Jahr zu einem Spiel nach Würzburg gefahren", sagt er.
Also hängen die beiden lebensgroßen Fotografien im Foyer an der Wand. Selbstverständlich ebenfalls signiert. Dazwischen hängt ein weiteres Poster, auf dem ein überdimensionaler Basketball prangt. "Nur Basketball im Kopf", ist da bezeichnenderweise zu lesen.

Es verwundert nicht, dass Dünisch während der Autogrammstunde stilecht mit schwarz-rotem Fanschal bei den Profis steht. "Den habe ich nicht nur heute an", meint der bekennende s.Oliver Baskets Fan. Bereits als Superstar Dirk Nowitziki als junges Talent noch in Würzburg auf Körbejagd ging, ist Dünisch schon zu den Heimspielen in die s.Oliver Arena gefahren.

Zwar war gestern in der gesamten Schule an einen normalen Unterricht nicht mehr zu denken. Für Dünisch gehören solche Veranstaltungen aber zum Schulleben. "Für die Kids ist das einfach ein Erlebnis. Ich bin immer dafür, dass sich Schulen nach draußen öffnen sollten", sagt der Deutschlehrer. Deshalb ist es in Dettelbach auch keine Seltenheit, wenn Montagmorgens am Schwarzen Brett nicht nur der Vertretungsplan hängt, sondern auch der Zeitungsartikel über das letzte Bundesligaspiel der Baskets. "Nur eine eigene Basketball-Schulmannschaft fehlt bisher noch", meint Dünisch.
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