Volkach

Ideen für die Umgestaltung der Mainlände

Rund 100 Volkacher beteiligen sich am Bürgerworkshop und liefern ein Meinungsbild für die Planer.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die interessierten Bürger schrieben fleißig Kärtchen um deutlich zu machen, was sie im Mainlände-Konzept haben wollen oder nicht. Foto: Hartmut Hess
+1 Bild

Dass den Volkachern die Umgestaltung der Mainlände am Herzen liegt, dokumentierte die Beteiligung von rund 100 interessierten Bürgern am Mainlände-Bürgerworkshop am Freitag im Schelfenhaus. "Die Leute waren fleißig und haben auf sehr vielen Kärtchen ihre Meinung vorgebracht", resümierte Bürgermeister Peter Kornell, der von einem harmonischen Abend sprach.

In den Jahren 2012/13 war das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) unter der Regie von Städtebauplaner Dag Schröder ausgearbeitet und - unter der Beteiligung der Bürger - vom Stadtrat verabschiedet worden. Damals bildete die Mainlände einen von 25 Punkten in der ISEK und rangierte in der Priorität erst auf hinterem Platz. Der Stadtrat verhalf der Mainlände zu mehr Gewichtung und setzte sie in der Priorität auf Position sieben im ISEK. Dazwischen kam die Altlastenproblematik und der Antrag auf den Bau eines großen Hotels, der die Bürger bewegte. Per Bürgerentscheid erfolgte im vergangenen Jahr die Ablehnung.

"Der heutige Bürgerworkshop ist dazu da, ihre Wünsche und Ablehnungen aufzunehmen", erklärte Kornell. Dag Schröder und Ralph Schäffner vom Kitzinger Landschaftsarchitekturbüro arc-grün waren gekommen, um die Ideen und Anregungen entgegen zu nehmen und zusammenzufassen. "Wir reden von einer siebenstelligen Investition für die Umgestaltung der Mainlände", gab Peter Kornell zu bedenken. Dabei rede auch die Abteilung Städtebauförderung an der Regierung von Unterfranken mit, die das Vorhaben fördert.

Ralph Schäffner ließ wissen, dass er schon ein Jahr mit der Thematik befasst sei. Er erläuterte die Rahmenbedingungen. "Grundlage für uns ist die Meinung von den Bürgern, die das Areal und das umgestaltete Umfeld der Mainlände nutzen", sagte der Landschaftsarchitekt. Dag Schröder sprach von teilweise "starken Altlasten", deren Beseitigung unabwendbar sei. Zuletzt waren Bagger zu Probebohrungen eingesetzt, Untersuchungsergebnisse lägen aber noch nicht vor. "Landschaft ist nicht gleich Natur", verdeutlichte Ralph Schäffner. Es gehe einerseits um das Bild der Kulturlandschaft und andererseits um Naturschutzflächen, solche seien aber in dem Areal nicht ausgewiesen. 

Ein zentrales Element der Rahmenbedingungen stellt der Main als Wasser- und Schifffahrtsstraße dar, in dessen Hochwasserbereich nur bedingt baulich etwas verändert werden dürfe. Vorhanden sind die Anlegestellen für Fahrgast- und Flusskreuzfahrtschiffe und Wohnmobilstellplatz. Die Regierung möchte auch noch einen größeren Parkplatz sehen. "Das Hotel haben wir als Verein Landschaftsschutz Mainschleife verhindert, jetzt wollen wir statt der Grünfläche auch keinen Busparkplatz für die Kreuzfahrtschiffe", erklärte Birgit Rottmann für den Verein "Lama". "Sie haben eine attraktive Stadt, bescheinigte Schäffner der größten Kommune an der Mainschleife. Deswegen habe die Mainlände einen wichtigen Stellenwert für die Naherholung. Die Bürger hatten die Möglichkeit, via verschiedenfarbigen Kärtchen deutlich zu machen, was erhalten werden, geändert oder verbessert werden oder ergänzt und neu hinzukommen soll. "Wir wollten heute keine Diskussion im großen Plenum haben, sondern ihre Einzelmeinungen abfragen", meinte Schäffner.

Birgit Rottmann übergab Ralph Schäffner noch eine Ausarbeitung von Lama, in denen auch Bürger ihre Meinung kundtaten, die am Freitag nicht anwesend sein konnten. Die Planer haben jetzt den Auftrag, die Kärtchen auszuwerten und aufzubereiten. "Wir wollen im Stadtrat möglichst das beschließen, was die Bürger für wichtig und richtig halten", erklärte der Bürgermeister. Er rechnet damit, dass die Planer bis zum Sommer eine Vorentwurfsplanung vorlegen, die dann in einer Bürgerversammlung vorgestellt wird.



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.