KRAUTHEIM

Holperpiste trifft auf dünnen Geduldsfaden

Wer durch Krautheim fährt, kennt sie: die Schlaglochpiste. Die sollte 2012 saniert werden. Passiert ist aber nichts. Der Geduldsfaden der Krautheimer ist dünn.
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Die Ortsdurchfahrt von Krautheim – die Staatsstraße 2274 – ist seit Jahren marode und voller Schlaglöcher. Eine Sanierung ist seit langem geplant, wird aber vor 2018 vermutlich nicht kommen. Foto: Foto: Harald Meyer
 
Dieter Söllner ist sauer. Sauer, weil sich immer noch eine marode Schlaglochstrecke durch seinen Heimatort Krautheim zieht und nichts passiert.

„Die Geduld der Krautheimer ist aufgebraucht“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Söllner und erntete am Montagabend Verständnis im Volkacher Stadtrat. Der kennt das Thema seit 2012.

Lärm nervt die Dorfbewohner

Wer mit seinem Auto durch Krautheim hoppelt, kennt die Tücken der Ortsdurchfahrt. Dellen, Beulen, Löcher in der vielfach geflickten Staatsstraße, die inzwischen auch noch den Umleitungsverkehr für die Baustelle auf der B 286 aufnehmen muss. Ergebnis: „Die Belastung ist enorm“, sagt Söllner auf Anfrage. Wenn Laster durch die „riesigen Löcher“ donnern, kracht's. Der Lärm nerve die Dorfbewohner vor allem bei Nacht. Dies sei „nicht mehr zumutbar“.

Pläne verschwanden in der Schublade

Was die Krautheimer noch mehr erzürnt: Seit 2012 ist der schlechte Zustand der Straße bekannt, geändert hat sich seither nichts. Abgesehen von nicht erfüllten Zusagen. 2013 sollte die Schlaglochstrecke komplett saniert werden – vom zuständigen Staatlichen Bauamt Würzburg. Der Plan, 250 000 Euro in eine neue Straße zu stecken, wurde nichts. Auch die Pläne der Stadt für rund 35 000 Euro die Gehwege an der 700 Meter langen Ortsdurchfahrt zu erneuern, versanken wieder in der Schublade.

Überlastetes Stadtbauamt

Eine Nullnummer – unterm Strich – wurde auch der Versuch der Stadt, die Hängepartie im Staatlichen Bauamt dadurch zu beenden, dass das städtische Bauamt die Planung für die Staatsstraße übernehmen würde. Die Idee, nach der die Bagger schon im Herbst 2016 angerollt werden, blieb ebenfalls im Visionen-Stadium hängen. „Wir können nicht die Arbeit des Staates machen“, betonte zuletzt Bürgermeister Peter Kornell im Stadtrat. Das Bauamt stecke ohnehin mit vielen Projekten – von der Hallenbadsanierung über den Schulausbau bis zur Mainufergestaltung – bis über beide Ohren in Arbeit. Mehr sei nicht möglich.

Stadt macht Druck

Um aber die Krautheimer nicht im Regen stehen zu lassen, will Kornell ein wenig den Druck auf das Staatliche Bauamt erhöhen. 2017 werde die Stadt in der Straße die Straße aufreißen lassen, neue Kanal- und Wasserleitungen einbauen. Dies werde die Würzburger Behörde möglicherweise ermuntern, sich mit der längst fälligen Sanierung anzuhängen.

Wenn da wieder nichts passiere und der Verkehr auf der Holperpiste noch länger auf den Nerven der Krautheimer herumlärmt, werden die Menschen nach Söllners Meinung reagieren, mit wirksamen Aktionen: „Das Fass ist am Überlaufen bei uns“, sagt der erfahrene Stadtrat, der als Ortsansässiger auch der erste Prellbock für Beschwerden ist – bislang erfolglos „Ich vertröste die Leute seit 2012“.

Warten auf 2018

Ein weiteres Vertrösten wird wohl sein. Der Ausbau der Staatsstraße sei „für 2018 kostenmäßig“ eingeplant, erklärte ein Sprecher des Staatlichen Bauamts auf Anfrage. Wenn es bei einer baureifen Planung gut laufe, sei ein Beginn im Herbst 2017 möglich. Dass es länger gedauert habe, sei der Ausweitung der Maßnahme zu verdanken. 2012 sei nur die Erneuerung der Deckschicht im Fokus gewesen, jetzt gehe es um eine kompletrte Sanierung. Die werde das Bauamt auch anpacken: „Wir haben ein großes Interesse daran, dass es passiert.“

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