HOHENFELD

Hohenfelder Bergkirche ist auf dem Weg der Besserung

Der „Patientin“ Bergkirche geht es zunehmend besser. Die Sanierung nähert sich allmählich der Endphase. Trotzdem: Es bleibt noch einiges zu tun an und in dem Gotteshaus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Noch ins Gerüst gehüllt: Die Sanierung der Hohenfelder Bergkirche ist im vollen Gang, soll aber in diesem Jahr abgeschlossen werden. Foto: Foto: Harald Meyer

Die „Patientin“ Bergkirche ist auf dem Weg der Gesundung: Das markante Gotteshaus auf der Höhe über dem Kitzinger Ortsteil Hohenfeld steckt zwar noch in einem Gerüst, die Dachkonstruktion verbirgt sich unter Planen, doch das Ende der Arbeiten ist absehbar. „Eigentlich wollen wir im November durch sein“, sagt Statikerin Franziska Röser vom Ingenieurbüro Mittnacht (Würzburg).

Eine bauliche Leidensgeschichte

Die gut 700 Jahre alte Kirche mit bestem Blick ins Maintal hat eine längere bauliche Leidensgeschichte hinter sich. Vor rund zehn Jahren ging das Bröckeln im Gemäuer an die Substanz: Viele Risse, die immer tiefer wurden, ein langer Spalt zwischen Turm und Kirchenschiff, eine Lücke im Gewölbebogen am Chorraum und eine sich teilweise nach außen neigende Mauer waren Alarmzeichen.

„Extreme Substanzschäden“ im Gebälk

2008 reagieren die Verantwortlichen. Eine Ursachenforschung beginnt und – weil schon erste Schätzungen von hohen Kosten ausgehen – richtet das Dekanat Kitzingen ein Spendenkonto zur „Renovierung der Bergkirche“ ein. Bei weiteren Untersuchungen entdeckt ein Tragwerksgutachter im Dach „extreme Substanzschäden“. Feuchtigkeit hatte das Holz der Tragkonstruktion an vielen Stellen morsch gemacht.

Auf neuen Fundamenten

Die Landeskirche wird eingeschaltet, eine Voruntersuchung beginnt, das Ingenieurbüro Mittnacht geht in die Ausschreibung. Die Planungen und Untersuchungen ziehen sich. Erst im Oktober 2015 wird die Bergkirche zur Baustelle. Es geht in den Untergrund. Die Senkungen des Bauwerks, die für Risse und Spalten im Gemäuer verantwortlich waren, werden angegangen. Das Gotteshaus bekommt neue Fundamente, wie Röser erklärt.

Rund 40 Skelette entdeckt

Spannend bei den Arbeiten, die im Januar enden, sind die Entdeckungen unter dem Gotteshaus. Bis zu drei Archäologen hätten sich hier abgewechselt, die auf einen uralten Friedhof stießen, sagt Karl Köberlein der für die Kirchengemeinde die Sanierungsarbeiten begleitet. Rund 40 Skelette seien hier gefunden worden.

Stahl stoppt die Spaltenbildung

Nachdem die Bergkirche wieder auf festem Grund ruht, sind ab Februar Wände und Dach dran. Die vielen Risse werden laut Röser verpresst und damit dicht gemacht, die Spaltenbildung am Chorraum durch eine Stahlverankerung beseitigt. Eine größere Baustelle ist das Dach. Da wird die alte Holzkonstruktion saniert – etwa so wie der Zahnarzt Karies behandelt. Verfaulte Teile werden rausgeschnitten, neues Holz in die Balken eingefügt.

Alles im Plan bei Finanzen und Zeit

Die Zimmerer sind nach Rösers Worten bis zum Herbst fertig, dann übernehmen die Dachdecker. Steinmetze kümmern sich dann noch um Mängel an der Fassade, innen und außen sind Maler und Verputzer dran. Im November könnte die Bergkirche dann fertig sein – bis auf die Außenanlagen: „Das ist alles schön nach Plan gelaufen“, sagt die Statikerin. Auch bei den Kosten.

Finanzielle Last drückt

Allerdings: Die 550 000 Euro an Baukosten, bei denen die Stadt Kitzingen laut Köberlein etwa die Hälfte trägt, sind eine erhebliche Last für die Gemeinde, die nach Abzug aller Zuschüsse am Ende rund 280 000 Euro an Gesamtkosten übernehmen und Teile der Summe an Krediten aufnehmen muss.

Ein Stück der Last haben Spenden und der Erlös aus Benefizveranstaltungen der Gemeinde von den Schultern genommen. Ein Auftritt des Fränkischen Kirchen-Kabaretts soll am 30. September erneut etwas Geld in die Bergkirchen-Kasse bringen, so Köberlein. Der freut sich schon auf das kommende Jahr, wenn das Gotteshaus bei einem Fest offiziell wiedereröffnet wird.

Spendenkonto Sparkasse Mainfranken. IBAN DE44 7905 0000 0042 0707 71. Stichwort: Bergkirche.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.