ALBERTSHOFEN

Hochstimmung auf dem Hohen-Rat-Wagen

Predigt, Gemüse, Bier und viele Späßchen gab es am Sonntag beim Kirchweihumzug in Albertshofen. Ein Extra war eine „Pfarrerin“.
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Andrea Hofmann (links) mimte eine Pfarrerin und feierte mit den Kirchgängerinnen einen Erntedankgottesdienst beim Umzug in Albertshofen. Foto: Foto: Hartmut Hess

Das gab s noch nie: Beim Kirchweihumzug am Sonntag wurde in Albertshofen erstmals eine „Pfarrerin“ gesichtet. Denn auf einem der Wagen hielt die Feldherrn-Enkelin Andrea Hofmann einen Erntedank-Gottesdienst und ihre Kirchgängerinnen sangen ein Loblied auf den Wettergott.

Karotten ist gleich „gelba Rüben“

Die Kirchweihburschen des Brauchtumsvereins hatten wieder sehenswerte Festwagen mit viel Gemüse präpariert und mancher Bursche konnte dem knackigen Gemüse wie Karotten nicht widerstehen. Doch Karotte, so hochdeutsch geben sich die Leute im Gärtnerdorf nicht. Zur Erklärung prangte auf einem Schild die Klarstellung, dass für sie Karotten eben „Gelba Rüben“ sind. Knirpse mit Mini-Bulldogs, Mädchen mit Körbchen und junge Spatenträger – alle waren mit Blumen oder Gemüse festlich herausgeputzt.

Im Sonntagsanzug nahmen die Dorfoberen wie gewohnt in der Pferdekutsche Platz. Oben vom Kutschbock grüßte Weinprinzessin Christina Kögler den Schaulustigen zu, dahinter ließen sich Bürgermeister Horst Reuther mit seinen Stellvertretern Katharina Riedel und Alfred Sattes durch den Ort chauffieren.

Mehrere Musikkapellen gaben den Ton an und der Hohe Rat brachte nicht nur reihenweise ein Hoch auf die Kerm aus, sondern machte lautstark – bis zur anderen Mainseite in Mainstockheim hinüber hörbar – klar: „Wem gehört der Mee – uns gehört der Mee“.

Viel Bier und Kirchweihlaune

Die Stimmung war prächtig und mit ihrer Kirchweihlaune hatten die Albertshöfer den Dauerregen vom Samstag vertrieben. Auf dem Wagen des Hohen Rates floss das Bier in Strömen und die Mitwirkenden in den Fußgruppen labten sich an Schoppen oder Bremser.

Nichts zu Lachen gab es für die Protagonisten der Friedhofs-Story, die Kirchweihprediger Philipp Wenkheimer vortrug. Dabei wollten zwei Männer ein Grabmal abtransportieren, doch hätten sie sich mit ihrem Gabelstapler im sandig-weichen Untergrund festgefahren und hätten einen noch größeren Bagger gebraucht, um ihr Werk zu Ende zu bringen. In der Kerwazeitung konnten die Schaulustigen noch weitere Episoden lesen. Daneben gab es auch eine ausführliche Ausarbeitung über „eines der sehr einheimischen Tiere in Unterfranken überhaupt“, so die Albertshöfer: der Geometer.

Die Spezies Geometer

Die Spezies vorzustellen, gleiche eher einer Expedition ins Bierreich. Die Geometer würden sich unangemeldet in den Kirchweihumzug einreihen und sich den Spaß machen, die Ausgräber in die Irre führen, beim Ausgraben der Kirchweihfässer.

Die Kirchweihburschen nahmen sich wieder die Nachbarn von der anderen Mainseite vor. So verkündeten sie, dass das Mainstockheimer Weinfest wieder schön gewesen sei – aber nur, weil viele Gäste aus Albertshofen dort gewesen seien.

Ausklang

Die Albertshöfer Kerm geht am Montag mit dem Kirchweihgottesdienst um 9.30 Uhr weiter, nachmittags ab 13.30 Uhr läuft das Schubkarrenrennen in Kirchstraßen-Gassla. Ab 20 Uhr spielen die Großlangheimer Musikanten in der Gartenlandhalle. Der Dienstag gilt als Nationalfeiertrag mit dem Wasentanz ab 14 Uhr auf der Lohwiese, samt Göikerschlagen. Ab 20 Uhr spielt die Band Let?s Dance zum Kirchweihausklang auf, ehe um Mitternacht die Kirchweih-Lichter ausgehen.

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