VOLKACH

Helmut Fischer ist tot: Streitbarer Geist und Genießer

Helmut Fischer, lange Jahre eine der schillernsten Persönlichkeiten im Landkreis Kitzingen, ist tot. Der Escherndorfer starb nach kurzer, schwerer Krankheit.
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Helmut Fischer
Helmut Fischer Foto: Archiv-Foto: Weiskopf

Helmut Fischer, lange Jahre eine der schillernsten und streitbarsten Persönlichkeiten im Landkreis Kitzingen, ist tot. Der Escherndorfer starb vergangenen Sonntag nach kurzer, schwerer Krankheit.

Geboren am 10. November 1948 in Würzburg, zählte er in seiner Genaration zu den herausragenden Köpfen. Nach dem Besuch des Riemenschneider-Gymnasiums in Würzburg legte er 1969 an der Würzburger Universität seine juristischen Staatsexamen ab und studierte zusätzlich Volkswirtschaftslehre. Ende der 1970er Jahre war er bei der Regierung von Unterfranken tätig, später als juristischer Staatsbeamter am Landratsamt Kitzingen.

1981 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen und begann seine eigentliche freiberufliche Karriere als Anwalt und Steuerberater in seiner eigenen Kanzlei in der Kitzinger Güterhallstraße. Es sollte über Jahrzehnte eine Arbeit aus Leidenschaft sein.

Gerne aufgefallen

Helmut Fischer war einer, der gerne auffiel. Einer, der sich gefiel. Einer, der sich einmischte, wie nicht zuletzt sein politisches Engagement zeigt: Von 1981 bis 1997 war er FDP-Kreisvorsitzender. Er war von 1994 bis 1996 Stadtrat in Volkach, zudem von 1990 bis 2002 Kreisrat und von 1990 bis 1994 Bezirksrat – was ihm den Namen Drei-Rat einbrachte. Seine Maxime beschrieb er einmal so: „Vorfahrt für Freiheit in Verantwortung.“ Er war ein Mann der klaren Worte und klaren Kante. Überliefert ist dieses Zitat, das den Escherndorfer ganz gut beschreibt: „Wenn wir Tüchtigen nicht die Politik gestalten. dann werden es die anderen tun – dann wird alles noch schlimmer!“ Was auch für eine Beschreibung gilt, die ein Redakteur in den 90er Jahren für ihn fand: „Wer Dr. Fischer kennt, weiß, dass man ihn nicht erreichen muss, er kommt von selbst.“

Nicht immer verstanden gefühlt

Der Mann, der sich mit einer direkten Art nicht nur Freunde machte und der sich nicht immer verstanden fühlte, stieg um die Jahrtausendwende aus der Politik aus, brach mit seiner Partei und übernahm 2001 das Familien-Weingut in Escherndorf. Dort fand er im letzten Lebensabschnitt wohl auch sein inneres Gleichgewicht.

Helmut Fischer wird am Samstag, 5. August, nach einem Trauergottesdienst um 10.30 Uhr in Escherndorf beigesetzt.

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