Geiselwind

Heavy Metal an der Autobahn

Draußen und laut – das trifft's. Geiselwind steht zum vierten mal in Folge ein ganzes Wochenende im Zeichen des Heavy Metal.
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So voll soll's wieder werden in Geiselwind: Von Freitag bis Sonntag geben sich beim Out-and-Loud-Festival bekannte Heavy-Metal-Bands die Klinke in die Hand. Und das EM-Finale wird auch übertragen.

Draußen und laut – das trifft's. Geiselwind steht zum vierten mal in Folge ein ganzes Wochenende im Zeichen des Heavy Metal. Nach der Premiere als „Beastival“ heißt das Dreitages-Festival seit 2014 „Out an Loud“. Und einmal mehr ist die Veranstaltung herausragend besetzt: Within Temptation, Powerwolf, Kreator – von melodisch bis knallhart ist alles dabei. Über 8000 Zuschauer erwarten die Veranstalter von Freitag bis Sonntag.

Einer der Hauptorganisatoren des gepflegten Kraches ist Johannes Laudenbach, genannt „Laudi“. Der 29-Jährige aus Obersinn ist eigentlich Physiotherapeut, widmet sich beruflich aber inzwischen ganz dem Musikgewerbe: als Booking Agent. „So ein Festival auf die Beine zu stellen, ist eine Sache von einem Jahr“, sagt er. Heißt: Kaum geht der Headliner des letzten Tages von der Bühne, bastelt das Orga-Team an den Bandverpflichtungen für die nächste Auflage.

Im Geiselwinder Autohof haben „Laudi“ und Co das ideale Gelände für ihre Vorstellung eines gelungenen Metal-Festivals gefunden: nicht zu groß, nicht zu klein, eine Halle für die Indoor-Bühne, eine geteerte Fläche vor der Hauptbühne – „schön kompakt, kurze Laufwege, maximaler Komfort“, so Laudenbach.

Ein bisschen was hat sich auf dem Gelände – auch wegen des A-3-Ausbaus – geändert, sogar zum Vorteil für die Rockfans: Denn der Parkplatz rutscht nun vom Autobahn-Rand weg, hoch in ein Waldstück, so dass die Zelte und Verpflegung nicht ganz so weit zur Camping-Fläche transportiert werden müssen. Kulinarisch wird neuerdings auch Vegetarisches aufgetischt, Samstag- und Sonntagvormittag ein Weißwurstfrühstück. Zudem gibt's einen Eventpark, den die Rastplatz-Betreiber zwar losgelöst vom Festival gebaut haben, doch wird er am Wochenende eingeweiht; da ist dann Platz für allerlei Teamspiele und für Klettersport – und einen Pool hat's auch. Selbst Fußballfreunde kommen nicht zu kurz: Fürs EM-Endspiel am Sonntag gibt es ab 21 Uhr einen Public-Viewing-Bereich. Der Auftritt der Symphonic-Metaller von Within Temptation, Hauptact des Schlusstages, wird von der Europameisterschaft allenfalls im Falle einer Verlängerung leicht tangiert.

Das musikalische Programm ist bunt gemischt. Auf einer kleinen Bühne dürfen Newcomer aus der Region ran, ansonsten wechseln sich internationale und deutsche Genre-Größe in der Music Hall und draußen auf der großen Bühne nahtlos ab. Mit Walls of Jericho und Hatebreed wird erstmals auch die Hard- und Metalcore-Gemeinde, also jüngeres Publikum angesprochen. Epica werden am Samstag exklusiv ihre einzige Deutschland-Show 2016 liefern. An diesem Tag wird die deutsche Thrash-Legende Kreator Headliner sein. Am Freitag übernehmen das Powerwolf. Von Experimenten wie 2015, als Frei.Wild doch arg polarisierten, nehmen Laudenbach und Co. diesmal Abstand.

Denn es soll den Fans gefallen. „Wir sind ein Festival von Fans für Fans. Keine kommerziell geplante Veranstaltung. Wir gehen letztlich fast plus minus Null raus“, sagt der Organisator. Einen kleinen Gewinn gebe es schon, aber keinen, der den Zeitaufwand adäquat entgelten würde. Möglich wird das Ganze durch den Einsatz von rund 200 ehrenamtlichen Helfern. Und Typen wie „Laudi“: „Musik ist für mich eine Passion. Auch wenn ich viel unterwegs bin, die Freundin sieht's gelassen.“ Von Freitag (um 12.50 Uhr eröffnen Nervosa) bis Sonntag nach Mitternacht wird sie ihn jedenfalls kaum sehen.



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