Prichsenstadt

Haushalt ohne Raum für Sonderwünsche

Er ist nicht sonderlich üppig, und er lässt der Stadt Prichsenstadt im Grunde genommen kaum Platz für Sonderwünsche: der Haushalt 2019. Auf den ersten flüchtigen Blick m
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Er ist nicht sonderlich üppig, und er lässt der Stadt Prichsenstadt im Grunde genommen kaum Platz für Sonderwünsche: der Haushalt 2019. Auf den ersten flüchtigen Blick mögen die fast 19 Millionen Euro, genauer gesagt 18 981 194 Euro, schon recht umfangreich wirken.

Doch schon der nächste und etwas genauere Blick zeigt: hier hat Kämmerer Marco Kölln Schwerstarbeit geleistet. Was angesichts der Millionen-Ausgaben, die der Stadtrat in seinem Finanzplan für die nächsten vier Jahre aufgelistet hat, auch dem Gremium bewusst ist. Weil der Finanzplan schon gut durchdacht war und der Kämmerer noch kleinere Änderungen reingebracht hatte, die in der entsprechenden Sitzung beschlossen waren, hielten sich die Wortbeiträge in der Ratssitzung auch in Grenzen.

Finanzielle Kraftakte

Der Verwaltungshaushalt liegt bei gut 7,5 Millionen Euro, eine Steigerung von 8,86 Prozent gegenüber 2018. Hinzu kommt der Vermögenshaushalt mit etwas weniger als 11,5 Millionen Euro, und da warten schon finanzielle Kraftakte auf die Stadt. Kernpunkte sind der Anschluss des Ortsteils Neudorf an die Entwässerungseinrichtung Gruppe, der Neubau am "Haus für Kinder", die Neubaugebiete Ziegelgärten VI, Krautäcker und Ertläcker/Dorfäcker und die Kanalsanierung in der Altstadt. Alles nichts Unbekanntes für die Räte, und Alexander Kühnl brachte den Haushalt auf den Punkt. "Da steckt keinerlei Luxus drin, das sind alles nur notwendige Ausgaben", sagte er. Dem pflichtete Bürgermeister René Schlehr bei: "Das sind reine Pflichtaufgaben". Wie zum Beispiel die Personalausgaben, die demnächst in die Höhe klettern werden, weil neue Stellen geschaffen werden müssen. Zum Beispiel in der Kinderbetreuung, denn das Haus für Kinder mitsamt Hort muss dringend vergrößert werden. Auch beim Bauhof und in der Verwaltung entstehen neue Arbeitsplätze.

Schlussbemerkung

Im Haushalt 2019, so die Schlussbemerkung des Kämmerers in seinem Vorbericht, "zeigen sich die lange geplanten und aus verschiedenen Gründen noch nicht realisierten Investitionen, vor allem beim Anbau am "Haus für Kinder" und den Kanalmaßnahmen im ganzen Ausmaß". Es müssten hohe Kredite aufgenommen werden, und die geplanten Maßnahmen seien "notwendig und berechtigt". Weitere Investitionen in den Folgejahren seien nur mit einem scharfen Blick auf die Kassenlage "umsichtig zu behandeln". Denn immerhin steigt der Schuldenstand im Jahr 2022 auf rund 6,1 Millionen Euro, und Kölln mahnte, einen "besseren Ausschöpfungsgrad der Einnahmequellen" zu erwägen. Und: "Ab 2023 muss sich der Haushalt ohne weitere Kreditaufnahmen erholen dürfen." Die Stadt sei "dringender denn je auf eine vorausschauende und durchdachte Zukunftsvision angewiesen".

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