MARKT EINERSHEIM

Haushalt: Freibad als dickster Brocken

Dass der Haushalt der Gemeinde Markt Einersheim von 3,65 auf 4,45 Millionen Euro angestiegen ist, liegt am Freibad. Dessen Sanierung schlägt am meisten zu Buche.
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Geldscheine (Symbolfoto)
Foto: A4428/_Daniel Reinhardt (dpa)

Bürgermeister Herbert Volkamer und Kämmerer Günther Schell stellten der Markt Einersheimer Ratsrunde am Mittwoch einen Verwaltungshaushalt von 2 338 200 Euro (Vorjahr: 2 268 800 Euro) und einen Vermögenshaushalt von 2 115 400 Euro (606 600 Euro) vor. Den deutlichen Anstieg des Gesamthaushaltes von 3 654 100 Euro auf 4 453 600 Euro begründet der Kämmerer mit der Sanierung des Terrassenfreibades .

Aus dem Gesamthaushalt des Vorjahres kann ein voraussichtlicher Sollüberschuss von 850 000 Euro zugeführt werden. Grund dafür sind erzielte Mehreinnahmen und Einsparungen im Verwaltungshaushalt sowie nicht umgesetzte Vorhaben im vergangenen Jahr.

Bei gleich bleibenden Hebesätzen der Gemeindesteuern (Grundsteuer für land- und forstwirtschaftliche Betriebe 340 Prozent, für Grundstücke 330 Prozent, Gewerbesteuer 300 Prozent) wird mit einer Einkommensteuerbeteiligung von 645 700 Euro (vorher: 611 300 Euro) gerechnet, die Umsatzsteuerbeteiligung steigt von 92 700 Euro auf 114 200 Euro.

Schlüsselzuweisungen bleiben konstant

Während die Schlüsselzuweisungen mit 226 700 Euro nahezu konstant bleiben, steigt die Kreisumlage, die 2015 noch bei 388 352 Euro lag, trotz einer prozentualen Absenkung um einen Prozentpunkt auf 445 500 Euro – 1600 Euro mehr als im Vorjahr.

Bei den Ausgaben schlagen sich die Umlagen für die Verwaltungsgemeinschaft Iphofen (167 400 Euro), den Schulverband Hellmitzheimer Bucht (91 100 Euro) und den Schulverband Iphofen (121 100 Euro) nieder.

Die Marktgemeinde zählte zum Jahreswechsel 11 087 Einwohner und ist wie in den Vorjahren schuldenfrei.

Allerdings notierte die Kämmerei im Finanzplan für die Jahre 2016 bis 2020 für das Jahr 2018 eine Darlehensaufnahme von 456 000 Euro. Für das laufende Jahr ist keine Darlehensaufnahme vorgesehen, alle Investitionsmaßnahmen können mit eigenen Mitteln und fließenden Zuschüssen bewältigt werden. Bei der restlichen Abwicklung der Freibadsanierung werde es 2018 jedoch nicht mehr ohne Darlehen gehen.

Nach den Ausgaben gehen Rücklagen auf rund 144 000 Euro zurück

Die bisherigen Rücklagen von 30 123 Euro steigen durch den Sollüberschuss auf 880 126 Euro und gehen bis zum Jahresende auf 144 326 Euro zurück.

Wesentliche Ausgabe im Vermögenshaushalt ist die Freibadsanierung mit 1,7 Millionen Euro sowie weitere jeweils 50 000 Euro für die Energieversorgung und die Abwasserbehandlung im Freibad. 120 000 Euro sind für den Bau einer Wetterschutzhütte veranschlagt. 60 000 Euro für die Breitbanderschließung und 56 000 Euro für den Waldwegebau runden die Ausgaben ab.

Die Zuwendung des Bundes für die Freibadsanierung sorgt mit 692 000 Euro ebenso für Entspannung im Vermögenshaushalt wie der noch ausstehende Zuschuss des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) für die Umgestaltung des Marktplatzes mit 120 000 Euro.

Zuwendungen für Breitband und Waldwege

Für die Breitbandversorgung wird außerdem mit 250 000 Euro vom Freistaat gerechnet, der neben einer Zuwendung für den Waldwegebau mit 44 800 Euro auch eine Investitionspauschale von 126 500 Euro in Aussicht stehen hat.

Aus dem Verwaltungshalt können dem Vermögenshaushalt 243 400 Euro (94 400 Euro) zugeführt werden. Den Rücklagen werden 735 800 Euro entnommen.

Wegen der bevorstehenden Zahlungsverpflichtungen bei der Freibadsanierung schlug die Kämmerei eine ausnahmsweise Anhebung des Kassenkreditvolumens von 500 000 Euro vor. Ohne die Vorhaben wären 389 700 Euro ausreichend.

Mit Blick auf die kommende finanzielle Entwicklung gab die Kämmerei für die anstehenden Investitionen im Grundsatz grünes Licht. Vorteilhaft wäre, wenn weitere Investitionen für ein neues Feuerwehrfahrzeug und die Tagespflege erst nach 2018 zum Tragen kämen.

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