Kitzingen
Sauberkeit

Haufenweise Ärger mit den Hundehaufen

In Kitzingen leben rund 800 Hunde. Unter ihren Besitzern gibt es viele, die die Hinterlassenschaften der Vierbeiner beseitigen. Aber es gibt auch schwarze Schafe. Sie ziehen das Image der vorbildlichen Hundebesitzer in den Dreck.
Artikel drucken Artikel einbetten
Am Königsplatz ist eine kleine Grünfläche, die laut Zeugenbeobachtung  vermehrt von Hundehaltern als Toilette missbraucht wird. Dabei hängt ein Automat mit  Beuteln ganz in der Nähe.  Fotos: Müller
Am Königsplatz ist eine kleine Grünfläche, die laut Zeugenbeobachtung vermehrt von Hundehaltern als Toilette missbraucht wird. Dabei hängt ein Automat mit Beuteln ganz in der Nähe. Fotos: Müller
+1 Bild
Die Adventszeit ist ja bekanntlich die Zeit großer Geschäfte. Und die macht man oft ja auch in der Stadt. "Geschäfte" ganz anderer Art machen natürlich auch die rund 800 Hunde, die in Kitzingen registriert sind. Zwei bis drei Mal am Tag setzt ein Hund seinen Haufen in die Landschaft. In der Stadt sind die wenigen Grünflächen, die sich dafür anbieten, entsprechend begehrt.

Die Anlagen am Mainkai, das Gartenschau-Gelände oder der Rasen rund um das Denkmal am Königsplatz werden auch von Hunden frequentiert. "Anfangs waren es nur einige, die ihre Vierbeiner hier das Geschäft verrichten ließen", schimpft Ralph Müller, der in der Kitzinger Innenstadt arbeitet. "Dann wurden und werden es immer mehr".

Hundebesitzer führen oft ins Feld, dass eben kein "Tütchen-Automat" in der Nähe sei. Dies ist aber in Kitzingen an den klassischen Brennpunkten sehr wohl der Fall. "19 Hundetoiletten sind seit 1995 über das ganze Stadtgebiet verteilt", erinnert der Leiter des Ordnungsamtes, Georg Schwarz. Eine davon steht gegenüber dem besagten Denkmal am Königsplatz. "Dass da jemand eine Tüte gezogen hat, konnte ich noch nicht beobachten", meint Ralph Müller.

Spender werden täglich geleert

Zum Glück ist das doch der Fall. Die Spender enthalten zwischen 400 und 500 Plastiktüten. "Im Innenstadtbereich werden die täglich geleert", bestätigt der Ordnungsamt-Chef. Er wehrt sich auch strikt dagegen, alle Hundebesitzer über einen Kamm zu scheren. "Viele machen von diesen Angeboten auch Gebrauch", bestätigt Schwarz. "Dennoch gehen bei uns regelmäßig Beschwerden zu diesem Thema ein".

Juristisch geregelt ist der Sachverhalt in der "Verordnung der Stadt Kitzingen über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und der Sicherung der Gehbahnen im Winter". In § 3 dieser Verordnung findet sich das "Verbot, die Gehwege durch Tiere verunreinigen zu lassen". Was den erwartet, der sich darüber hinweg setzt, findet sich ein paar Stellen weiter im Text. Unter § 13 liest man, dass die Stadt berechtigt ist, Geldbußen bis zu 1000 Euro auszusprechen.

"So hoch mussten wir zum Glück noch nie greifen", sagt Schwarz. "Wir fangen meist mit einem Verwarnungsgeld von 50 Euro an. Bei nochmaligem Vergehen wird es dann teurer". Das Problem dabei sei aber, dass es dafür einen Zeugen braucht, der den Sachverhalt bestätigt und auch die genaue Uhrzeit des Vorfalls nennen kann. Kontrollen werden von der Verkehrsüberwachung und der Sicherheitswacht durchgeführt. "Der beste Zeuge ist allerdings der Bürger selbst", betont Ordnungsamt-Chef Schwarz.

Dauerhaftes Ärgernis

Der handelt sich oft allerdings jede Menge Ärger ein, wenn er einen Hundebesitzer anspricht, der von den Hundetüten keinen Gebrauch macht. Ralph Müller hat das schon öfter versucht - mit eher geringem Erfolg: "Entweder sie ignorieren dich oder man wird als Hundehasser und Tierquäler hingestellt". Nicht nur ihm ist das Problem ein dauerndes Ärgernis. "Die Stadt sollte sich überlegen, ob sie die Schmerzgrenze nicht drastisch hochsetzt", regt Müller an. "Ein Kuschelkurs, der auf das Verständnis dieser besonderen Hundehalter baut, hat doch keinen Sinn".

Einen "Kuschelkurs" will die Stadt auch gar nicht fahren. Aber Aufklärung und Überzeugungsarbeit hat ihre Berechtigung. So ist vor Jahren eine Plakataktion mit dem Titel "Ach du Scheiße" durchgeführt worden. Kurz danach wurden alle Hundehalter in Kitzingen angeschrieben und auf das Problem aufmerksam gemacht. "Wir hatten damals auch eine Tüte mit dem Schreiben verschickt", erzählt Schwarz. "Somit kann niemand sagen, er wisse nichts von diesen Hundetoiletten".

Arbeit der Straßenreiniger

Finanziert werden die Hundetoiletten, deren Bestückung und Entleerung, übrigens nicht über die Hundesteuer. Diese fließt in den allgemeinen Haushalt der Stadt Kitzingen. Die Ausgaben für die Hinterlassenschaften der Hunde fallen dann unter den Oberbegriff "Straßenreinigung". Und die funktioniert in Kitzingen sehr gut, auch dank der Mitarbeiter, die leider ab und zu eine wahre "Scheiß-Arbeit" machen müssen. Vielleicht denken die sündigen Hundebesitzer ja auch einmal an diese Menschen.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren