KITZINGEN

Harald Hoffmann ist wieder Chef

Cordula Schmidt übergibt das Kommando der Kitzinger Polizeiinspektion und zieht Bilanz.
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Führungswechsel bei der Kitzinger Polizei: Harald Hoffmann (links) kehrt nach halbjähriger Elternzeit in sein Amt als Inspektionsleiter zurück. Cordula Schmidt, die das Amt in dieser Zeit ausfüllte, kehrt ins Präsidium der Bereitschaftspolizei in Bamberg zurück. Foto: Foto: Harald Meyer

Cordula Schmidt und Harald Hoffmann sitzen entspannt nebeneinander, machen beim Pressegespräch am Donnerstag einen aufgeräumten Eindruck. Das hat seinen guten Grund: Sie hat für ein halbes Jahr die Kitzinger Polizeiinspektion geleitet, damit er seine Elternzeit unbeschwert mit dem Nachwuchs genießen konnte.

Jetzt übernimmt Hoffmann wieder seinen angestammten Platz, während Schmidt ins Präsidium der Bereitschaftspolizei nach Bamberg zurückkehrt. Es sei die klassische „win-win“-Situation gewesen, sind sich beide einig über die vergangenen sechs Monate, die ihnen viel Freude und wertvolle Erfahrungen gebracht hätten.

Erstmals weibliches Kommando

Cordula Schmidt braucht für ihre Laufbahn im höheren Polizeivollzugsdienst eine Bewertung als Leiterin einer Polizeiinspektion. Dass es gleich so eine große wie in Kitzingen wurde, mit nominell gut 100 Beamten, sei ein Glücksfall gewesen, schildert die 38-Jährige. Sie habe anfangs natürlich gespürt, dass es für manche Kollegen zunächst ungewohnt war, dass eine Frau das Kommando hat. „Das hat es bis dahin ja auch noch nie in Kitzingen gegeben.“

Vertrauen sei Schritt für Schritt durch die tägliche Arbeit entstanden, durch die Bewältigung schwieriger Situationen. Cordula Schmidt berichtet, dass ihr die alleinige Verantwortung anfangs durchaus Respekt eingeflößt hat. „Du bewegst dich in Kitzingen oder im Landkreis, begegnest Menschen, und weißt ganz genau: Du bist für deren Sicherheit verantwortlich.“

Schmidt, die aus dem Landkreis Hildburghausen stammt und in Zeil lebt, kennt die Gepflogenheiten in Franken, zumal sie auch schon in Schweinfurt tätig war. Kitzingen sei von daher nicht gewöhnungsbedürftig gewesen, anders als zuvor Straubing und München. „Die Mentalität hier ist mir vertraut, das soziale Gefüge passt. Anders als in Großstädten achtet man hier aufeinander, und oft waren es Hinweise aus der Bevölkerung, die zu erfolgreicher Polizeiarbeit beigetragen haben.“

Cordula Schmidt gibt zu, dass ihr der Abschied nicht ganz leicht fällt. „Ich würde sehr gerne irgendwann eigenständig eine Dienststelle leiten. Darin hat mich die Zeit in Kitzingen noch bestärkt.“ Andererseits habe sie das Thema Familie noch nicht völlig abgehakt, „man wird sehen“, fügt sie an und lächelt.

Familie ist das Stichwort für Harald Hoffmann. „Ich habe die Zeit richtig genossen, mich voll auf meine Rolle als Vater konzentriert“, erzählt der 49-Jährige. Er habe sich schon gefragt, wie das sein werde, wenn er die Polizei plötzlich als Außenstehender erlebt. „Ich war erstaunt, wie gut es ging. War nicht unruhig, sondern weit weg.“

Nur zweimal in den sechs Monaten sei er in der Dienststelle gewesen, „und wir beide haben vielleicht fünfmal in der Zeit telefoniert“, sagt er mit Blick auf Cordula Schmidt. Der Polizeidirektor betont, bewusst auf Abstand gegangen zu sein – spätabends mal in der Dienststelle „nach dem Rechten zu sehen“ oder gezielt Kollegen zu befragen, wie es so läuft, das sei seine Sache nicht.

Persönlicher Stil

Zumal es für alle Beteiligten interessant sei, wenn eine andere Person mit anderem persönlichen Stil die Abläufe und Mechanismen erlebt, hinterfragt und gegebenenfalls etwas ändert. „Niemand, der lange in einer Position tätig ist, kann sich völlig davon frei machen, dass sich der Blickwinkel einengt.“

Noch allerdings weiß Hoffmann nicht, ob es während seiner Abwesenheit Änderungen gegeben hat, die er übernehmen wird. „So weit bin ich noch nicht, wir beide konnten noch nicht in Ruhe reden“, sagt er mit Blick auf seine Kollegin. „Aber Eines dürfen Sie mir glauben: Wenn es Verbesserungen gegeben hat, werden sie bestimmt nicht deshalb abgeschafft, weil sie nicht mir selbst eingefallen sind.“

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