Kitzingen
Winter

Gut gerüstet gegen die Glätte

Damit die Straßen in Kitzingen auch im tiefsten Winter, bei Schneefall und Spiegelglätte befahrbar bleiben, rücken die Männer des Streudienstes aus. Sie nehmen keine Rücksicht auf die eigene Freizeit - der Dienst geht vor.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jederzeit startklar: Harald Schulze und seine Kollegen räumen mit Streufahrzeug und Schneepflug die Straßen, während alle anderen tief und fest schlafen. Fotos: Thomas Feiler
Jederzeit startklar: Harald Schulze und seine Kollegen räumen mit Streufahrzeug und Schneepflug die Straßen, während alle anderen tief und fest schlafen. Fotos: Thomas Feiler
+1 Bild
Harald Schulze hat sich damit abgefunden, dass aus seinem Wochenende wohl nichts wird. Die Wetterdienste haben angekündigt: Es wird kalt, richtig kalt. Und es wird schneien, spätestens am Sonntagmorgen. Während das für viele Menschen Grund genug ist, zuhause zu bleiben, heißt es für Harald Schulze und seine Kollegen: Jetzt erst recht rausgehen. Egal, wie kalt, egal, um welche Uhrzeit.
Harald Schulze fährt ein Streufahrzeug für den Bauhof in Kitzingen, schon seit 26 Jahren. Dort ist seit wenigen Wochen die Hölle los. Denn die Streufahrzeuge und auch die Handstreuer sind mehr denn je gefragt. Schon seit der ersten Woche im November wurde alles vorbereitet. "Wir sind schon seit drei Wochen auf Standby", versichert Bauhofleiter Georg Günther. Drei große sowie fünf kleine Streufahrzeuge und 45 Männer, die diejenigen Wege streuen, für die die Streufahrzeuge zu groß sind, warten auf ihren Einsatz.

Arbeiten, wenn andere schlafen

Der beginnt in der Regel um drei Uhr morgens. Ein Mitarbeiter, der Bereitschaftsdienst hat, schaut, wie das Wetter in den frühen Morgenstunden ist. Sieht es kritisch aus, fährt er zum Bauhof, steigt ins Streufahrzeug und kontrolliert bestimmte Strecken, die sehr leicht spiegelglatt werden können. Dort wird auch gestreut. Wenn es aber überall so glatt oder alles zugeschneit ist, werden alle Mitarbeiter des Bauhofes alarmiert. Für die beginnt der Arbeitstag dann eben um 3 Uhr und endet frühestens um 7 oder 8 Uhr. Wenn Schnee liegt, kann das Ganze noch zwei Stunden länger dauern.
Das sind die Arbeitszeiten von Harald Schulze, zumindest die regulären. Aber natürlich ist der Streudienst jederzeit abrufbereit. Häufig erhält der Bauhof Anrufe von der Polizei, weil die steile Anfahrt zur Klinik Kitzinger Land gestreut oder vom Schnee befreit werden muss. Die Streufahrzeuge rücken aus.
Die sind 2,40 Meter breit und mit modernster Technik ausgestattet. Ein Computer misst die Bodentemperatur und berechnet das ideale Mischverhältnis von Salz und Sole, womit das Streusalz angefeuchtet wird.
Spätestens hier fragen einige Skeptiker, die den vorletzten Winter in besonders schlechter Erinnerung haben: Reicht das Salz auch? Damals waren in vielen Orten die Lager leer.
"Es reicht. Das Lager ist proppenvoll", versichert Georg Günther. "Es gibt fast keine Straße, die nach unserem Einsatz nicht gestreut ist." 350 Tonnen Salz warten auf ihren Einsatz für den Streudienst in Kitzingen. Und wenn das ausgehen sollte, gibt es immer noch Ausweichmöglichkeiten: 120 Tonnen Sand und 150 Tonnen Split stehen für den Notfall bereit. Etwa zehn bis 15 Tonnen Salz werden insgesamt pro Einsatz verbraucht.

Der Dienst geht vor

Dabei ist es egal, wann Einsatz ist. "Das ist unser Job. Für uns gibt es kein Silvester oder Heiligabend", erzählt Harald Schulze. Daran hat er sich schon lange gewöhnt. Freilich würde er sich freuen, mit seiner Familie die Weihnachtsfesttage zu verbringen. Letztes Jahr war er von 16 bis 23 Uhr unterwegs, aber es war nun einmal notwendig. Harald weiß: "Der Dienst geht vor."
Gerne macht er seine Arbeit, das merkt man, nur eine Bitte hat er an die Kitzinger: Sie sollen ihr Fahrzeug so parken, dass das Streufahrzeug auch durchkommt. Denn nur so können die fleißigen Männer vom Streudienst nachts die Straßen problemlos räumen und streuen, damit morgens die Autos gefahrlos durch Kitzingen fahren können. tof
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren