KITZINGEN

Günstige Wohnungen gesucht

Die Flüchtlingswelle hat mit dem sozialen Wohnungsbau ein Thema hochgespült, das lange keines mehr war. Die Diskussion hat inzwischen den Stadtrat erreicht.
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Zwei bezahlbare Wohnungen sollen im dem städtischen Gebäude am Mainkai 5 in Kitzingen entstehen. Insgesamt gibt die Stadt in diesem Jahr 200 000 Euro für die Sanierung von Wohnungen aus – im Blick auf den großen Bedarf an Sozialwohnungen in Kitzingen ist das eher der Tropfen auf dem heißen Stein. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

Die Flüchtlingswelle hat mit dem sozialen Wohnungsbau ein Thema hochgespült, das von Bund, Land und Kommunen über Jahre stiefmütterlich behandelt wurde. Inzwischen wird der Bau von kostengünstigen Wohnungen auf allen Ebenen behandelt. Die Diskussion hat auch den Stadtrat erreicht.

Sanierung nötig

Dort geht es in der Regel um die Wohnungen, auf die die Stadt Einfluss nehmen kann. Das sind knapp 200 städtischen Wohnungen, die von der 100-prozentigen Tochter der Stadt, der GmbH, betreut werden. Die hat selbst rund 590 Wohnungen im Angebot. Das Problem: Viele sind sanierungsbedürftig. Gleich viermal stand das Thema auf der Tagesordnung der letzten Sitzung vor den Ferien. Es ging um Konzepte, Auftragsvergaben und um vier konkrete Fälle.

Vier Wohnungen erneuern

200 000 Euro hat der Stadtrat zur Verfügung gestellt, um städtische Wohnungen zu sanieren – pro Jahr. 2016 sollen zwei Wohnungen im Oberen Mainkai 5 und eine Wohnung in der Grabkirchgasse 9 saniert werden. Dazu kommt eine Wohnung im alten Feuerwehrhaus in Hoheim. Der Vorschlag von Öpd-Stadträtin Andrea Schmidt, zwei lange leer stehende Wohnungen in der Martin-Luther-Straße zu sanieren, fand keine Mehrheit. Das Gebäude soll laut OB Siegfried Müller verkauft werden.

Aufträge an Architekten vergeben

Mit der Sanierung der städtischen Wohngebäude am Galgenwasen 13 bis 27 hat die Stadt ein Großprojekt auf den Weg gebracht. Wegen der geschätzten Kosten für die sechs Wohnblocks in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro war eine europaweiter Ausschreibung der Architekturleistungen nötig. Dabei kam das Münchner Architekturbüro boegvischs büro architekten & stadtplaner gmbh zum Zug. Die Münchner sollen jetzt die Grundlagen für die Sanierung erarbeiten und Möglichkeiten aufzeigen. Vorgabe: Die Wohnungen müssen danach für sozialschwache Mieter bezahlbar bleiben.

Zwei SPD-Anträge

Gleich zwei Anträge gab es von der SPD-Fraktion zum Thema. Der von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Brigitte Endres-Paul geforderten Bestandsaufnahme sämtlicher Wohnungen in Kitzingen, die im Besitz der Stadt und der Bau GmbH stimmte die Mehrheit ebenso zu wie dem Auftrag zur Ermittlung aller Fördermöglichkeiten.

Eine Wohnbedarfsprognose lehnte die Mehrheit ebenso ab wie die Erstellung eines Konzepts zu Steigerung der Zahl kostengünstigen Wohnungen. Die deutliche Mehrheit sah es ähnlich wie Stadtentwicklungsreferent Thomas Rank: „Konzepte haben wir genug, unser Problem ist die Umsetzung.“

Kein Unter-Wert-Verkauf

Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag der SPD, städtische Grundstücke zu einem Quadratmeterpreis unter dem Marktpreis zu verkaufen, um den Bau von Sozialwohnungen anzukurbeln. Auch wenn Elvira Kahnt (SPD) mit Zitaten aus einschlägigen Kommentaren zu belegen versuchte, dass in diesem Fall der ansonsten verbotenen Unter-Wert-Verkauf möglich sei, lehnte eine klare Mehrheit den Antrag ab.

Nicht nur, weil Oberbürgermeister Siegfried Müller sagte, dass ohnehin kein freies Grundstück vorhanden sei. Bei bebauten Gebäuden komme die Stadt einem möglichen Käufer auch heute schon entgegen.

Schwieriges Thema

Unterm Strich zeigte die Diskussion, dass das Thema nicht einfach ist. Vor allem auch, weil vor den Toren Stadt in den Marshall Heights neben den zum Teil schon verkauften Texashäusern Wohnblocks mit rund 600 Wohnungen im Privatbesitz auf eine neue Nutzung warten. Ob es da die gesuchten günstigen Wohnungen geben könnte, ist derzeit völlig offen.

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