IPHOFEN

Grünes Licht für umstrittenen Bau

Passt ein eingeschossiger Bau mit flachem Blechdach in eine Gegend voller zweistöckiger Häuser mit roten Spitzdächern? Der Bauausschuss stimmte zu und hatte Gründe.
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Bagger (Symbolbild)
Bagger (Symbolbild) Foto: Julien Warnand (EPA)

Passt ein eingeschossiger Bau mit flach geneigtem Blechdach in eine Gegend voller zweistöckiger Häuser mit roten fränkischen Spitzdächern? Der Bauausschuss des Iphöfer Stadtrats hat diese heikle Frage am Montagabend großteils mit Ja beantwortet und damit vorerst einen Schlussstrich unter eine monatelange und für den Bauherrn zermürbende Diskussion gezogen. Beendet sein dürfte die Debatte mit diesem Votum aber nicht.

Vor allem Stadträtin Peggy Knauer machte erneut Bedenken geltend. Sie hatte am Morgen vor der Sitzung Bilder von jenem Bereich im Baugebiet Hündlein gemacht, an der das Haus stehen soll, um auf den Effekt hinzuweisen. Die Fotos zeigten Häuser mit rot gedeckten, spitzen Satteldächern. „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir hier, am Eingang zum Baugebiet, eine Sonderfläche ausweisen und ein Haus mit Blechdach zulassen“, sagte Knauer. Dies werde zu „massiver Unruhe“ führen, „weil sich alle anderen im Baugebiet an den Bebauungsplan gehalten haben“.

Knauer, die mit ihrer Familie selbst im „Hündlein“ wohnt, sprach damit einen heiklen Punkt an, den Bürgermeister Josef Mend präzisierte. Jeder, der im Baugebiet mit einer Schubkarre voll Erde unterwegs sei, werde von den anderen schon misstrauisch beäugt, so Mend mit Blick auf die umstrittenen, im Bebauungsplan genau geregelten Auffüllungen der Grundstücke. Andere sprechen hinter vorgehaltener Hand von Neid und Missgunst, von einem „Kleinkrieg“ unter Nachbarn.

Mend war sichtlich bemüht, dem immer wieder verworfenen Neubauprojekt zum Erfolg zu verhelfen. Der Bebauungsplan lasse an dieser Stelle Geschossbauten zu. Keiner werde benachteiligt, wenn der Ausschuss nun die Festsetzungen aufweiche und ein eingeschossiges Haus in „hochwertiger Architektur“ genehmige. „Gewisse Flexibilität“ sollte möglich sein in Baugebieten.

„Dieses politisches Risiko sollten wir eingehen.“ Einzige Bedingung: Auf dem Gebäude muss ein „deutlich ablesbares Satteldach“ sitzen, auf Wunsch auch aus Titanzinkblech. Der Bauherr, der ursprünglich ein Walmdach wollte, will den Kompromiss mitgehen, wie er in der Sitzung deutlich machte. Auch der Bauausschuss gab – bei einer Gegenstimme Peggy Knauers – den Weg für das Projekt frei.

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