Kitzingen

Großes Interesse am Bebauungsplan Breslauerstraße

Die große Teilnehmerzahl bei der Bürgerversammlung zum Bebauungsplan Breslauerstraße machte deutlich, wie sehr sich die Bewohner der Kitzinger Siedlung vom Bauvorhaben betroffen fühlen.
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Die Bürgerversammlung zum Bebauungsplan Breslauerstrasse führte so viele Zuhörer wie selten in das Stadtteilzentrum. Foto: Gerhard Bauer

Die große Teilnehmerzahl bei der Bürgerversammlung zum Bebauungsplan Breslauerstraße machte deutlich, wie sehr sich die Bewohner der Kitzinger Siedlung vom Bauvorhaben betroffen fühlen.

Oberbürgermeister Siegfried Müller erklärte rückblickend, dass seit 2012 die Entmietung betrieben wurde und alle Bewohner anderweitig untergebracht werden konnten. In intensiven Gesprächen mit der Regierung sei es gelungen, aus ursprünglich geförderten 40 Sozialwohnungen nunmehr 59 zu machen. Je nach Einkommensklasse werde an die Mieter ein Mietzuschuss gezahlt. Durch Umbauten und Sanierungen sei die Wohnqualität nicht zu verbessern gewesen. Nun müsse die Stadt darauf achten, dass die Baupreise nicht überschritten werden.

Mischbebauung im Südwesten

Die Bebauungsplanung stellte Holger Kess vom Büro für Städtebau und Architektur vor. Zunächst seien drei weiter westlich gelegene Blocks geplant gewesen. Nach Einsprüchen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange seien die Blocks nun zulasten des südöstlichen Bereichs verschoben worden. Im Südwesten ergebe sich damit die Möglichkeit einer Mischbebauung mit Dienstleistungseinrichtungen.

Der dreigeschossige Gebäudekomplex bekommt südwestlich und nordöstlich Bewohnerparkplätze und sorgt zudem für einen Lärmschutz für die Breslauerstraße. Die Gebäude bekommen Flachdächer und werden begrünt. Der Mindestabstand zur Bundesstraße wurde situationsbedingt auf 14 Meter verringert. Wo keine Gebäude errichtet werden, wird ein Schallschutzwall errichtet. Für die 59 Wohnungen sind 60 Stellplätze vorgesehen, 23 weitere Stellplätze für das Mischgebiet.

Gemeinschaftsraum

Für das Bogevichs Büro für Architektur und Stadtplanung erläuterte Julius Klaffke die Baugestaltung. Die Erdgeschosswohnungen werden barrierefrei mit Terrassen versehen, alle übrigen mit Balkonen. Zur Wohnförderung gehört die Einrichtung eines Gemeinschaftsraumes. Der Wohngebäudekomplex soll südwestlich mit einem Ärztehaus abgeschlossen werden.

Die Innenhöfe im Wohnbereich sollen fußläufig erreichbar sein. Die Größen der 59 Wohnungen bewegen sich zwischen 50 Quadratmetern für Einzelpersonen bis zu 105 Quadratmetern für vierköpfige Familien.

Zum Lärmschutz erklärte der Sachverständige für Schallschutz, Wilhelm Tasch, dass die Bundesstraße von 24 000 Fahrzeugen täglich befahren werde, das sei für ein gesundes Wohnen nicht förderlich. Der Neubau sei aber so konzipiert, dass er allen Anforderungen des Schallschutzes Rechnung trage und durch die zusammenhängende Bauweise die Bewohner nördlich der Breslauerstraße mehr als früher abschirme.

Bessere Abschirmung

Anwohner Edgar Stöcklein war mit dem zwei Meter hohen, provisorischem Lärmschutz aus Bodenaushub neben den Neubauten nicht einverstanden. Tasch hielt ihm entgegen, dass die Abschirmwirkung nicht untersucht worden sei. Nach dem Abbruch der früheren Wohngebäude komme es zu verstärktem Schallaufkommen, doch würden die neuen Gebäude den Schall durch die geschlossene Bauweise weit besser abschirmen.

Während ein Bürger die Notwendigkeit eines Ärztehauses verneinte, bezweifelte Herbert Schmidt, dass der Lärmschutz wirklich gewährleistet sei. Im Texasweg sei es nach dem Abbrucharbeiten deutlich lauter geworden.

Deutliche Verbesserung 

OB Müller unterstrich, dass die Stadt den Sorgen der Bürger im Norden bereits Rechnung trage und die Schallschutzwälle freiwillig errichte. Mit der Parkplatzregelung wollte sich Ferdinand Bauer nur bedingt abfinden. Er nannte das bisherige Parken einen "Parkplatzkrieg". Doch Müller versprach eine deutliche Verbesserung, denn die Stellplätze würden vermietet und den Wohnungen entsprechend zugewiesen.

Bewohner der Breslauerstraße wollten wissen, wann die Breslauerstraße selbst instand gesetzt werde. Müller gab zu erkennen, dass der Kanal komplett erneuert und nach Abschluss der Bauarbeiten eine neue Fahrbahndecke aufgebracht werde. Mit Beifall bedachten die Zuhörer den "Glücksfall", dass sie keine Ausbaubeiträge mehr bezahlen müssten. Auf Nachfrage unterstrich Klaffke, dass alle im Erdgeschoss gelegenen Wohnungen - rund ein Drittel - barrierefrei erreichbar seien, zwei davon auch rollstuhlgerecht ausgestattet seien.

In seinem Schlusswort kündigte OB Müller mit dem Bauvorhaben eine Aufwertung der Breslauerstraße und der nördlich gelegenen Siedlung an.

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