MÜNSTERSCHWARZACH
Festakt

Großer Festakt der Abtei Münsterschwarzach

Hunderte Jahre Klostergeschichte in 45 Sekunden, Lob für die Mönche und fast eine Stunde Festvortrag: Das war der Höhepunkt des Abtei-Jubiläums in Münsterschwarzach.
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Festakt 1200 Jahre Abtei Münsterschwarzach
Auszug aus der Abteikirche: Nach dem Pontifikalamt spendete Bischof Friedhelm Hofmann den vielen Gläubigen den Segen. Foto: Fotos: Daniel Peter
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Hunderte Jahre Klostergeschichte in 45 Sekunden, Lob und Anerkennung für die Mönche und ihre Arbeit und fast eine Stunde Festvortrag zum Thema „Wie Irritationen auf Traditionen wirken können“ standen am Sonntag in der Abtei Münsterschwarzach (Lkr. Kitzingen) auf dem Programm.

  • 1200 Jahre Abtei Münsterschwarzach

Der Höhepunkt

Mit einem vom Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann zelebrierten Pontifikalamt und dem Festakt mit der deutschen Botschafterin im Vatikan, Annette Schavan, haben die Feierlichkeiten „1200 Jahre Abtei Münsterschwarzach“ ihren Höhepunkt erreicht. Die Benediktiner erinnern damit an die erste urkundliche Erwähnung des Klosters 816. Die Feiern dauern ein Jahr und stehen unter dem Motto „be open – sei offen“.

Offenheit als Thema

Das Thema Offenheit begleitete den Sonntag. Beim Gottesdienst in der voll besetzten Abteikirche und beim Festakt in der Turnhalle des zum Kloster gehörenden Egbert-Gymnasiums haben weit über 1000 Gäste der Abtei und den rund 130 Mönchen ihre Reverenz erwiesen.

Lob und Anerkennung

Für die Mönche, von denen 30 als Missionare wirken, gab es viel Lob und Anerkennung. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der das Grußwort für alle Ehrengäste übernommen hatte, nannte die Abtei „eines der wichtigsten Klöster der Benediktiner in Deutschland“. Seit über 1000 Jahren stehe das Kloster nach dem Motto „bete und arbeite“ im Zeichen der benediktinischen Regeln. Herrmann betonte die Weltoffenheit, die sich in Einrichtungen der Abtei zeige und sagte: „Ihr Engagement zum Wohle der Gesellschaft ist von unschätzbarem Wert.“

Außergewöhnliches Fest

Auftakt zu dem „außergewöhnlichen Fest“, wie es Bischof Friedhelm Hofmann bezeichnete, war das Pontifikalamt. In der Abteikirche sprach der Bischof mit Blick auf die 1200 Jahre Ordenszeit von einer „Konstanten in der vorbeirauschenden Geschichte“, einem Leuchtturm in unserer Zeit. Das gelte, auch wenn das Kloster nicht von Erschütterungen verschont geblieben sei. Mit Blick auf die heutigen Herausforderungen verwies er auf Papst Franziskus. Der lege den Finger in die Wunden der Zeit und rufe zu Barmherzigkeit auf. Dass das beim Weltjugendtag in Krakau angekommen sei, sei ein Zeichen der Hoffnung. Das Leben, das seit 1200 Jahren in Münsterschwarzach gelebt werde, bezeichnete er als Herausforderung und Chance.

Wellenbewegung

Nach dem Gottesdienst war es Abt Michael Reepen, der in seiner Begrüßung beim Festakt die Abtei-Geschichte als „Wellenbewegung von Aufbruch und Wachstum, Blüte und Niedergang, Zerstörung und Auflösung“ bezeichnete. Auf Zeiten des Niedergangs seien immer Zeiten der Erneuerung und Reform gefolgt. Reepen betonte die Bedeutung der Offenheit in der Benediktinerregel aus dem sechsten Jahrhundert. Die Aufgabe der Mönche heute sei es, „die Zeichen der Zeit zu erkennen, uns zu erneuern und Kirche und Welt mitzugestalten“.

Zurück zu den Quellen

Festrednerin Annette Schavan, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, hatte auf die Teilnahme an der Heiligsprechung von Mutter Theresa in Rom verzichtet, um in Münsterschwarzach dabei zu sein. „Wie Irritationen auf Traditionen wirken können“, war ihr Thema. Sie nannte als Beispiel Terror, Flucht, aber auch eine Jugend ohne Perspektive in Europa. In ihrer von Beispielen und Aussagen von Papst Franziskus gespickten Rede, forderte sie die Besinnung auf die christlichen Traditionen Europas. Die Krise, in die unser Verständnis von Weltoffenheit und Freiheit geraten sei, lasse sich nicht durch weniger Weltoffenheit und Freiheit überwinden. Sie forderte die Rückkehr zu den Quellen. Es sei ein Irrtum zu glauben, Religion werde an Bedeutung verlieren.

Die Sendung mit der Klostermaus

Nach der etwas schwereren Kost sorgte der Film „Die Sendung mit der Klostermaus“ für Entspannung. Die Schüler der 5. bis 7. Klasse des Gymnasiums hatten es mit Lehrer Martin Pohl tatsächlich geschafft, die Klostergeschichte auf 45 Sekunden einzudampfen. Damit blieb Zeit für das Mittagessen und gute Begegnungen, die Prior Pascal Herold den Gästen gewünscht hatte.

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