Kitzingen

Große Party zum 11. Geburtstag der Soundchexx

Die A-cappella-Formation und befreundete Musiker wollen Kitzingen zum Klingen bringen.
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Die „Soundchexx“ (Bernhard Langer, Erik Jacobi, Michael Weydt, Thomas Most und Jürgen Mark) haben befreundete Musiker eingeladen, mit denen sie am Wochenende für begeisternde Stimmung sorgen wollen. Foto: Jimmy Hosseini
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Zeit zum Feiern! Die Kitzinger A-cappella-Formation „Soundchexx“ lädt zu einer klangvollen Party ein. Grund ist das zehnjährige Bühnenjubiläum – beziehungsweise das elfjährige. Zum Open-Air auf der Festwiese hinter der Alten Synagoge haben die fünf Hobbysänger Bernhard Langer (Bass), Erik Jacobi (Bariton), Michael Weydt (Tenor), Thomas Most (Tenor) und Jürgen Mark (Countertenor) befreundete Musiker eingeladen. Worauf sich die Gäste am Samstag, 22. Juli, besonders freuen können, verrät Sänger Thomas Most, der frühere Geschäftsführer des Kitzinger Stadtmarketing-Vereins.

Frage: Zehnjähriges kann ja jeder feiern. Die „Soundchexx“ scheinen sich dagegen lieber auf Schnapszahlen zu konzentrieren...

Thomas Most: Eigentlich hatten wir letztes Jahr zehnjähriges Bühnenjubiläum. Nur hatten wir 2016 kein Konzert – und somit keine Gelegenheit, das zu feiern. Also haben wir kurzerhand entschieden, dieses Jahr eine große Party zu veranstalten und dazu ein paar Gäste einzuladen.

Also daher der Name „Soundchexx & Friends“. Wer sind die „Friends“?

Most: Zwei Bands und ein Saxophon-Quartett; gemeinsam werden wir am Mainufer eine Mischung aus alten und neuen Liedern, A-cappella-Songs und Instrumental-Stücken anbieten. Seit Monaten proben wir fieberhaft für unser diesjähriges Highlight.

Wie ist das besondere Faible für A-cappella-Musik entstanden?

Most: Das kam mit dem ersten Kitzinger Stadtfest 2007. Damals wollte ich A-cappella-Konzerte einführen, die regelmäßig stattfinden sollten.

Warum?

Most: Natürlich weil ich A-cappella-Fan bin und für Konzerte immer ziemlich weit fahren muss. Tatsächlich ist die A-cappella-Szene in Deutschland sehr groß und es gibt haufenweise Konzerte – komischerweise aber nicht in den „neuen“ Bundesländern, vor allem nicht in Bayern. Die Künstler sagen, die Bayern hätten nicht genug Geld für Kultur. Keine Ahnung, ob das stimmt.

Und Ihr wolltet die bayerischen „Vokal-Musik-Banausen“ bekehren?

Most: Nicht bekehren – überzeugen! So etwas wie eine A-cappella-Nacht kann man als Gastgeber aber nur stemmen, wenn man selbst entsprechende Beziehungen in der Szene hat – und das geht am besten, wenn man selbst aktiv dabei ist. Also habe ich 2005 ein paar Freunde besucht und wir haben eine A-cappella-Band gegründet.

Hattet Ihr sofort Erfolg?

Most: Zunächst mal mussten wir uns organisieren. Damals gab es quasi noch keine Noten für fünf Männerstimmen zu kaufen. Also mussten Beziehungen herhalten. Die ersten Stücke haben uns „Deke Sharon“ und die „House Jacks“ gegeben. Alle vier Wochen haben wir bei Peter Lorenz im Keller geprobt.

Und wann habt Ihr getestet, ob die Öffentlichkeit für Eure Darbietungen bereit ist?

Most: (lacht) Die ersten Testauftritte haben wir bei privaten Feiern bestritten. Unser erster öffentlicher Auftritt war tatsächlich im Rahmen der ersten A-cappella-Nacht beim ersten Stadtfest auf dem Marktplatz. Damals spielten wir neben „Maybebop“ und den „House Jacks“.

... und wart auf einmal so etwas wie die Akustik-Sterne am Kitzinger Himmel!

Most: Das ging schlagartig von Null auf Hundert, ja! Wenn man sich heute die DVD von diesem Auftritt ansieht – das ganze Stadtfest wurde ja damals professionell aufgezeichnet und geschnitten –, müsste man sich eigentlich schämen für die vielen falschen Töne. Aber hey! Für uns ist das ein Hobby. Wir müssen – Gott sei Dank – nicht vom Singen leben. Natürlich waren wir aufgeregt, aber das Feedback des Publikums war trotzdem der Hammer. Das war ein großer Motivationsschub für uns.

Was geschah nach diesem „Raketenstart“?

Most: Wir wollten besser werden und fingen an, wöchentlich zu proben. Es gab die ersten Anfragen von Leuten, die eine besondere Einlage bei einer Veranstaltung wollten: bei Geburtstagen, Hochzeiten, sonstigen Feiern. 2008 und 2009 gab es noch zwei A-cappella-Nächte im Rahmen des Stadtfestes, bis wir merkten, dass die ausgelassene Feststimmung auf dem Marktplatz nicht der geeignete Rahmen für A-cappella-Konzerte war.

Danach fand die A-cappella-Nacht am Mainufer statt.

Most: Genau. Seit 2010 bietet das Konzertgelände hinter der Alten Synagoge einen tollen Rahmen. Die Bühne steht zwischen farbig illuminierten Bäumen, davor sind die Sitzreihen platziert und auf dem Main finden sich stets Zaungäste ein. Ein tolles Ambiente!

Elf Jahre Soundchexx: Was bleibt Euch da besonders in Erinnerung?

Most: Immer wieder standen wir mit national bekannten Bands oder sogar internationalen Gästen auf der Bühne, etwa mit Imtrmzzo aus Holland, den „medlz“ aus Dresden, mit „muSix“ aus Berlin, mit „Klangbezirk“, „Slixs“, „Muttis Kindern“ oder „Fool Moon“ aus Ungarn. Besondere Highlights waren auch die „Klassik Rockt“-Konzerte. Ein Meilenstein für uns waren unsere ersten abendfüllenden Konzerte, die wir allein auf der Bühne bestritten. 2012 beim mit 55 Personen völlig überfüllten Kellerkonzert in Wiesentheid und 2014 in der ausverkauften Alten Synagoge.

Zahlreiche kleinere Auftritte dazwischen finden natürlich immer statt.

Hat sich an der Anfangsbesetzung etwas geändert?

Most: Zwischenzeitlich hatte sich herausgestellt, dass das wöchentliche Proben nicht für alle von uns ideal war. Bei Berufstätigen, die auch noch andere Verpflichtungen haben, lässt sich das nicht konsequent einhalten. In einer fünfstimmigen Gesangsgruppe ist eine Probe, bei der auch nur ein Sänger fehlt, aber meist schon sinnlos. Also gab es im Laufe der Zeit ein paar personelle Wechsel. Die heutige Besetzung ist aber schon seit 2013 stabil. Und freut sich auf das kommende Wochenende!

Kitzinger Sommer mit „Soundchexx & Friends“

Samstag, 22. Juli: Ab 19.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) laden die Kitzinger „Soundchexx“ und ihre Freunde zu einem bunten Abend auf der Konzertwiese hinter der Alten Synagoge in Kitzingen ein.

Die Freunde („Friends“) sind: das „Tamara Project“ mit Martin Seeberger (Gitarre, Gesang), Michael Fahrmeier (Gitarre, Gesang), Martin Tomaschevsky (Bass, Gesang) und Detlef Mohr (Schlagzeug), die „Mittwochsband“ mit Lena Matthaei (Gesang), Florian Langer (Gesang), Sebastian Hünnerscheidt (Gitarre) und Maximilian Mertens (Schlagzeug) sowie das Saxophon-Quartett: Jürgen Faas (Sopransaxophon), Carola Köhne (Altsaxophon), Stefan Frank (Tenorsaxophon) und Florian Endres (Baritonsaxophon).

Sonntag, 23. Juli: „Musica Mare – Vom Klang der Wellen", Konzert & Lichtinstallationen mit Lutz Gerlach & Ulrike Mai. Beginn 20 Uhr.

Open-Air oder nicht? Der „Kitzinger Sommer“ ist ein Open-Air-Festival, das auf dem Konzertgelände hinter der Alten Synagoge Kitzingen direkt am Mainufer stattfindet – wenn die Wetterprognose dies zulässt. Sollten die Wetterfrösche Regen vorhersagen, finden die Konzerte im Veranstaltungssaal in der Alten Synagoge statt. Die Entscheidung darüber treffen die Veranstalter zwei bis drei Tage vor dem Festival. Aus diesem Grund werden im Vorverkauf maximal so viele Karten verkauft, wie es Plätze im Saal gibt. Wenn die Veranstaltung planmäßig draußen stattfindet, gibt es weitere Karten an der Abendkasse. Infos: www.kitzinger-sommer.de

Tickets: Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf beim Buchladen am Markt, Obere Kirchgasse 1, Kitzingen, Tel. 09321/ 8994, bei der Schöningh-Buchhandlung am Marktplatz, Marktstraße 21, Kitzingen, Tel. 09321/ 267290, online im Ticket-Shop Kitzingen (ticket.shop-kitzingen.de) sowie an der Tageskasse 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.

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