ALBERTSHOFEN
Feuer

Großbrand zerstört Kresse-Betrieb

Feuer in Albertshofen: In einer Gärtnerei haben Flammen gewütet. Der Sachschaden ist nach ersten Schätzungen enorm - aber das ist noch nicht alles.
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Brand in Albertshofen
Das war einmal der Elektrosteuerungsraum des Biokresse-Produktionsbetriebs Gimperlein in Albertshofen. Ob hier der Großbrand durch einen technischen Defekt ausgebrochen ist, werden Sachverständige klären. Foto: Hartmut Hess

Dem Gärtner Christian Gimperlein fuhr am Samstagmorgen der Schreck ganz gehörig in die Glieder, als er gegen 6 Uhr den elterlichen Produktionsbetrieb für Bio-Maintal-Kresse in Albertshofen an der Geisspitze ansteuerte. Denn das Herz des gärtnerischen Spezialbetriebs stand in Flammen.

Christian Gimperlein alarmierte per Handy die Feuerwehr und versuchte dann selbst zu löschen. Doch er konnte alleine nichts ausrichten, weil der Strom ausgefallen und auch die Wasserversorgung des Betriebs im Außenbereich schon unterbrochen war, wie er am Sonntag gegenüber dieser Zeitung sagte.

Gegen 5 Uhr hatten Nachbarn einen lauten Knall gehört, aber nichts weiter entdeckt. Der Knall kam vermutlich aus dem Elektrosteuerungsraum. Daran hängen die hoch technisierte Produktionsanlage und die Küche. Ob das Feuer hier entstand, werden Sachverständige klären. Ein Vertreter der Brandversicherung war am Samstag noch vor Ort und besichtige den teilweise ausgebrannten Betrieb. Der Chef des Familienbetriebs, Elmar Gimperlein, durfte mit seiner Familie aber noch keine Aufräumarbeiten starten, weil die kriminaltechnische Untersuchung erst am Montag erfolgen wird.

Wie Christian Gimperlein, der selbst aktives Mitglied der Feuerwehr Albertshofen ist, schilderte, hätten die Feuerwehrkräfte aus Albertshofen, Mainsondheim und Kitzingen hervorragende Arbeit geleistet. Sie rückten mit einem Großaufgebot an und hatten den Brand nach mehreren Stunden gelöscht, den Inneneinsatz leitete Albertshofens Kommandant Matthias Hofmann. Doch am Nachmittag mussten die Feuerwehrler nochmals anrücken, weil Teile der Dämmungspaneele erneut brannten.

„Wir hoffen, dass wir den Großteil unserer vollautomatischen Produktionsanlage und die Roboter mittels eines Schaumteppichs retten konnten“, sagte Christan Gimperlein am Tag danach und deutete auf die verschmorten Rollgänge der Anlage. Er befürchtet einen Millionenschaden. Das Polizeipräsidium Unterfranken hatte nach ersten Schätzungen von einigen Hunderttausend Euro berichtet. Aber es ist nicht nur der Brandschaden, den Gimperlein sieht: Er denkt an den Produktionsausfall von bis zu drei Monaten – und das könnte dann schnell in die Millionen gehen.

Die enorme Rauchentwicklung war die Ursache, dass der gesamte Betrieb mit seinen großen Gewächshausflächen verrußt wurde. Selbst zuvor schneeweiße Rohrleitungen waren weit abseits des Brandherds kohlschwarz.

„Da hat sich der Zusammenhalt auf dem Dorf wieder einmal gezeigt.“
Horst Reuther Bürgermeister und Feuerwehrmann

Christian Gimperlein lobte die Arbeit der Feuerwehrkräfte und auch die der Helfer vom Roten Kreuz Kitzingen. Die Sanitäter rückten unter der Leitung von BRK-Kreisgeschäftsführer Harald Erhard mit einer Schnelleinsatzgruppe mit bis zu 18 Kräften an. Sie heizten eine benachbarte Halle auf, die von dem Besitzer zur Verfügung gestellt wurde und versorgten die Helfer mit wärmenden Getränken. Der Rettungswagen wurde nicht gebraucht, da niemand verletzt worden war.

„Da hat sich der Zusammenhalt auf dem Dorf wieder einmal gezeigt“, kommentierte Feuerwehrmann und Bürgermeister Horst Reuther den Einsatz. Denn ob Rettungskräfte oder helfende Bürger: alle hätten angepackt. Auch die Kooperation mit der Kitzinger Stützpunktwehr habe bestens funktioniert.

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